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  Home > Rettungsaktion: 43 Wellis in Not > Neues vom 24.7.2006 (Abschluss der Aktion)
     
  Liebe Vogelfreunde,

ich weiß gar nicht, wie ich es sagen soll. Seit 322 Tagen oder anders gesagt seit zehneinhalb Monaten habe ich auf diesen Moment gewartet. Darauf, Ihnen die folgende, wunderbare Nachricht zu überbringen:

Alle Vögel sind vermittelt!
Die Aktion ist abgeschlossen!

Nach so langer Zeit tut es einfach gut, das endlich schreiben zu können und es ist für mich das allerschönste Geburtstagsgeschenk. Als ich vor einigen Tagen erfuhr, dass alle Vögel ein neues Zuhause gefunden haben und sogar dorthin umgezogen sind, rannen mir die Freudentränen übers Gesicht. Eine zentnerschwere Last wurde mir vom Herzen genommen, denn ich habe mir für diese Vögel nichts sehnlicher gewünscht, als dass ihre Odyssee endlich ein Ende haben würde.

Zuletzt waren nur noch sechs Vögel nicht vermittelt, sie warteten in einer Pflegestelle in Kalletal bei Bielefeld auf ein neues Zuhause. Die Pflegerin hat sich monatelang liebevoll um die Vögel gekümmert, sie hat auch ziemliche Anstrengungen auf sich genommen, um Sternchen und Sam, Edda und Ian sowie Bonita und Dolores zum weit entfernten Tierarzt zu fahren, damit die sechs munteren Gesellen erneut auf PBFD getestet werden konnten. Bei allen fielen die Tests negativ aus, weshalb wir endlich mit der endgültigen Vermittlung beginnen konnten. Was hierbei im Detail alles schief gelaufen ist, können Sie im Bericht des VWFD-Vorstands Externer Link lesen, der im Vereinsforum veröffentlicht wurde.

Sternchen und Sam Während die Pflegerin der Vögel ihren wohl verdienten Sommerurlaub genoss, kümmerte sich ihre Freundin um die Wellensittiche. Zeitgleich erfuhren wir, dass der Vogelhalter, der sich vor Monaten als Interessent für Sam und Sternchen registrieren lassen hat, die Vögel nun doch nicht aufnehmen würde. Glücklicherweise waren die beiden Gefiederten außerordentlich geschickt, die Freundin der Pflegerin dermaßen um den Finger zu wickeln, dass sie sich Anfang Juli dazu entschied, dem niedlichen Paar ein endgültiges Zuhause zu geben. Sternchen und Sam leben nun also im Raum Bielefeld.

Edda und Ian Für Edda und ihren geliebten Ian war der 15. Juli 2006 der ganz große Tag. Zunächst fuhr die VWFD-Vorsitzende (im Vereins-Forum als Pinguin bekannt) von Dortmund nach Kalletal, um dort das hübsche Paar abzuholen. Wieder in Dortmund angelangt, traf sie die zukünftige Besitzerin der Wellis, eine Vogelfreundin aus Bottrop. Sie nahm ihre neuen Mitbewohner entgegen und brachte sie auf dem schnellsten Wege ins neue Zuhause, wo sie allerdings zunächst in Quarantäne bleiben. Wie mir die Vogelfreundin berichtete, unterhalten sie sich schon munter quer durch die Wohnung mit den anderen Wellis, die sie in Kürze kennen lernen werden. Edda und Ian erfreuen sich bester Gesundheit und sind sicher froh darüber, bald zu einem kleinen Vogelschwarm zu gehören.

Bonita Dolores Drei Tage später, also am 18. Juli 2006, war es auch für Dolores und Bonita so weit: Sie zogen zu einer Dame nach Bochum. Sie sind dort ebenfalls gut angekommen und sind kerngesund. Ihre neue Besitzerin war schon vor Monaten sehr an ihnen interessiert und hat die ganze Zeit geduldig darauf gewartet, dass die zwei hübschen Sittichdamen endlich zur Vermittlung freigegeben würden. Ich bin ihr sehr dankbar für ihr Durchhaltevermögen, denn ich kann mir vorstellen, dass es mitunter verlockend gewesen sein muss, einfach in der Zwischenzeit andere Vögel aufzunehmen, weil alles so lange gedauert hat. Aber die Vogelfreundin blieb standhaft und hielt zum Glück ihr Wort.

Am Ende möchte ich gern noch einmal eine kurze Zusammenfassung liefern. Von den ursprünglich 43 Wellensittichen, die wir am 6. September 2005 entgegen nahmen, sind leider zehn Vögel in den vergangenen Monaten aus dem Leben geschieden. Das Schicksal des liebenswerten Sam ist leider ungewiss, er ist vermutlich auch tot. Am 7. Juni 2006 entwischte er durch einen winzigen Spalt durch die Balkontür nach draußen und ist seitdem nicht mehr gesehen worden. Die verbliebenen 32 Vögel leben nun alle bei ihren neuen Besitzern, einige von ihnen schon seit vielen Monaten. Es geht ihnen gut und sie haben viele neue Freunde in den jeweiligen Vogelschwärmen gefunden.

Brunhilde Einziger Wermutstropfen: Bei der wilden Brunhilde wurde vor einigen Tagen ein Tumor im Bauchraum diagnostiziert. Sie hat mir seit ihrem Einzug in mein Vogelzimmer Ende des vergangenen Jahres sehr viel Freude bereitet und der Gedanke, sie bald hergeben zu müssen, fällt mir unendlich schwer. Aber das ist leider der Lauf der Dinge, fürchte ich. Vielleicht hat sie ja noch einige schöne Wochen oder Monate hier, denn so lange sie keine Schmerzen hat, darf sie selbstverständlich weiter mit ihren Freunden durch mein Vogelzimmer toben.

Abschließend bleibt mir nur noch eins zu sagen: Ohne all die Helfer und Vogelfreunde, die an der Aktion beteiligt waren, wäre es nicht möglich gewesen, den Vögeln ein Happyend zu schenken. Und all jene geretteten Wellis, die nicht mehr unter uns weilen, werden trotz alledem für immer einen Platz in meinem Herzen haben.

In Gedenken an die zehn tapferen Vögel
In Gedenken an zehn zauberhafte Vögel, die Opfer widriger Umstände
geworden sind und ihr Schicksal trotzdem tapfer getragen haben.

Essen, 24. Juli 2006

 
 
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