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  Home > Rettungsaktion: 43 Wellis in Not > Neues vom 6.12.2005
     
  Liebe Vogelfreunde,

wieder einmal haben sich die Ereignisse förmlich überschlagen. Eigentlich hatte ich Anfang dieser Woche versuchen wollen, für Paula und Lucy neue Besitzer zu finden, weil mir zwei Gesuche für je ein Wellensittichweibchen aus meiner Heimatstadt vorlagen. Aber daraus ist vorerst nichts geworden, denn eines der Gesuche hatte sich erledigt und die andere Kontaktperson habe ich bisher nicht erreichen können. Dummerweise haben wir alle zudem nicht mit dem nächsten Stolperstein gerechnet, den das Schicksal für unsere Vögel bereithielt: Ausgerechnet die beiden Vogeldamen erkrankten und mussten sich wiederholt heftig übergeben.

Die kranke LucyIch beschloss, die Vögel aus der Gruppe der PBFD-negativen Wellensittiche im Raum, den uns die Essener Tierschützer nach wie vor als Unterbringung für die Vögel zur Verfügung stellen, zu holen und hier bei mir in Quarantäne gesund zu pflegen. Deshalb fuhr ich heute zu den Vögeln und holte die beiden Patientinnen ab. Bevor ich sie mit nach Hause nahm, stellte ich sie der Tierärztin vor, die die Vögel seit langer Zeit betreut. Die Ärztin hält es zum Glück auch für eine wirklich gute Idee, die beiden Vögel nun unter ständiger Aufsicht zu pflegen und zu behandeln, in der Gruppe gingen sie ein ganz klein wenig unter.

Leider habe ich nichts Gutes über die Gesundheit der kleinen Patientinnen zu berichten. Lucy übergibt sich fortwährend, sie leidet laut der kürzlich eingetroffenen Abstrich-Untersuchungsergebnisse an einer Infektion mit E-coli-Bakterien. Bedauerlicherweise hat Lucy zudem einen entzündeten Fuß, der ihr sicher Schmerzen bereitet. Sie wiegt nur 33 Gramm, was kein stolzes Gewicht ist, obwohl sie von Natur aus ein eher zierlich gebauter Vogel ist. Das Foto oben rechts zeigt Lucy, wie sie vorhin ausgesehen hat.

Erschöpfte Paula Auch Paulas Darmflora ist alles andere als in Ordnung. Was mir bei ihr allerdings noch viel größere Sorgen bereitet, ist ihr angeschlagenes Herz-Kreislauf-System. Ihr Herzrhythmus ist so arg gestört, dass ich es selbst hören konnte, als ich mein Ohr an die Brust des Vogels hielt. Paula ist vorhin leider übelst kollabiert, ihr Schnabel war danach aschfahl, was ein typisches Merkmal von mangelnder Durchblutung infolge eines Herzfehlers ist. Ihre Atmung ist pumpend und sie wippt mit dem Schwanz, weil sie aufgrund der Kreislaufschwäche so sehr um Luft ringen muss. Ich werde Paula nun mit einem Mittel behandeln, das das Herz-Kreislauf-System stabiliseren und unterstützen soll.

Dieser Herzfehler hat für Paula eine gravierende Konsequenz: Sie kann nur in allernächste Nähe, also vorzugsweise nach Essen, vermittelt werden. Autotransporte, die länger als einige Minuten dauern, überanstrengen sie zu sehr und würden sie sehr wahrscheinlich umbringen.

Wir, also das Vermittlungs-Team des VWFD Externer Link, haben einen Entschluss gefasst: Bevor Lucy und Paula nicht ganz gesund sind, werden keine weiteren Vermittlungsverhandlungen geführt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nicht abzusehen, wie weit sich die beiden Vogeldamen überhaupt wieder erholen werden. Frühestens in zehn Tagen, wenn die antibiotische Therapie voraussichtlich beendet sein wird, können wir weitere Prognosen wagen. Ansonsten bleibt uns nicht viel mehr übrig, als das Beste für unsere beiden Schützlinge zu hoffen. Ich werde sie nach bestem Wissen und Gewissen päppeln, damit sie bald zu Vogelfreunden mit einem Herz für Vögel aus dem Tierschutz ziehen können.

Apropos Vermittlungsvögel. Heute hat mich die neue Besitzerin der beiden PBFD-positiven Vögel angerufen. Es geht Sam und Fluse, die früher Morani hieß, in ihrem neuen Zuhause sehr gut. Auch die anderen PBFD-positiven Vögel fühlen sich in ihren Pflegestellen sehr wohl. Gute Neuigkeiten gibt es auch von Murphy, Moira und Erin, deren Quarantäne im neuen Zuhause bald aufgehoben wird, und dann dürfen sie ins Vogelzimmer einziehen und dort mit vielen (zum Teil ebenfalls gehandicapten) Artgenossen rumtoben.

Finchen gewöhnt sich auch von Tag zu Tag besser in ihrem neuen Zuhause ein, habe ich heute erfahren. Sie prügelt sich manchmal ein wenig mit Gwenny um die höchsten Sitzplätze im Käfig, aber das ist ja normal unter Wellensittichen. Bianca und Bernhard, die vor einigen Tagen vermittelt worden sind, geht es in ihrem neuen Zuhause ebenfalls prächtig, auch Brunhilde durfte nach langer Quarantäne endlich in ihrem neuen Zuhause einziehen: In mein Vogelzimmer. Auf meiner Homepage ist sie noch nicht offiziell erwähnt, weil mir momentan die Zeit für eine Aktualisierung in diesem Bereich der Website fehlt. Lieber kümmere ich mich um die verbliebenen, noch nicht vermittelten Vögel, allen voran Lucy und Paula. Selbstverständlich werde ich über sie und die anderen Vögel an dieser Stelle auch weiterhin regelmäßig berichten.

Essen, 6. Dezember 2005

 
 
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