Birds Online
     
  Home > Vogelgrippe-Special
     
  Hahn Die Vogelgrippe ist ein Thema, das in letzter Zeit immer wieder aufkommt und dann für eine Weile die Medien dominiert. Im Jahr 2005 war es beispielsweise so, dass sie sich aus Asien kommend zunächst bis zum Ural, nach Rumänien, nach Griechenland und dann nach Kroatien ausgebreitet. Anfang 2006 gingen dann Schreckensmeldungen aus der Türkei um die Welt, weil dort Menschen an der Vogelgrippe erkrankt und sogar gestorben sind.

Nachdem die Krankheit die Türkei erreicht hatte, traten erste Fälle in Afrika auf. Mitte Februar 2006 erreichten die Viren dann letztlich auch Deutschland. Auf der Ostseeinsel Rügen wurde die für Menschen gefährliche Virusvariante bei zwei toten Höckerschwänen erstmals innerhalb unseres Landes nachgewiesen, danach begann sich die Vogelgrippe in weiteren Bundesländern auszubreiten.

Der jüngste Ausbruch begann im Herbst 2016, als plötzlich in Schleswig-Holstein unter anderem am Plöner See sowie im Süden Deutschlands am Bodensee Wasservögel starben, vor allem Reiherenten waren davon betroffen. Relativ schnell stellte sich heraus, dass es sich bei diesem Ausbruch um eine Infektion mit dem Erreger H5N8 handelt, der nach aktuellen Erkenntnissen für Menschen nicht gefährlich ist.

Angesichts dieser alarmierenden Meldungen fragen sich aber viele Tierhalter, ob ihre Heimvögel durch die Vogelgrippe in Gefahr sind. In diesem Punkt besteht derzeit kein Grund zur Panik, und das obwohl die Krankheit Deutschland erreicht hat. Wellensittiche und andere im Haus gehaltene Ziervögel sind - sofern man entsprechende Vorsichtsmaßnahmen walten lässt - praktisch nicht in Gefahr!

Lediglich Ziervögel in Außenvolieren könnten unter widrigen Umständen gefährdet sein, falls die Vogelgrippe in unmittelbarer Nähe unter Wildvögeln wütet und ein direkter Kontakt zu diesen besteht. Man muss hierbei jedoch dringend bedenken, dass unter den Wildvögeln keineswegs sämtliche Vogelarten betroffen sind oder als Überträger in Frage kommen. Das heißt: In den meisten Fällen sind Wasservögel betroffen, die aber mit in Gartenvolieren gehaltenen Ziervögeln - dies sind zumeist vor allem Papageien und Sittiche - fast nie in Kontakt kommen.

In diesem Kapitel von Birds Online erfahren Sie mehr über die Hintergründe und Zusammenhänge sowie Auswirkungen für Ihre Ziervögel.

Was ist die Vogelgrippe eigentlich?
Rostgans Die Vogelgrippe ist eine Krankheit, die ursprünglich nur Vögel betroffen hat, deshalb heißt sie auch Vogelgrippe. Unter den Vögeln wütet sie in ihrer derzeit vorliegenden Form auch nicht wahllos, sie ist in erster Linie eine Geflügelseuche. Würde man sich ganz genau an die Fakten halten, müsste die Krankheit eigentlich als Geflügelgrippe bezeichnet werden.

Unter dem Begriff "Geflügel" werden mehrere verschiedene Vogelarten und -gattungen zusammengefasst. In Deutschland kommt beispielsweise folgendes (gefährdetes) Geflügel in freier Natur vor: Enten, Gänse, Schwäne und Hühnervögel (z. B. Fasane).

Ausgelöst wird die Vogelgrippe - wie übrigens alle Grippeerkrankungen - durch ein Virus, bei einem der früheren Ausbrüche war dies H5N1 und im Fall der Epidemie von 2016 ist H5N8 für die Todesfälle unter den Vögeln verantwortlich. Diese speziellen Grippeviren sind zwar sehr aggressiv, das heißt hochgradig ansteckend, aber nicht alle von ihnen können auf den Menschen übergehen. Selbst bei den den Viren, die prinzipiell dazu in der Lage sind, ist eine Ansteckung nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Es muss ein sehr enger Kontakt zwischen Mensch und Tier, hierbei insbesondere mit Nutzgeflügel, bei schlechten hygienischen Verhältnissen bestehen. In Deutschland sind solche Bedingungen in Privathaushalten in aller Regel nicht gegeben, weil es hierzulande nicht üblich ist, dass beispielsweise Hühner oder Gänse im Haus gehalten werden. Deshalb besteht in Bezug auf eine Ansteckung bei Nutzgeflügel praktisch keine Gefahr. Lediglich Besitzer sehr großer Geflügelbestände müssen sich an spezielle Vorsichtsmaßnahmen halten, die unter bestimmten Umständen von der Regierung vorgegeben werden.

