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  Erfahrungsbericht von Nicole Waltersdorf Externer Link, Ende 2002

Rockie ist flugunfähig Rockie ist ein männlicher Wellensittich, Zimtopalin. Er ist jetzt zehn Monate alt und ein sogenannter Renner. Das Foto rechts zeigt ihn auf seinem Spielplatz am Boden.

Als Nestling hatte er eine Virusinfektion: die Französische Mauser. Nun, als erwachsener Wellensittich, kann er nicht mehr fliegen. Bei Rockie ist die Krankheit ungewöhnlich verlaufen, und er hat alles auf den Kopf gestellt. Im Alter von viereinhalb Monaten haben die Beschwerden begonnen. Die Schwungfedern an den Flügeln sind ausgefallen oder abgebrochen. Das war für keinen von uns angenehm, zumal wir erst 14 Tage vorher unseren zweiten Wellensittich zu uns geholt hatten.

Die Tierärztin sagte, wir sollten die beiden wieder trennen, also in zwei Käfigen unterbringen. Es stellte sich aber heraus, dass Floh gar nichts mit dem Gefiederverlust zu tun hatte. Seitdem sind die beiden wieder zusammen in einem Käfig untergebracht.

Rockie bekam einen Spielplatz auf dem Fußboden und eine große Leiter, über die er in den großen Käfig klettern kann. Beides hat er sofort nach dem Aufstellen dankbar angenommen. Seither ist er ein zufriedener Wellensittich, der sehr verschmust ist und ganz viel Blödsinn im Kopf hat.

Rockie und Floh Zu unserer großen Überraschung ist er hier der Chef. Der Floh hört auf unseren gehandicapten Rockie. Sollte Rockie dann immer noch etwas nicht passen, merkt Floh es ganz schnell. Und manchmal wirft Rockie ihn sogar aus dem Käfig. Dann reagiert Floh sich ab, indem er fliegend seine Runden durch das Wohnzimmer zieht. Er lässt sich dann auf dem zweiten Spielplatz nieder. Da können die beiden sich sehen und erzählen sich dann auch eine ganze Menge. Auf dem nebenstehenden Bild ist zu sehen, wie Floh Rockie scheinbar eine "Gutenachtgeschichte" erzählt.

Als Rockie von Floh getrennt in einem anderen Käfig untergebracht war, hat Floh sich immer auf den Käfig, in dem Rockie saß, gestellt. Es sah so aus, als wollte er seinen Freund beschützen.

Und uns hat er ebenfalls sehr gut im Griff. Mittlerweile haben wir unsere eigene Kommunikation aufgebaut. Wenn Rockie raus will und ich da bin, setzt er sich in den Eingang und piepst. Dann hole ich ihn ab und wir spielen oder schmusen so lange er will. Wenn er wieder rein will, schaut er zum Käfig und schlägt mit den Flügeln, ohne wirklich wegfliegen zu wollen. Ich setze ihn dann rein. Glück haben wir aber allemal mit Rockie, da er so lieb ist und problemlos seine Medikamente einnimmt.

Ein Nachteil der Haltung eines gehandicapten Vogels ist es, wenn man in den Urlaub fährt und jemanden finden muss, der auf das Tier eingeht. Mit guten, tierlieben Freunden, die Erfahrung mit Sittichen haben, sollte man aber jemanden haben, der sich um den Vogel kümmert. Ich hatte das Glück in meinem Bekanntenkreis solche Leute zu haben, sodass ich auch in den Urlaub fahren kann.

Ferner muss man mit einem gehandicapten Wellensittich öfter zum Tierarzt als mit einem gesunden. Trotzdem, ich würde keinen von beiden mehr hergeben. Außerdem möchte ich die Männerfreundschaft nicht kaputtmachen.

Auf jeden Fall ist es kein Problem, dass wir einen Wellensittich haben, der gesund ist und einen, der gehandicapt ist. Also bitte, wenn ein Wellensittich an einer solchen Krankheit leidet, dann sollte man ihn unbedingt pflegen und nicht vom Tierarzt einschläfern lassen. Diese Wellensittiche können trotz Behinderung genauso alt werden wie die anderen, und ihren Haltern vor allem ganz genau so viel Freude machen!

Linktipp: Einige Erfahrungsberichte und Tipps für Halter gehandicapter Wellensittiche bietet Jasmin Störk auf ihrer Webseite Externer Link.

 
 
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