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  Blinder Vogel Vögel sind meist normalerweise lebensfrohe Wesen, die voller Tatendrang und Entdeckungsfreude stecken. Blinde Vögel wirken hingegen oft träge, was meist nicht daran liegt, dass sie unter Schmerzen leiden. Viel mehr ist diese Trägheit ein Zeichen für Langeweile, der man mit ein wenig Ideenreichtum und Geschick entgegenwirken kann.

Wie blinde Menschen verstärkt sich auch bei sehbehinderten Vögeln die Leistung der verbliebenen Sinne. Deshalb ist es wichtig, den Tastsinn, den Geschmackssinn und auch das Gehör anzuregen.

Achtung:
Vom Training des Gleichgewichtssinns von Vögeln mit schweren Sehbehinderungen oder vollständiger Blindheit sei hingegen dringend abgeraten, denn alle wackeligen Konstruktionen bergen für die Tiere extreme Unfallrisiken!

Bei der Haltung meiner blinden Vögel habe ich ausgesprochen gute Erfahrungen mit einer Art "Abenteuerspielplatz" gemacht. An einem nicht wechselnden Ort, den der blinde Vogel möglichst aus eigener Kraft ohne fliegen zu müssen erreichen können sollte, kann man Spielzeuge aus unterschiedlichen Materialien bereitstellen. Raschelnde Gegenstände und Futtermittel, zum Beispiel Haferrispen, finden meist großen Anklang, wenn die Vögel das Rascheln erst einmal kennen. Anfangs erschrecken sie mitunter, was sich aber in aller Regel bald legt.

Auch verschieden hartes oder weiches Material zum Benagen und Rollen (mit dem Schnabel vor sich her Schieben) wird von blinden Vögeln sehr gern angenommen. Beispielsweise kann man aus Macrameeband (Jutegarn) feste Kugeln gebastelt, die keine losen Enden oder Schlingen aufweisen sollten (Unfallgefahr!). Auch aus Bast lassen sich raschelnde Kugeln basteln. Baumwollzöpfe, wie sie im Fachhandel erhältlich sind, regen die Sinne der Vögel auf vielfältige Weise an. Korkrinde wird nicht gern nur zum Benagen benutzt, sondern auch als bequemer Platz zum Ausruhen. Halbrunde, offene "Höhlen" stellen einen angenehmen Rückzugsort dar, an dem sich blinde Vögel in aller Regel sehr wohl fühlen, siehe Foto ganz oben. Bei blinden Weibchen besteht allerdings das Risiko, dass diese Höhlen den Bruttrieb anregen!

Gut ist es ferner, im Spielzeug Futter zu verstecken. Wenn ein gehandicapter Vogel beim Spielen hin und wieder plötzlich beispielsweise irgendwo ein kleines Stück Kolbenhirse aufspürt, wird ihm das Entdecken seiner Umwelt umso mehr Spaß bereiten.

Leider liegt es am Vogel selbst, welche Spielzeuge und -plätze er annimmt und welche nicht; der Tierhalter hat nur wenig Einfluss darauf. Bedauerlicherweise ziehen es einige blinde Vögel vor, sich zu langweilen, anstatt das Spielzeug anzunehmen. Hier hilft nur Geduld weiter, denn zu seinem "Glück" zwingen sollte man einen blinden Vogel niemals!

Linktipp: Einige Erfahrungsberichte und Tipps für Halter gehandicapter Wellensittiche bietet Jasmin Störk auf ihrer Webseite Externer Link.

 
 
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