Wenn in den Medien von der Vogelgrippe die Rede ist, dann werden hierbei genau genommen zwei Dinge miteinander vermischt. Einerseits bezeichnet dieser Begriff die ursprüngliche Vogelgrippe, die nur Vögel erkranken lässt, weil sie sich von Vogel zu Vogel überträgt. Ferner ist sie ein Synonym für die Krankheitsform, die von Tieren auf Menschen übertragen werden kann. In der Vergangenheit hat sich deshalb in den meisten Medien der Begriff "die für den Menschen gefährliche Virusvariante" eingebürgert, wenn es um die auf Menschen übertragbare Form der Viren ging.

Bisher ist eine Ansteckung von Menschen bei infizierten Vögeln wie bereits erwähnt sehr selten geschehen, aber Seuchenexperten fürchten, dass sich die Krankheitserreger in Zukunft weiterentwickeln könnten. Das Ergebnis einer solchen Mutation könnte sein, dass sich Menschen bei Menschen anstecken können. Bisher ist diese Virusvariante der Vogelgrippe jedoch nirgendwo aufgetreten! Sollte diese Mutation dennoch in Zukunft erfolgen, könnte dies eine weltweite Grippewelle auslösen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer sogenannten Pandemie. Im vergangenen Jahrhundert hat es bereits eine Pandemie gegeben, die laut Aussagen der Experten durch dasselbe Virus verursacht wurde: die Spanische Grippe Externer Link.

Falls es so schlimm werden sollte, dass die Grippe in Deutschland von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, dann helfen Impfungen sowie Quarantäne. Die Bundesregierung wird in diesem Fall, der hoffentlich nicht eintreten wird, entsprechende Sicherheits- sowie Hilfsmaßnahmen einleiten und über die Medien die Bevölkerung informieren. Aktuell besteht eine solche Gefahr jedoch nicht, Sorgen sind derzeit unberechtigt.

Welche Vögel sind von der Vogelgrippe betroffen?
Ente Die Vogelgrippe betrifft derzeit vor allem Wassergeflügel, also beispielsweise Höckerschwäne. Aber auch vom Menschen gehaltene Hühnervögel, also Nutzgeflügel, sind potentiell gefährdet. Diese Tiere können sich bei Wildgeflügel angesteckt. In Frankreich scheint die Ansteckung eines Nutzgeflügelbestandes erfolgt zu sein, weil Stroh in den Stall gebracht wurde, an dem Exkremente erkrankter Wildvögel klebten.

Bisher sind fast nur Hühner- und Entenvögel - sowohl Nutztiere als auch Wildvögel - betroffen. Einige wenige andere Vogelarten sind ebenfalls bisher an der Vogelgrippe erkrankt. Dies sind aber Ausnahmefälle! Von Gartenvögeln wie Amseln, Meisen und Co. geht keine Gefahr aus. Rein theoretisch können sie zwar erkranken, aber sie scheiden eine so geringe Virenmenge mit dem Kot aus, dass sich selbst die überempfindlichen Hühnervögel nicht bei ihnen anstecken. Für uns Menschen stellen Singvögel keine Gefahr dar. Dasselbe gilt für Tauben aller Art, auch Stadttauben.

Für Vogelhalter alarmierend ist jedoch die Tatsache, dass in Großbritannien Ende Oktober 2005 ein Papagei gestorben ist, der einige Wochen zuvor aus Südamerika importiert wurde und noch in der Quarantänestation die ersten Symptome der Vogelgrippe zeigte. Somit kann das Virus also tatsächlich auch Papageienvögel infizieren, wenn man ihm die Möglichkeit dazu bietet (engen Kontakt der Tiere). Der in London gestorbene Papagei wurde aus seinem Ursprungsland nach Großbritannien gebracht und zunächst in Quarantäne gehalten. Wie sich später herausgestellt hat, war er in der Quarantänestation mit infizierten Vögeln aus Südostasien in engsten Kontakt gekommen.

