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  Home > Erlebnisberichte > Geduld ist alles, oder: Traumpaar mit Startschwierigkeiten
     
 

SmokyWer wie ich einen kleinen Vogelschwarm sein Eigen nennt, stehen mitunter vor dem Problem, dass für eines der Tiere trotz vorhandener Artgenossen ein (neuer) Partner her muss. Vor dieser Situation habe ich im Herbst vergangenen Jahres gestanden. Smoky, mein grauer Katharinasittichherr (genau genommen nennt sich seine Farbe Mauve), ist geradezu unausstehlich gegenüber den anderen Katharinas gewesen, weil er keine feste Partnerin für sich hatte. Also habe ich mich auf die Suche nach einer bereits geschlechtsreifen Katharinasittichdame begeben. Leider habe ich keinen passenden Vogel gefunden, weshalb ich nach einigem Hin und Her ein junges Weibchen zu suchen begann. Mir war bewusst, dass die Eingewöhnung schwierig sein könnte und dass sich geschlechtsreife Vögel nicht unbedingt sofort mit „halbwüchsigen“ Artgenossen anfreunden. Doch vorerst haben sich ganz andere Probleme ergeben, die ich keinem Vogelhalter wünsche - und erst recht keinem Vogel!

MarisolDas gelbe Katharinasittichweibchen Marisol muss sich anfangs furchtbar gefühlt haben. Gleich nachdem ich sie im November 2010 zu mir geholt hatte, ist eine schwere Erkrankung bei ihr festgestellt worden. Sie hatte Schimmelpilze im Rachen und eine schwere Entzündung der Nase sowie der Nasennebenhöhlen, darin haben sich E. coli-Bakterien befunden. Wochenlang musste die junge Vogeldame in Quarantäne bleiben und täglich mehrmals von mir mit Medikamenten versorgt werden. Doch damit nicht genug. Als Marisol endlich ins Vogelzimmer einziehen durfte, haben die anderen Katharinasittiche das „Junghuhn“ erst einmal nicht sonderlich gut ausstehen können. Vor allem Smoky mochte das gelbe Weibchen gar nicht, er hat sie mit lautem Geschrei vertrieben, sobald sie sich in seine Nähe gewagt hat. Für Marisol und für mich ist es eine schwere Zeit gewesen: Sie suchte Freunde und bekam nur Schelte und mir hat es das Herz zerrissen, diese Startschwierigkeiten beobachten zu müssen. Aber ich wusste zum Glück, dass so etwas bei Katharinasittichen durchaus vorkommt und dass nach einiger Zeit meist alles gut wird.

Im Frühling hat sich die Situation dann tatsächlich grundlegend verändert. Die Katharinasittiche haben die inzwischen geschlechtsreif gewordene Marisol endlich freundlich in ihren kleinen Schwarm aufgenommen – allen voran Smoky. Seitdem sind die beiden Vögel unzertrennlich und schmusen fast den ganzen Tag miteinander. Wenn man sie zusammen sieht, dann scheint es so, als wären sie wie für einander bestimmt und nichts deutet mehr auf den schwierigen Start hin.

Marisol und Smoky

Mir hat dieses Erlebnis gezeigt, dass man gerade bei anfangs nicht perfekt harmonierenden Katharinasittichen nicht zu schnell die Hoffnung verlieren sollte. Sofern die Vögel sich nicht blutig beißen, was bei meinen Tieren zum Glück nie der Fall gewesen ist, kann es von Vorteil sein, eine ganze Weile abzuwarten, ob sie sich nicht doch noch anfreunden oder gar ein Paar werden. Seit Smoky seine Marisol als Frau an seiner Seite hat, ist er sanftmütig und deutlich ausgeglichener als noch im vergangenen Jahr. Insgesamt ist in meinem kleinen Katharinasittichschwarm sehr viel mehr Ruhe eingekehrt. Ich bin froh, dass sich die Dinge so entwickelt haben.

12. November 2011

 
 
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