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  Sachtext von Stefanie Kranjc

Rosaflamingo im Porträt Um die Problematik "Augenerkrankungen" bei Vögeln in ihrer vollen Tragweite einordnen zu können, ist es notwendig, sich vorab mit dem Aufbau des Vogelauges zu beschäftigen. Die Abbildung rechts zeigt einen Rosaflamingo (Phoenicopterus ruber) im Porträt, auf dem sein helles Auge gut zu erkennen ist.

Vögel sind "Augemenschen" und erleben ihre Umwelt in hohem Maße über die visuelle Wahrnehmung. Daher ist es für die Tiere im wahrsten Sinne des Wortes (über-)lebenswichtig, ihre Umgebung "im Auge" zu behalten. Dies gilt nicht nur für die in Australien in Freiheit lebenden Verwandten der hier zu Lande gehaltenen Stubenwellensittiche. Auch andere domestizierte Vögel sowie die meisten in aller Welt vorkommenden Wildvögel sind in ihrem Alltag auf funktionstüchtige, gesunde und scharfe Augen angewiesen.

Im Vergleich zu den Augen der Säugetiere, zu denen auch der Mensch gehört, ist das Vogelauge deutlich größer. Der sichtbare Teil des Vogelauges erscheint relativ klein, das täuscht jedoch über die tatsächliche Größe des Augapfels hinweg. Im Schädel eines Vogels nehmen die Augen mehr Platz ein als dessen gesamtes Gehirn, sie sind nur durch eine dünne Scheidewand voneinander getrennt.

Die geringe Flexibilität der Augäpfel wird durch eine hohe Beweglichkeit des Kopfes ausgeglichen. Beim Wellensittich sowie bei den meisten anderen Vogelarten liegen sie seitlich angeordnet im Schädel. Im Zusammenspiel mit der hohen Kopfbeweglichkeit ist es den Vögeln so möglich, ihre Umgebung nahezu im 360°-Winkel zu beobachten. In der freien Wildbahn erblicken Vögel somit einen sich von hinten anschleichenden Feind meist rechtzeitig, um vor ihm fliehen zu können.

Spixguan mit fast geschlossener Nickhaut Zusätzlich zu den oberen und unteren Augenlidern verfügen Vögel über ein drittes Augenlid, das Nickhaut genannt wird und aus einem empfindlichen, dünnen Häutchen besteht. Bei vielen Vogelarten schließt sich diese Nickhaut seitlich, also beispielsweise vom vorderen Kopfteil aus zum hinteren. In der Abbildung rechts ist ein Spixguan (Penelope jacquacu) zu sehen, dessen auf den Betrachter gerichtetes Auge fast gänzlich von der Nickhaut verschlossen ist, wobei das obere und untere Augenlid jedoch geöffnet sind.

Linktipp: Einige Erfahrungsberichte und Tipps für Halter gehandicapter Wellensittiche bietet Jasmin Störk auf ihrer Webseite Externer Link.

 
 
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