Dieser tragische Fall zeigt: Leider gilt also, dass rein theoretisch auch Wellensittiche an der Vogelgrippe erkranken könnten. Sie müssten direkten Kontakt mit erkrankten Wildvögeln haben, die das Virus verbreiten, um sich anstecken zu können. Oder aber der Vogelhalter selbst müsste Kontakt zu erkrankten Wildvögeln und deren Exkrementen haben und diese mit seinen eigenen Vögeln in Kontakt bringen. Allerdings ist dies derzeit extrem unwahrscheinlich, denn weder kommen Stuben-Wellensittiche mit Zugvögeln an deren Rastplätzen (z. B. Gänserastplätze in Feuchtgebieten) in Kontakt, noch sind die meisten Tierhalter so leichtsinnig, sich in Risikogebiete zu begeben und dann mit ihren eigenen Vögeln umzugehen, als wäre nichts gewesen.

Wellensittiche und andere Ziervögel, die in Gartenvolieren gehalten werden, könnten theoretisch in Gefahr sein, falls das Virus in der Nähe wütet. Besondere Schutzvorkehrungen müssten dann getroffen werden, es wäre besser, die Tiere vor dem direkten Kontakt mit Kot von Wildvögeln und auch mit Spritzwasser zu schützen. Wer auf Nummer sicher gehen will, holt seine Vögel vorübergehend ins (Schutz-)Haus und lässt sie erst wieder nach draußen, wenn der Vogelgrippe-Ausbruch vorüber ist.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass in jedem Bundesland andere Regelungen für die Einstallung von Geflügel gelten; entsprechende Maßnahmen werden im Bedarfsfall bindend vorgeschrieben. Es ist durchaus möglich, dass in besonders harten Fällen auch das Unterbringen anderer Vogelarten in Schutzhäusern behördlich angeordnet wird. Jeder Vogelhalter, der seine Ziervögel in Gartenvolieren hält, sollte sich deshalb rechtzeitig beim zuständigen Amtsveterinär über gegebenenfalls gültige Vorschriften erkundigen!

Nutzgeflügel In den Medien wurde in der Vergangenheit davor gewarnt, dass die Zugvögel das Virus nach Deutschland bringen könnten, aber selbst unter Ornithologen (Vogelkundlern) ist die Annahme mehr als umstritten, dass Zugvögel die eigentlichen Überträger der Krankheit sind. Der Herbstzug im Jahr 2005 hat beispielsweise keinerlei Krankheitsfälle nach Deutschland gebracht, ebenso wenig wie der Frühlingszug 2006. Seitdem hat es außerdem immer wieder kleine Ausbrüche außerhalb der Zugzeiten gegeben, die wahrscheinlich auf illegal entsorgte verendete Nutztiere oder Gülle zurückzuführen sind - ein menschengemachtes Problem!

Das zeigt: Die Vogelgrippe kann praktisch jederzeit überall in Deutschland einen neuen Ausbruchsherd bilden, und das durch das Einwirken der Menschen: Eine nicht zu unterschätzende Gefahr geht von (zum Teil illegalen) Nutztierimporten aus, die aus den von der Krankheit bereits getroffenen Gebieten und deren Nachbarschaft stammen. Auch der Kauf geschmuggelter, in ihrem Ursprungsland illegal gefangener Ziervögel geht mit einem Infektionsrisiko einher, weil diese Tiere theoretisch unterwegs mit infizierten Vögeln in Kontakt gekommen sein könnten, wie auch das Beispiel des verstorbenen Papageis aus London zeigt.

Woran erkennt man einen an der Vogelgrippe erkrankten (Wild-)Vogel?
Ein erkrankter Vogel ist matt, leidet meist an Durchfall und manche Tiere müssen sich sogar übergeben. Auch hat man schon Vögel beobachtet, bei denen es zu sogenannten Zweitinfektionen kam, sodass sie beispielsweise Augenentzündungen oder Erkältungen bekommen haben. Das Gefieder eines erkrankten Vogels ist rund um die Kloake mit Kot verschmiert, der Vogel plustert sein Gefieder am gesamten Körper auf und mag nicht mehr fliegen. Er nimmt kaum noch Nahrung zu sich und schläft sehr viel.

