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  Home > Rettungsaktion: 43 Wellis in Not > Neues vom 25.10.2005
     
  Liebe Vogelfreunde,

Tierschutz ist mitunter eine frustrierende Angelegenheit. Seit Wochen arbeite ich gemeinsam mit den Essener Tierschützern und dem VWFD-Vorstand Externer Link fieberhaft daran, den leider nur noch 41 Wellensittichen zu helfen. Es hat zwischendurch viele Rückschläge gegeben, wir wissen leider nach wie vor nicht, ob die Vögel an PBFD und/oder der Französischen Mauser erkrankt sind oder nicht.

In der Zwischenzeit habe ich ständig überlegt, ob ich an dieser Stelle ein neues Kapitel verfassen und über die aktuelle Situation berichten soll. Aber immer wieder kam es zu neuen Verzögerungen, Rückschlägen und Problemen, was unter anderem daran lag, dass die beiden Vögel Harry und Benny gestorben sind. Ihr plötzlicher Tod hat alles ganz schön durcheinander geworfen.

Jetzt ist aber endlich abzusehen, dass es voran geht. Und deshalb möchte ich einen Überblick über die Geschehnisse der vergangenen Wochen geben. Wie ich am 6. Oktober 2005 berichtet habe, sind die Vögel Harry (Nummer 6) und Benny (Nummer 30) plötzlich und ohne Vorwarnung gestorben. Zum Schutz der anderen Vögel und um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir die sterblichen Überreste der armen Geschöpfe untersuchen lassen. Auf die Ergebnisse haben wir leider lange warten müssen und in dieser Warteperiode konnten wir nicht wie geplant weitermachen. Es hätte ja theoretisch sein können, dass die beiden Vögel an der schrecklichen Papageienkrankheit gestorben sind. Das war zum Glück nicht der Fall.

Das Untersuchungsergebnis besagt, dass Harry und Benny an einem Staphylokokken- und Streptokokkenbefall gestorben sind. Diese Krankheitserreger sind recht aggressiv und sehr wahrscheinlich im gesamten Vogelbestand vorhanden. Deshalb muss durch spezielle Hygienemaßnahmen (Desinfektion) die Infektionskette unterbrochen werden. Weil zu befürchten war, dass weitere Vögel erkranken würden, verschob sich der Termin für die Probenentnahme.

Kranke Vogeldame Leider war es in der Tat so, dass letzte Woche zwei Vögel auffällig wurden - die Wartezeit war also genau richtig! Nummer 38 war früher schon einmal krank und wirkte noch immer erschreckend dünn. Das Brustbein stand weit heraus, sodass wir einen sehr genauen Blick auf die Vogeldame warfen. Noch schlimmer traf es die Vogeldame mit der Nummer 24, denn sie erkrankte an einer Kropfentzündung. Weil sie kaum Federn hat, fror sie entsetzlich und ich habe mir große Sorgen um sie gemacht. Dank der tatkräftigen Unterstützung zweier Tierärzte und der Essener Tierschützer geht es ihr nun zum Glück wieder erheblich besser. Das Foto in diesem Absatz zeigt die Vogeldame.

Weil wir nun sicher sind, dass der Gesundheitszustand der Vögel wieder stabil genug ist, kann die Probenentnahme (Blut und Federn) in Kürze tatsächlich stattfinden.

Neben diesen Informationen habe ich auch noch Etliches über die Vögel selbst zu berichten. Unter den Sittichen hat sich ein neues Paar gefunden: Die beide fast komplett nackten Wellis Nummer 36 und Nummer 37 haben sich mächtig ineinander verliebt und turteln den ganzen Tag miteinander. Hier sind einige Fotos, die ich von dem gehandicapten Paar anfertigen konnte:

Nacktes Traumpaar    An deiner Schulter ...

Vogel 33 Durchwachsene Neuigkeiten gibt's von Vogel 33. Sein abgebrochener Oberschnabel ist sehr gut nachgewachsen und wird nun regelmäßig von einer Tierärztin gefeilt, damit er anatomisch korrekt weiter wächst. An dieser Stelle möchte ich der Tierärztin im Namen des Vogels ein ganz großes Dankeschön für ihre regelmäßige Schnabelpflege aussprechen! Leider scheint der vollständig befiederte Vogel aber trotz allem flugunfähig zu sein, denn sein linker Flügel ist schief. Weshalb das so ist, konnte die Tierärztin bisher nicht herausfinden. Sie vermutet eine unbehandelte Verletzung der Schulter im Kükenalter. Schade, dass vom damaligen Tierbesitzer das Problem nicht erkannt wurde, denn anderenfalls wäre Vogel 33 vermutlich einer der wenigen flugfähigen Sittiche aus der großen Truppe gewesen.

Der neu entdeckte Flieger: Vogel 17 Apropos flugfähig. Bei einem meiner Betreuungsbesuche habe ich festgestellt, dass Vogel 17 durch den geräumigen Käfig flog, und zwar ziemlich gut. Deshalb haben wir einen sehr genauen Blick auf ihn geworfen und festgestellt, dass der Vogelmann tatsächlich auch flugfähig ist. Er durfte daraufhin in die geräumige Voliere umziehen, in der die flugfähigen Vögel untergebracht sind. Dort wohnen außer ihm elf weitere Sittiche aus der Gruppe der 41 geretteten Wellis.

 

 

Bernhard und Bianca Anfang des Monats hatte ich über das kleine Drama rund um die beiden Vögel Nummer 1 und Nummer 2 berichtet: Die Dame ist flugfähig, der Herr nicht. Deshalb stand zu befürchten, dass wir diese Vögel nur schwer gemeinsam vermitteln können würden und sie deshalb lange auf ein neues Zuhause warten müssten. Und dann kam die erlösende Nachricht: Zwei Vogelfreunde aus meiner Nachbarstadt Mülheim an der Ruhr haben sich spontan dazu bereiterklärt, dem ungleichen Paar ein Zuhause in ihrem Vogelschwarm zu geben, sofern keine PBFD-Infektion vorliegt. Wir hoffen nun alle, dass die Vögel nicht an dieser Krankheit leiden und bald gemeinsam in ihr neues Zuhause ziehen können. Tanja und Christian, so heißen die beiden Vogelfreunde, haben den Vögeln kürzlich die Namen Bianca und Bernhard gegeben.

So, liebe Leute, nun wisst ihr, was in den vergangenen Wochen geschehen ist. Ich kann es ehrlich gesagt kaum noch erwarten, endlich die Untersuchungsergebnisse zu erfahren. An sich bin ich ein geduldiger Mensch, aber das langen Warten wird selbst mir langsam zu viel ... ;-)

Essen, 25. Oktober 2005

 
 
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