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Viele Vogelhalter haben eine Wohnung oder ein Haus mit Balkon, manche haben sogar eine Terrasse oder einen Garten. Wir Menschen halten uns im Sommer gern im Freien auf. Es verwundert deshalb nicht, dass bei manchem Tierbesitzer der Wunsch aufkommt, diese schöne Erfahrung auch den normalerweise nur im Haus gehaltenen Ziervögeln zu gönnen. Dies ist eine sehr gute Idee. Allerdings sollten bei deren Umsetzung einige Regeln beachtet werden, damit die Tiere vom Aufenthalt an der frischen Luft tatsächlich profitieren.

Was ist so gut daran, Vögel nach draußen zu lassen?
Sofern die Witterungsverhältnisse es zulassen und sie nicht zu extrem für an die Wohnungshaltung gewöhnte Vögel sind, tut den Tieren die vorübergehende Außenhaltung sehr gut. Die frische Luft ist ausgesprochen gesund, denn in Häusern sind Ziervögel ständig der typischen Raumluft ausgesetzt, die recht staubhaltig sein kann. Sie enthält einerseits Hausstaub und andererseits jenen Staub, den die Tiere selbst verursachen. Draußen werden ihre Lungen und Luftsäcke mit staubärmerer und sauerstoffreicher Luft versorgt. Das kann zu einer Kräftigung der Atmungsorgane und zu einer Stärkung des Immunsystems beitragen, weil der Körper optimal mit Sauerstoff versorgt wird.

Auch die direkte Sonnenstrahlung ist gut für Ziervögel. Viele Arten brauchen direktes Sonnenlicht, um eine gesunde Haut und ein kräftiges Gefieder zu entwickeln. Viele Lebewesen - so auch wir Menschen - benötigen zudem die UV-Strahlung der Sonne, um bestimmte Vitamine im Körper überhaupt erst bilden zu können. Ständig im Haus gehaltene Vögel sind deshalb im Nachteil, weil nur ein geringer Teil der natürlichen UV-Strahlung Fensterscheiben durchdringen kann. Bei der ausschließlichen Vogelhaltung im Haus sollten aus diesem Grund spezielle Vogellampen mit UV-Anteil verwendet werden.

Die Temperatur muss stimmen
Vögel, die es gewohnt sind, ausschließlich im Haus zu leben, sollten nicht zu früh im Jahr an die frische Luft gebracht werden. Die Außentemperaturen sollten mindestens zwölf, besser 15 Grad Celsius betragen. Zudem ist es keine gute Idee, im Hochsommer bei extrem heißen Temperaturen Vögel plötzlich nach draußen zu bringen, die daran gewöhnt sind, in einem klimatisierten Zimmer zu leben. Ein zu großer Temperaturunterschied ist gewissermaßen ein "Klimaschock". Er kann für das Immunsystem der Tiere enormen Stress bedeuten. Deshalb sollten Vögel, die zuvor noch nicht nach draußen gebracht worden sind, bei Temperaturen über 30 Grad Celsius lieber nicht mit ins Freie genommen werden.

Der richtige Käfig- oder Volierenstandort
Draußen sollte der Käfig oder die Voliere so aufgestellt werden, dass die Vögel vor starkem Wind und peitschendem Regen geschützt sind. Auch zu starke Sonneneinstrahlung, die permanent andauert, kann schädlich sein. Man sollte einen Platz wählen, an dem die Tiere ein wenig Schatten in ihrer Unterbringung finden, aber auf ihren eigenen Wunsch auch ein sonniges Plätzchen aufsuchen können. Eine Wand im Rücken ist für die Vögel gut, denn das lässt ein Gefühl von Sicherheit aufkommen. Steht der Käfig oder die Voliere so, dass von allen vier Seiten ein freier Blick möglich ist, kommen sich die Tiere schutzlos und im wahrsten Sinne des Wortes wie auf dem Präsentierteller vor und leiden unter der Situation.

Achten Sie unbedingt darauf, dass keine Katzen oder andere Säugetiere, die Vögel jagen und fressen, Zugang zum Käfig oder zur Voliere haben. Einen am Gitter empor kletternden Wellensittich zieht so mancher Fressfeind problemlos mit den Krallen zu sich - diese meist tödliche Erfahrung möchten Sie Ihren Vögeln sicher ersparen.