Aufgrund der extremen Schwächung und des schnellen Verlaufs der Krankheit können infizierte Wildvögel kaum große Distanzen zurücklegen. Sie sterben meist ganz in der Nähe des Ortes, an dem sie sich angesteckt haben. Anders ist dies nur bei Nutztieren, die vom Menschen über weite Strecken transportiert werden. Aus eigener Kraft würde ein kranker Vogel nie so weit kommen, wie es durch die Tiertransporte möglich ist.

Wie kann man sich und seine Wellensittiche vor der Vogelgrippe schützen?
Enten Erkranken in Deutschland Wildvögel an der Vogelgrippe, greifen meist sehr schnell einige Schutzmaßnahmen für unser Nutzgeflügel, also für unsere Mastgänse und Legehennen. Zu diesen Maßnahmen gehört beispielsweise die Einstallung des Nutzgeflügels, die in einigen Bundesländern in der Vergangenheit bereits praktiziert wurde. Das heißt: Im Falle eines lokalen Nachweises der Vogelgrippe in Deutschland muss das Nutzgeflügel in der Nähe gefährdeter Regionen entweder in geschlossenen Ställen gehalten werden. Freigehege müssen mit Netzen abgedeckt werden, damit keine Wildvögel zwischen den Nutztieren landen können, denn nur durch den direkten Kontakt mit ihnen könnten sich die Nutztiere anstecken.

Ganz wichtig: Wenn man in der Nähe großer Ansammlungen von Wassergeflügel spazieren gegangen ist (zum Beispiel beim Gassigehen mit einem Hund oder auf einer Wanderung), dann sollte man seine Schuhe nach Möglichkeit vor der Wohnungstür belassen und diese desinfizieren, denn an den Sohlen könnte rein theoretisch infizierter Vogelkot kleben.

Höckerschwäne Bisher sind unter den Wildvögeln in Deutschland fast ausschließlich Wasservögel wie Reiherenten, Möwen oder Schwäne betroffen! Offenbar reagieren diese Vögel besonders empfindlich auf die Krankheit. Wer totes Wassergeflügel auffindet, sollte die Kadaver auf gar keinen Fall berühren. Aber die Totfunde sollten schnellstmöglich den örtlichen Behörden gemeldet werden, damit eine Untersuchung der Kadaver eingeleitet werden kann. Zuständig sind in diesem Fall die Kreisveterinärämter. Sollte man die Telefonnummer nicht zur Hand haben, kann man auch die Polizei anrufen.

Sämtliche Experten raten davon ab, tote Wasservögel anzufassen. Sollte man es - aus welchen Gründen auch immer - dennoch tun müssen, dann sollte man sie am besten nur mit Schutzkleidung inklusive Atemschutz berühren und auf gar keinen Fall länger als nötig Kontakt mit ihnen haben. Anschließend müssen Kleidung und Schuhe desinfiziert werden, außerdem muss man sich selbst einer Desinfektionsdusche unterziehen.

Man sollte hierbei jedoch unbedingt bedenken, dass nicht gleich jeder tote Singvogel im Garten auf das Konto der Vogelgrippe geht, denn Singvögel erkranken nur selten an dieser Virusinfektion, bisher ist nur Wassergeflügel betroffen!

Was ist, wenn man einen neuen Ziervogel kaufen möchte?
Eine wichtige Schutzmaßnahme ist, keine Ziervögel zweifelhaften Ursprungs zu kaufen! Dies bezieht sich vor allem auf besonders exotische Papageienarten, die oft illegale Wildfänge sind. Vögel, die in ihrem Ursprungsland ohne behördliche Genehmigung gefangen und dann unter schlechten hygienischen Bedingungen nach Deutschland geschmuggelt werden, kommen unterwegs nicht selten mit ebenfalls illegal eingeführtem, geschlachtetem Nutzgeflügel in Kontakt. So kann es zu einer Ansteckung der Ziervögel kommen, wie der Fall des in London gestorbenen Papageis gezeigt hat.

Wellensittiche werden normalerweise ausschließlich hier in Deutschland oder in unseren Nachbarländern gezüchtet. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie direkten Kontakt zu infizierten Vögeln haben, ist äußerst gering. Insbesondere dann, wenn man Vögel aus kleinen Hobbyzuchten kauft, stammen die Vögel aus einer reinen Wohnungshaltung. Auch Ziervögel aus Tierheimen stellen keine Gefahr dar, sie sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht an der Vogelgrippe erkrankt.

