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Aufgrund unterschiedlicher Ursachen können Vögel dauerhaft an neurologischen (nervlichen) Störungen leiden. Unter solchen Störungen sind zum Beispiel Krampfanfälle zu verstehen, die ähnlich wie epileptische Anfälle ablaufen. Aber auch Lähmungsanfälle sowie unkontrolliertes Zittern gehören zu den neurologischen Störungen, die bei Vögeln auftreten können.

Es gibt verschiedene Gründe für das Entstehen neurologischer Störungen. Sehr häufig treten solche Probleme nach einer schweren Kopfverletzung auf, die Vögel sich zum Beispiel durch den Zusammenstoß mit einem harten Gegenstand zugezogen haben (siehe auch Kapitel über Kollisionsunfälle). Schlaganfälle sind weitere typische Auslöser für neurologische Störungen. Zudem gibt es Viruserkrankungen oder auch bakterielle Infektionen, die das Gehirn und damit das Zentrale Nervensystem betreffen können. Hierzu gehören unter anderem Gehirnentzündungen. In seltenen Fällen kommen Vögel mit einer neurologischen Störung zur Welt. Woran dies liegt, ist nicht vollständig geklärt. Es gibt die Theorie, ein genetischer Defekt könnte bei den betroffenen Tieren zu den Gesundheitsproblemen führen. Eine weitere Theorie lautet, die Tiere haben beim Schlupf zu wenig Sauerstoff im Ei bekommen und deshalb einen Hirnschaden erlitten.

Einige Vögel mit neurologischen Störungen brauchen meist ihr Leben lang spezielle Medikamente, manche müssen nur für eine gewisse Zeit behandelt werden. Dies gilt vor allem für Opfer von Kollisionsunfällen oder Schlaganfällen, bei ihnen kann die Heilungsdauer im Bereich mehrerer Monate liegen. Eine Linderung der Beschwerden ist in aller Regel nur dann möglich, wenn eine Therapie auf den jeweiligen Patienten individuell abgestimmt wird. Eigenes Experimentieren mit Medikamenten ist nicht sinnvoll und meist nicht hilfreich!

Wichtig ist, dass die betroffenen Tiere von einem auf die Behandlung von Vögeln spezialisierten Tierarzt betreut werden. Solche Spezialisten können die Situation der Tiere am besten einschätzen und die geeigneten Medikamente auswählen. Adressen solcher Ärzte finden sich im Internet auf der Seite von Welli.net Externer Link.

Damit sich die an neurologischen Störungen leidenden Tiere nicht verletzen, benötigen sie eine spezielle Unterbringung. Der Käfig sollte keine spitzen Gegenstände aufweisen, außerdem muss der Boden gepolstert werden. Dadurch können Stürze abgefangen und weitere Verletzungen vermieden werden. Das Anbieten gepolsterter, breiter Stangen kann sinnvoll sein, auf alle Fälle sollten Ruheplattformen im Käfig vorhanden sein - und auch im Freiflugzimmer, falls die betroffenen Tiere den Käfig verlassen dürfen. Auf keinen Fall sollte ein tiefer Trinknapf gewählt werden. Vögel, die an neurologischen Störungen leiden und mitunter Anfälle zeigen, könnten während einer solchen Episode im Trinknapf ertrinken! Aus Sicherheitsgründen sollten diese Tiere Wasser nur in Hängenäpfen mit sehr kleiner Trinköffnung erhalten, in die sie nicht stürzen können. Baden sollten Vögel mit neurologischen Störungen nur unter Aufsicht des Halters.

Achtung:
Auch Hirntumoren können schwere neurologische Störungen verursachen. Es ist unbedingt mit dem behandelnden Tierarzt abzuklären, ob möglicherweise ein solcher Tumor vorliegt. Denn ist dies der Fall, ist es häufig besser, den betroffenen Vogel von seinem Leiden zu erlösen.

Linktipp: Einige Erfahrungsberichte und Tipps für Halter gehandicapter Wellensittiche bietet Jasmin Störk auf ihrer Webseite Externer Link.

 
 
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