Wohnen Vogelhalter in einer eher ländlichen Umgebung, leben in der näheren Umgebung wahrscheinlich viele Greif- und Rabenvögel. Diese Tiere bereiten Wellensittichen und anderen Ziervögeln häufig große Angst, wenn sie am Himmel entlang fliegen. Aus diesem Grund sollte bei der Wahl des Standortes für den Käfig oder die Voliere im Freien darauf geachtet werden, dass die Ziervögel nicht ständig Greif- und Rabenvögel am Himmel sehen können. Ein paar Äste eines belaubten Baumes über dem Käfig wirken Wunder! Aber: Ganz wird es sich wohl nicht vermeiden lassen, dass die Ziervögel im Freien gelegentlich einen Fressfeind erblicken. Doch ein kleiner Schreck hin und wieder schadet gesunden Ziervögeln in aller Regel nicht. Allerdings sollte es nicht ständig geschehen, weil sich die Vögel ansonsten bald sehr unwohl fühlen und ihre Gesundheit unter dem Dauerstress leidet.

Käfig und Voliere unbedingt ausbruchsicher gestalten
Es gibt einige typische Schwachstellen, durch die es Wellensittichen und anderen Ziervögeln gelingen kann, aus einem Käfig oder einer Voliere auszubrechen. Überprüfen Sie den Sitz des Türchens: Arbeitet der Schließmechanismus einwandfrei oder ist er vielleicht ein wenig zu leichtgängig? Ist Letzteres der Fall, sollten Sie das Käfig- oder Volierentürchen im Freien unbedingt zusätzlich sichern. Hierfür eignet sich beispielsweise ein kleines Vorhängeschloss. Aber Achtung: Die Vögel sollten das Schloss nicht benagen können, denn solche Schlösser sind oft zinkhaltig, weshalb beim Beknabbern die Gefahr einer Zinkvergiftung bestehen könnte.

Von seitlich in den Käfig oder die Voliere eingehängten Futternäpfen geht eine große Gefahr aus. Sie werden meist durch Kunststoffklemmen von außen gehalten, die mit der Zeit locker werden oder sich lösen können, wenn ein Vogel von innen kräftig dagegen schlägt. Dies kann geschehen, wenn ein Tier plötzlich in Panik gerät und umherflattert, weil es beispielsweise einen Greifvogel am Himmel gesehen hat. Fällt der Napf herunter, entsteht eine Öffnung, durch die ein Entfliegen möglich ist. Oder aber die Vögel lernen, wie sie durch geschicktes Hebeln den Schließmechanismus lösen, siehe Video. Verwenden Sie deshalb lieber Näpfe, die Sie im Inneren des Käfigs am Gitter befestigen. Verschließen Sie die seitlichen Öffnungen gut, zum Beispiel mit Kabelbindern.

Auch in geöffnete Käfigtürchen eingehängte Badewannen sind alles andere als sicher. Sie können von einem panisch flatternden Vogel ebenso leicht heruntergeworfen werden wie von einem Menschen, der am Käfig entlang geht und versehentlich hängen bleibt. Durch die frei werdende Öffnung können Ziervögel dann rasch ins Freie entkommen. Verwenden Sie zur Sicherheit draußen keine solchen Badewannen zum Einhängen in den Käfig.

Vögel im Sommer dauerhaft draußen halten?
Bei manchen Vogelhaltern kommt der Wunsch auf, Wellensittiche oder andere Ziervögel den ganzen Sommer über draußen zu halten. Sie meinen es gut und stellen dann womöglich den Käfig auf den Balkon oder lassen die Voliere auf der Terrasse stehen. Dabei bedenken sie aber meist eines nicht: Den Vögeln fehlt es dann an Bewegung. In einem normalen Käfig oder einer gängigen Voliere ist nicht genügend Platz zum richtigen Austoben und Fliegen. Die Tiere sollten entweder in einer sehr großen Freiflugvoliere im Garten untergebracht werden (am besten mit Schutzhaus für weniger schöne Tage, siehe Beispiel: Welli-Villa Externer Link), oder aber sie sollten täglich stundenweise ins Haus geholt werden, um dort Freiflug zu erhalten.

Außerdem muss dafür gesorgt werden, dass die Vögel in ihrem Käfig oder ihrer Voliere nachts vor Katzen, Mardern und anderen Fressfeinden sicher sind. Auch auf einen Balkon können manche dieser Fressfeinde gelangen.

 
 
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