Kann man gefahrlos Grünfutter und Naturäste draußen sammeln?
In diesen Punkten scheiden sich die Geister. Fakt ist, dass das Virus bei einer Temperatur von 70 Grad Celsius abstirbt. Theoretisch hieße dies, dass man Naturäste sehr heiß abwaschen und anschließend bei etwa 80 Grad Celsius im Backofen gründlich trocknen lassen könnte (mindestens zehn Minuten). Damit sollten also an sich eventuell vorhandene Vogelgrippeviren abgetötet werden. So lautet zumindest die Theorie. Selbstverständlich besteht immer ein geringes Restrisiko, das aber auch beispielsweise dann besteht, wenn Kot eines infizierten Vogels an der Kleidung haftet und man diesen unbemerkt mit Ziervögeln in Kontakt bringt. Das heißt im Klartext: Das Risiko, dass sich Ziervögel über gründlich erhitzte Naturäste mit der Vogelgrippe infizieren, ist nicht gleich Null, aber es ist trotz allem sehr gering. Eine Alternative sind hier die Naturäste, die man im Zoofachhandel kaufen kann.

Grünfutter aus der Natur stellt für viele Vogelhalter einen wichtigen Bestandteil der täglichen Ernährung ihrer Vögel dar - zumindest während des Sommerhalbjahres. Es ist theoretisch möglich, dass ein infizierter Vogel seinen Kot auf die Futterpflanzen fallen lässt. An der Luft überleben die Viren nicht lange (eine genaue Zeit konnte die Verfasserin in der Literatur bedauerlicherweise nicht finden). Dennoch könnten rein theoretisch lebende Viren mit Futterpflanzen ins Haus gelangen.

Weil man Pflanzen nicht auf über 70 Grad Celsius erhitzen kann, ohne sie als Futter unbrauchbar zu machen, entfällt diese Desinfektionsmethode. Auch kann man Futterpflanzen nicht mit Desinfektionsmitteln waschen, sie würden für die Vögel gefährliche Giftstoffe aufnehmen und somit im schlimmsten Fall zu einer tödlichen Vergiftung führen.

Wer also Grünfutter, Beeren oder Wildgräser in der Natur sammelt, sollte sehr genau darauf achten, dass sich kein Vogelkot an den Pflanzen befindet. Vor dem Verfüttern sollte man die Pflanzen gründlich waschen, und zwar so heiß, wie es gerade möglich ist, ohne sie als Futter zu zerstören, sprich matschig werden zu lassen.

Möchten man ganz auf Nummer sicher gehen, sollte man Futterpflanzen auf der eigenen Fensterbank innerhalb der Wohnung ziehen. Bestens geeignet für die Fensterbankkultur sind beispielsweise Löwenzahn, Vogelmiere oder Kräuter wie Basilikum. Auch Golliwoog-Pflanzen kann man im Fachhandel beziehen und bedenkenlos verfüttern.

Darf man seine Vögel z. B. zum Tierarzt transportieren?
Wer in einer während eines Ausbruchs errichteten Sperrzone wohnt, darf keinen Vogel - egal, welcher Art er angehört - transportieren. Die einzige Ausnahme stellt die Fahrt zu einem Schlachtbetrieb dar, sofern es um den Transport von Nutzgeflügel geht. Dieses Transportverbot ist von der Regierung vorgeschrieben und es gilt wie gesagt in Sperrzonen, die als solche gekennzeichnet sind. In allen anderen Gebieten sind Transporte von Vögeln somit bis auf Weiteres erlaubt. Wer also beispielsweise in den Urlaub fahren und seine Wellensittiche zu einer Pflegestelle bringen möchte, der darf dies tun. Lediglich innerhalb von Sperrzonen dürfen Vögel nicht aus dem Haus transportiert und durch die Gegend gefahren werden.

Wie sich dieses Transportverbot auf einen nötigen Tierarztbesuch auswirkt, ist derzeit leider nicht bundesweit klar definiert. Wer in einer Sperrzone wohnt und einen kranken Wellensittich oder anderen Vogel zum Arzt bringen möchte, sollte sich nach den lokalen Vorschriften erkundigen. Zum Beispiel das zuständige Kreisveterinäramt kann hierzu Auskunft erteilen.

Links zum Thema

Zuletzt aktualisiert am 10. November 2016

 
 
Sämtliche Inhalte und Abbildungen auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Bilder-, Video-, Tondatei- und Textdiebstahl werden rechtlich verfolgt.