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Flirtendes Wellensittichpaar Wellensittiche einzeln zu halten, ist nicht artgerecht, was inzwischen glücklicherweise viele Menschen wissen und berücksichtigen. Wer ein Pärchen bestehend aus Weibchen und Männchen oder gar einen kleinen gemischtgeschlechtlichen Schwarm hält, wird irgendwann wahrscheinlich damit konfrontiert, dass die Wellensittiche in Brutstimmung geraten. Bei dieser Vogelart geschieht dies sehr leicht, und spätestens wenn die ersten Eier gelegt wurden, muss darüber nachgedacht werden, wie es weitergehen soll.

Falls die Vögel brüten dürfen, ist für eine an diese kräftezehrende Lebensphase angepasste Ernährung ebenso zu sorgen wie für einen artgerechten Nistplatz; bei Wellensittichen ist das meist ein handelsüblicher Nistkasten. Weil manche Wellensittichweibchen große Gelege mit bis zu acht Eiern produzieren, stellt sich unter Umständen die Frage, ob so viel Nachwuchs überhaupt erwünscht ist. Oder ob überhaupt Jungtiere großgezogen werden sollen. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, sich mit der Fortpflanzungsbiologie der Wellensittiche zu beschäftigen und basierend darauf die Familienplanung anzugehen.

Wellensittichweibchen mit Kunststoffeiern Wellensittiche sind von Natur aus gewissermaßen so "gemacht", dass sie jede sich bietende Gelegenheit zur Fortpflanzung nutzen, sobald die Bedingungen passen. In ihrer australischen Heimat ist das nicht oft der Fall. Sie brauchen genügend Wasser und Wildgräser im richtigen Reifestadium, um ihren Nachwuchs großzuziehen. Außerdem müssten Nistplätze, also Baumhöhlen, vorhanden sein. Da die Vögel in eher lebensfeindlichen, trockenen Gegenden leben, ziehen sie quasi dem Regen hinterher und schreiten zur Brut, sobald sich irgendwo die Möglichkeit dazu bietet.

In Menschenobhut gehaltene Wellensittiche leben - sofern der Halter sie nicht völlig vernachlässigt - immer in einem Umfeld, das für sie ideale Brutbedingungen bietet: Es gibt jeden Tag Körnchen und idealerweise Grünfutter, außerdem ist ständig frisches, sauberes Wasser verfügbar. Und was Nistplätze angeht, sind die Vögel sehr kreativ, falls keine Nistkästen angeboten werden. Fast alle als Heimvögel gehaltenen erwachsenen Wellensittiche sind deshalb quasi permanent in Brutstimmung. Insbesondere für die Weibchen kann dies mit gesundheitlichen Problemen verbunden sein. Zusammengefasst lässt sich demnach sagen, dass in der Mehrheit der Fälle die normale Haltung der Wellensittiche so ist, dass der Bruttrieb der Vögel permanent angeregt wird.

Wellensittiche bei der Paarung Jenen Haltern, die Vögel züchten möchten, fällt die Entscheidung meist leicht. Sie lassen ihre Tiere Nachwuchs großziehen und erfreuen sich daran, dieses Wunder des Lebens mitzuerleben. Wer sich dagegen entscheidet, sollte den Wellensittichen aber nicht einfach die Eier wegnehmen, weil das Gelege nach einem Verlust erneuert wird. Das heißt, die Weibchen legen wieder und wieder neue Eier, was für sie zu einer enormen körperlichen Belastung werden kann. Deshalb sollten die echten Eier entweder sterilisiert oder durch Kunststoffeier ersetzt werden. Denn ein Detail ist ganz entscheidend: Wellensittiche, die in Fortpflanzungsstimmung sind und Eier legen, die sich aus Sicht des Halters jedoch nicht in Küken entwickeln sollten, sollten trotzdem brüten dürfen. Dabei heißt Brüten, dass die Weibchen die Eier wärmen. Wenn sie sterile Eier oder Kunststoffeier bebrüten, wird gewissermaßen ihr Bruttrieb befriedigt, der ein Teil des Fortpflanzungstriebs ist. Wenn aus den Eiern nach einiger Zeit keine Küken schlüpfen, geben viele Weibchen auf und legen keine weiteren Eier.

Legt ein Wellensittichweibchen sehr viele Eier, dann schlüpfen im Idealfall entsprechend viele Jungvögel, für die man später eine Unterbringung finden muss. Das ist nicht unbedingt einfach, wenn beispielsweise acht Eier im Nest liegen. Zur Familienplanung kann es deshalb auch gehören, die Anzahl der auszubrütenden Eier zu regulieren. Hat ein Weibchen zum Beispiel acht Eier gelegt und man möchte das Tier nur vier Junge großziehen lassen, sollten vier Eier jeweils unmittelbar nach dem Legen entweder sterilisiert oder durch Kunststoffeier ersetzt werden.

Bitte warten Sie nicht zu lange, denn schon kurze Zeit nach dem Legen entwickeln sich in bebrüteten Eiern Embryonen. Wie viele diese beim Absterben spüren, wenn die Eier entfernt werden und auskühlen, ist ungewiss. Deshalb sollte aus ethischen Gründen vermieden werden, sich entwickelnde Embryonen absichtlich im Ei absterben zu lassen. Spätestens 12 bis 24 Stunden nach dem Legen des jeweiligen Eis sollte es demnach ausgetauscht oder sterilisiert werden.

 
 
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