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  Gehandicapte Vögel, die sich aufgrund eines Beinleidens nicht sicher auf Stangen und Ästen halten können, stürzen gelegentlich auf den Käfig- oder Volierenboden. Dasselbe gilt für flugunfähige Vögel, wenn sie aus irgendeinem Grund das Gleichgewicht verlieren und mit den Füßen keinen Halt mehr finden. Auch im Freiflugzimmer können vor allem flugunfähige Vögel abstürzen. Harte Bodenbeläge stellen für sie eine Gefahrenquelle dar, die man mit ein paar Handgriffen jedoch entschärfen kann. In diesem Kapitel werden verschiedene Möglichkeiten für die Polsterung des Bodens in Käfigen, Volieren und im Freiflugzimmer beschrieben.

Polsterung des Käfigbodens
Damit sich gehandicapte Vögel bei Stürzen in ihrem Käfig nicht verletzen, kann man mit wenigen Hilfsmitteln einen Umbau vornehmen. Man benötigt ein Stück Luftpolsterungsfolie (im Baumarkt als Meterware erhältlich), eine Holzplatte, gegebenenfalls Watte und außerdem ein wenig Klebeband sowie Küchentücher von der Rolle.

Gepolsterte Holzplatte Die Holzplatte muss so zurecht gesägt werden, dass sie im Käfigunterteil auf den oberen Kanten aufliegt (siehe Abbildung rechts). Auf die Holzplatte legt man eine dicke Schicht Watte, die man mit der Polsterungsfolie umwickelt. An der Unterseite der Platte wird die Folie mit dem Klebeband fixiert. Dies funktioniert natürlich auch ohne Watte, also nur mit der Folie und der Holzplatte. Anschließend wird die in der beschriebenen Weise präparierte Holzplatte mit Küchentüchern umwickelt, damit die Folie nicht mit dem Vogelkot in Berührung kommt. Die Küchentücher lassen sich täglich leicht entfernen, was die Reinigung der Konstruktion besonders leicht macht. Ist die Holzplatte richtig angepasst, lässt sich das Käfigoberteil wie gewohnt auf das Unterteil setzen und mit Hilfe der seitlichen Klammern befestigen.

Einen weiteren guten Tipp zu diesem Thema gibt die Birds-Online-Leserin und Vogelhalterin Christina Fleischer:

"Da meine Wellensittich-Henne nun schon etwas älter ist, kommt es nachts des Öfteren vor, dass sie das Gleichgewicht nicht mehr so gut halten kann und von der Schaukel fällt. Ihr Sitzbrett nutzt sie tagsüber gerne, nachts bevorzugt sie jedoch die Schaukel als Schlafplatz.

Ich ließ sie von einem vogelkundigen Tierarzt untersuchen, um Krankheiten auszuschließen. Damit sie sich nachts beim Sturz nicht verletzt, lege ich den Käfigboden mit Abtropfmatten (2 Lagen) aus dem Möbelladen Mömax aus. Diese sind aus dem gleichen Material, wie Handtücher, jedoch viel dicker. Man kann sie bei 60°C waschen und außerdem gut absaugen.

Damit meine Wellis nicht mit den Krallen darin hängen bleiben, lege ich außerdem eine Schicht Küchenrolle über die Matten, die ich täglich auswechsle. Der Käfigboden ist dadurch angenehm weich gepolstert und ich muss mir keine Sorgen wegen Verletzungen machen. Und außerdem hat man dank des Küchenpapiers eine gute Möglichkeit, die Beschaffenheit des Kotes ständig im Blick zu halten, denn er ist ja ein guter Indikator für Krankheiten."

Abtropfmatten sind sehr gut als Bodenpolsterung für Käfige gehandicapter Vögel geeignet  Bodenschale eines Vogelkäfigs ohne Polsterung

Eine Lage Abtropfmatten in der Bodenschale eines Vogelkäfigs  Zwei Lagen Abtropfmatten in der Bodenschale eines Vogelkäfigs

Zum Schluss noch mit etwas Küchenpapier bedecken - und fertig ist die weiche, hygienische Bodenpolsterung

Polsterung des Volierenbodens
Auch der Volierenboden lässt sich mit Luftpolsterungsfolie auslegen. Weil Volieren meist relativ hoch sind, reicht eine einfache Lage dieser Folie nicht aus, um den Sturz eines Vogels abzufangen. Es empfiehlt sich deshalb, die Folie in mehreren Lagen übereinander zu legen und mit Klebeband zu fixieren. Auf diese Folie kann man eine Schicht Küchenpapier, Zeitungspapier oder beispielsweise weiße Papier-Partytischdecke von der Rolle (aus dem Baumarkt) wickeln, um die Folie vor einer Verschmutzung mit Kot zu schützen.

