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  Home > Rettungsaktion: 43 Wellis in Not > Bernhard erzählt aus seinem neuen Leben
     
  Bernhard Hallo, ich bin der Bernhard!

Ich kam ursprünglich aus Dortmund, wo ich bei einem sehr alten Mann ein nicht so ganz tolles Leben hatte. Er war schon zu alt, um sich richtig um uns zu kümmern. Viele von uns sind krank geworden, mir ging es auch nicht so besonders gut. Dann aber endlich kamen uns Tierschützer zu Hilfe und haben uns aus der Wohnung rausgeholt. Sie haben uns draußen erstmal mühselig beguckt, denn viele meiner Freunde waren sehr krank und wir sind alle nach der Reihe von so einem komischen Ding angeblitzt worden.

Dann wurden wir in einen komischen rollenden Kasten gesteckt und zum Arzt und dann in einen Quarantäneraum gebracht. Das war so: Als wir uns also vom ersten Schreck erholt hatten, wurden wir schon wieder alle aus den Käfigen geholt und sind untersucht worden. Danach kamen wir schon wieder in neue Käfige, die waren aber total sauber und es gab super viel Futter. Trauriger war aber, dass ich von meiner Bianca getrennt war, denn sie war in einer großen Voliere und ich nicht, da ich nicht fliegen kann.

Bernhard beim Essen Jetzt konnte ich mich mal richtig satt essen und mich von dem ganzen Stress erholen. Wir wurden dann noch mehrere Male von Tierärzten untersucht, die haben uns ganz schön gequält. Die haben uns Federn raus gezogen und gepiekst, das war ganz schrecklich. Danach hatte ich ganz schöne Schwierigkeiten, mich davon zu erholen. Ich hab mich ja mit Flügeln und Schnabel gewehrt, ich hatte aber keine Chance. Als ich wieder losgelassen wurde und wieder fressen durfte, ging es mir schon nach ein paar Tagen wieder besser.

Nach mehreren Tagen Ruhe kamen die nicht-gefiederten Freunde rein und fingen an, uns zu sortieren. Ich glaube, viele meiner Freunde waren schwer krank. Bianca und ich wurden endlich für gesund befunden. Da dauerte es auch nicht lange und wir wurden von zwei ungefiederten Leuten, die sich Tanja und Christian nannten, abgeholt. Die erkannte ich, die waren beim Sortieren auch dabei.

Also kamen Bianca und ich wieder in einen neuen Käfig und mussten schon wieder mit so einem rollenden Ding transportiert werden, es sollte nach Mülheim gehen, hat man uns gesagt. Als wir ankamen, haben wir gehört, dass hier schon einige Wellensittiche und zwei Katharinasittiche leben, aber wir mussten erst in einem anderen Raum untergebracht werden.

Wir sollten zwei Wochen in diesem Raum bleiben, aber nachdem wir so laut geschrieen haben und die beiden ihre Wellis kaum noch unter Kontrolle halten konnten, durften wir nach einer Woche schon in den anderen Raum, aber wir mussten trotzdem in dem Käfig bleiben. Nachdem wir stark randaliert haben, waren die beiden Federlosen endlich einsichtig und haben uns aus dem Käfig gelassen.

Bernhard mit den Katharinasittichen Hier ist es richtig toll, so viele neue Freunde und fressen, so viel man will. Hier kann ich ganz hoch klettern und auch ganz bis zum Boden, manchmal rutsche ich auch mal ab und falle runter. Seit aber meine Flügelfedern wieder richtig wachsen, nehme ich einfach Anlauf und schmeiße mich in den Raum hinein. Das macht richtig Spaß, manchmal lande ich sogar auf der Couch.

Hier gibt es auch sehr viele tolle Sachen zu fressen wie zum Beispiel sehr viel frisches Obst und Gemüse, Hirse, selbst gemachte Kräcker und vor allem Nudeln, für die ich alles tun würde. Seit ich hier bin, bin ich nur am essen und am schlafen, aber manchmal ärgere ich auch die Katharinensittiche, die regen sich immer so künstlich auf. Obwohl ich da jetzt auch vorsichtig geworden bin, die sind Stunden später immer noch genervt, echt nachtragend sind die beiden ...

Meine liebe Bianca Ich bin aber auch mal ganz gerne alleine und ab und zu schmuse ich auch mal mit Motte, meine kleine Bianca ist ja leider verstorben. Sie ist friedlich beim Fressen eingeschlafen, es kam von jetzt auf gleich. Zwischendurch gehe ich auch mal bei Christian und Tanja auf dem Arm, aber nur dann, wenn sie etwas zum Fressen haben, vor allem, wenn sie Nudeln haben. Wenn ich könnte, würde ich dafür auf den Teller fliegen, versucht habe ich es schon.

So, das war meine kleine Geschichte, ich hoffe, ich werde hier alt!

Piep, piep, Bernhard hat Euch lieb, Ciao.

 

 

 

 

 

 

 

Autoren des Textes: Tanja und Christian Spielhoven, 17.2.2006

Nachtrag: Am 27. Juli 2006 versetzte irgendetwas Bernhard so sehr in Panik, dass er einfach losflog und einer Kante nicht mehr ausweichen konnte. Leider kam für ihn nach dem Genickbruch jede Hilfe zu spät. Nun ist seine Seele hoffentlich wieder mit der seiner geliebten Bianca vereint.

 
 
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