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  Home > Rettungsaktion: 43 Wellis in Not > Die Geschichte über Erin, Moira und Murphy
     
  Murphy Mein ganzes Leben lang standen Tiere für mich immer im Mittelpunkt und die Arbeit im Tierschutz ist für mich die beste Möglichkeit den Tieren Danke für ihre Anhänglichkeit, Treue und Liebe zu sagen, die sie mir zuteil werden lassen.

Als am 6.9.2005 der Anruf meiner Freundin Gaby kam, dass es galt, etwa 30 Wellensittiche aus schlechter Haltung zu befreien war klar, dass ich meine Hilfe anbot. Gemeinsam fuhren wir also los, um die armen Pieperchen abzuholen und sie zunächst zu eine Pflegestelle zu fahren, wo sie untersucht, gepflegt und dann weitervermittelt werden sollten.

Vor Ort angekommen stellte sich heraus, dass es sich nicht "nur" um 30, sondern gleich um 43 Wellensittiche handelte, die sich in einem extrem schlechten Zustand befanden. Das drei dieser armen Kerlchen später den Weg in mein Vogelzimmer finden würden, stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Doch wie das eben so ist, "verliebte" ich mich in die zwei Nackedeis, die jetzt die Namen Dagobert und Eve tragen. Ich hätte sie gerne aufgenommen, doch da sich nach mehreren Untersuchungen leider herausstellte, dass sie an PBFD leiden, musste ich von diesem Vorhaben Abstand nehmen, um meine eigenen Vögel nicht zu infizieren. Das die beiden immer noch kein endgültiges Zuhause gefunden haben, tut mir in der Seele weh und es wäre mein größter Wunsch, dass die zwei jetzt schnell ein Heim bei tierlieben Menschen finden, die entweder keine Vögel haben und sich der Verantwortung bewusst sind oder aber selbst PBFD im Bestand haben und sie aufnehmen können.

Moira Nachdem feststand, dass ich Dagobert und Eve nicht adoptieren konnte, schlug mir Gaby vor, statt ihrer ein Vogelpärchen aufzunehmen, für das es bislang keine Interessenten gab. Ich sagte zu. Allerdings gab es da auch noch ein partnerloses Vogelmädchen, für das sich auch niemand interessierte. Also adoptierte ich sie gleich mit. Schließlich sind doch alle guten Dinge drei. Die drei Pieper, ein flugfähiger blau-grauer Wellihahn, der bei mir den Namen Murphy erhalten hat, seine blau-graue Henne, nun Moira, und die grüne schwanzlose Erin zogen also bei mir ein.

Da die Pieper in der Pflegestelle gegen Kokken behandelt worden waren, kamen sie erst einmal zur Quarantäne ins Dachgeschoss, wo sie etwa zwei Wochen zur Beobachtung bleiben sollten. Eines Abends, als ich von der Arbeit nach Hause kam, fand ich im Dachgeschoss einen leeren Käfig vor. Die drei Pieper hatten sich "dünne" gemacht. Schon in der Pflegestelle waren einige der Vögel durch ihre Ausbruchskünste berühmt, berüchtigt. Wie es schien, hatte ich also drei Ausbrecherkönige erwischt.

Murphy flog seine Runden im Dachgeschoss, Moira lief aufgeregt herum. Beide ließen sich relativ schnell wieder einfangen und in ihren Käfig verfrachten. Aber wo zum Kuckuck war Erin? Nachdem ich im Dachgeschoss alles abgesucht hatte und sie nirgends finden konnte, war ich schon ziemlich aufgeregt. Verflixt, wo war die kleine Wachtel nur geblieben? Schließlich fand ich sie im Wohnzimmer im Erdgeschoss wieder. Die Kleine hatte zwei Treppen überwunden und war flughopsend durch das gesamte Haus auf Entdeckungstour gegangen.

Erin Na warte, Du Huhn! Zum Glück war ihr nichts passiert. Nach diesem Ausflug habe ich den Rackern dann den Spaß vermiest und sie in einen Fort-Knox-ähnlichen Käfig gesetzt, wo sie den Rest ihrer Quarantäne-Zeit "verbüßen" mussten. ;-)

Als sie dann endlich ins Vogelzimmer umziehen durften, gab es kein Halten mehr. Murphy flog ausgiebig herum und probierte alle Schaukelmöglichkeiten aus. Moira und Erin gingen zu Fuß das Vogelzimmer ab und inspizierten alles. Da die Käfige den Tag über immer offen stehen, toben die drei mit den restlichen 19 Wellis und 2 Nymphies den ganzen Tag herum. Sämtliches Obst, Gemüse und Grünzeug wird untersucht, probiert und vernichtet. Und Erin hat sich den flotten Flieger Toby als Freund angelacht. Wer hätte gedacht, dass die kleine Zicke sich den beliebtesten Hahn im Schwarm angelt?

Alles in allem hat sich das "Trio Infernale" gut eingelebt und scheint sich auch wohl zu fühlen. Was gibt es schöneres?

 

 

 

 

 

 

 

Autorin des Textes: Stefanie Kranjc, 19.2.2006

Nachtrag: Am 19. Oktober 2006 starb Erin ganz plötzlich, nachdem sie tags zuvor ein wenig schlapp gewirkt hatte. Etwas mehr als zwei Jahre später, am 19. November 2008, starb leider auch Moira.

 
 
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