Über das Papier kann man dann wie gewohnt das bevorzugte Einstreumaterial geben, zum Beispiel Vogelsand oder Buchenholzgranulat, das bei Stürzen aus großer Höhe jedoch ein gewisses Verletzungsrisiko birgt. Besonders gut ist Heu geeignet, weil es den Aufprall eines gestürzten Vogels zusätzlich abmildert.

Wer mag, kann den Volierenboden auch mit Kissen oder Decken auslegen, diese wie oben beschrieben mit Papier zum Schutz vor Kot umhüllen und dann die Einstreu darauf geben. Wichtig ist, dass der Stoff, der zur Polsterung auf den Volierenboden gelegt wird, keine Fäden zieht, falls sich ein Vogel durch die Einstreuschicht und das Papier wühlt, denn nur allzu leicht könnte das Tier mit den Krallen an Decken und Kissen hängen bleiben.

Polsterung des Bodens im Freiflugzimmer
Meist sind es im Freiflugzimmer bestimmte Stellen, an denen flugunfähige Vögel oder Tiere mit irgendwie gearteten Greifstörungen in den Füßen abstürzen. Diese Stellen kann man beispielsweise mit Moosgummiteppichen auslegen, wie sie auch in Kinderzimmern zum Einsatz kommen. Problematisch ist hierbei allerdings, dass nagefreudige Vögel wie etwa die Wellensittiche auf die Idee kommen könnten, das Moosgummi anzuknabbern, was höchst ungesund für sie wäre.

Eine giftfreie Alternative ist das Auslegen von Decken, die man zum Schutz vor einer Verschmutzung mit Kot in möglichst glatte Bettbezüge gibt. Der Stoff sollte deshalb glatt sein, weil die Vögel ansonsten mit ihren Krallen darin hängen bleiben könnten.

Eine weitere Alternative ist das Bedecken des Bodens mit Heu. Canette vom Welli.net-Team berichtet hierüber aus eigener Erfahrung:

"Ich habe in meinem Schwarm, der zur Zeit aus acht Wellis und vier Nymphensittichen besteht, zwei flugunfähige Wellihähne, die beide sehr aktiv sind und hinter den anderen nicht zurückstehen möchten. D.h., sie möchten alle Plätze erreichen, an denen sich auch die anderen aufhalten können.

Früher, als wir noch kein Vogelzimmer hatten, war das für Linus oft sehr schmerzhaft, weil er einfach kamikazemäßig irgendwo runter gesprungen ist. Dadurch hat sich im Laufe der Zeit eine Schwächung des rechten Fussgelenks eingestellt. Er darf mit diesem Bein nicht mehr hart aufprallen.

Wie macht man das so einem quirligen Vogel aber begreiflich?

Als wir umgezogen sind, habe ich zuerst angefangen, alle Stellen am Boden, die unter Sitzplätzen sind, mit Buchenholzgranulat auszulegen. Aber da die beiden (Oskar war zwischenzeitlich dazu gekommen) auch gerne mal weiter springen, war das ziemlich witzlos. Ich habe dann das gesamte Zimmer mit Buchenholzgranulat ausgelegt. Davon abgesehen, dass dies ziemlich kostspielig ist, war es immer noch zu hart.

Irgendwann habe ich die Querverbindung gezogen: Wellis = Australien - Grassteppe = Heu!

Seitdem wird das gesamte Vogelzimmer mit Ausnahme der Aussparung zum Öffnen der Tür mit Wiesenheu ausgelegt. Das ist perfekt.

Heu-Bodenbelag

Ein 60-Liter-Sack kostet lediglich ein paar Euro und reicht für die gesamten ca. zwölf Quadratmeter des Zimmers. Es duftet eine ganze Weile richtig frisch und Stürze werden hervorragend abgefedert.

Dazu macht es vor allem den Nymphensittichen richtig Spaß, auf dem Boden rumzulaufen und mit den Halmen zu spielen."

Auch mit Hilfe handelsüblicher Luftmatratzen lässt sich der Boden rund um Käfig oder Voliere polstern. Sie stellen eine schnelle und praktische Lösung dar, um beispielsweise Zeiten zu überbrücken, in denen die eigentliche Bodenpolsterung aufgrund nötiger Reinigungsarbeiten vorübergehend entfernt werden müssen. Aber auch für den Dauereinsatz eignen sie sich, allerdings sollten sie dann mit einem Tuch bedeckt werden, um sie vor allzu viel Kot zu schützen. Wichtig ist lediglich, dass Vögel nicht mit ihren Krallen in dem Tuch hängen bleiben können.

Haben Sie weitere Tipps für die Polsterung des Bodens oder besitzen sie gutes Bildmaterial? Dann schreiben Sie mir an webmaster@birds-online.de.

Linktipp: Einige Erfahrungsberichte und Tipps für Halter gehandicapter Wellensittiche bietet Jasmin Störk auf ihrer Webseite Externer Link.

 
 
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