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  Digitalkameras sind mit Blitzlichtern ausgestattet, die normalerweise wunderbare Dienste leisten. Mitunter können sie aber durchaus Schwierigkeiten bereiten, weil sie zu stark eingestellt sind oder weil sich der Vogel, den man fotografieren möchte, zu nah an der Kamera befindet. Hierdurch können ganz unterschiedliche Effekte entstehen, die in der Fotografie eher unerwünscht sind. Je nach Einfallswinkel des Lichtes können auf den Fotos zudem später die gefürchteten "roten Augen" zu sehen sein. Auch kann es sein, dass ein zu heller Hintergrund die Automatikfunktion der Kamera dazu veranlasst, das Blitzlicht ausgeschaltet zu lassen, wodurch das eigentliche Motiv auf dem Foto unterbelichtet ist.

Völlige Überbelichtung durch zu starke Kontraste
Vor allem dann, wenn ein Vogel vor einem relativ dunklen Hintergrund sitzt, kann es geschehen, dass die Belichtungsautomatik der Kamera ihren Sensor auf den Hintergrund einstellt, anstatt die Helligkeit des Vogels als Messwert zu verwenden. Aber auch dann, wenn sich das Motiv zu nahe an der Kamera befindet, tritt dieser Effekt in Erscheinung. Heraus kommen in beiden Fällen Bilder, bei denen der Vogel völlig überbelichtet ist, wobei der Hintergrund meist obendrein recht dunkel ausfällt (siehe linkes Beispiel):

Völlige Überbelichtung   Korrekt belichtet

Auf dem Foto oben links ist der Vogel so stark überbelichtet, dass im Kopfbereich die Wellenzeichnung kaum noch zu erkennen ist und das Weiß des Gefieders zu einem breiten Bereich verschwimmt, der zu strahlen scheint. Das rechte Foto zeigt denselben Vogel bei idealer Belichtung, das Weiß des Kopfgefieders überstrahlt die dunkle Gefiederzeichnung in diesem Fall nicht. Wichtig: Im Sucher zeigt die Kamera an, wo sie die Helligkeitsmessung vornimmt. Dieser Messbereich muss folglich auf dem Vogelkörper liegen, damit dieser korrekt belichtet wird.

Teilweise Überbelichtung durch zu starke Kontraste
Oftmals tritt ein weiteres Belichtungsproblem in Erscheinung, bei dem die Kamera quasi vor einer unlösbaren Aufgabe steht und das Resultat im Grunde nur schlecht ausfallen kann. Wer unter Einwirkung von Kunstlicht die Belichtungsautomatik bei einem Vogel anwendet, der einen vergleichsweise dunklen Körper und einen hellen Kopf hat, erhält nur selten brauchbare Fotos. Die Kamera stellt die Stärke des Blitzes so ein, dass der dunkle Körper des Vogels gut ausgeleuchtet ist, wodurch der Kopfbereich überbelichtet wird:

Teilweise Überbelichtung

Korrekt belichtet Findet der Vorgang der Belichtungsmessung nicht unter Kunstlicht, sondern bei Tageslicht statt, hat die Kamera mit demselben Vogel deutlich weniger Schwierigkeiten. Das Resultat kann sich erheblich besser sehen lassen, siehe Foto rechts. Hier stimmt die Belichtung sowohl im Bereich des hellen Kopfes als auch am vergleichsweise dunklen Körper, obwohl das Foto nicht ganz perfekt ist, dafür müsste es insgesamt ein ganz klein wenig heller sein.

Teilweise Überbelichtung durch Verkippung der Kamera
Hält man die Kamera beim Fotografieren nicht völlig gerade, also parallel zur Körperachse des Motivs, fällt der zentrale Bereich des Lichtkegels, den das Blitzlicht aussendet, nicht auf den für das Bild entscheidenden Bereich. Weiter außerhalb liegende Zonen können dadurch unterbelichtet sein:

Überbelichtung durch Verkippung   Gänzlich korrekt ausgeleuchtet

Schema 1 Das linke Foto, Fall 1, wurde mit leicht nach unten geneigter Kamera angefertigt. Sehr stark belichtet ist der Bereich direkt oberhalb des linken Beins des Vogels, der Kopf ist hingegen ein wenig zu gering ausgeleuchtet. Am gesamten Körper richtig belichtet ist der Vogel auf dem rechten der beiden Fotos, Fall 2. Zwar wurde hierbei auch die Kamera verkippt gehalten, aber da das Foto aus einer anderen Perspektive entstand, stand sie in diesem Fall parallel zum Vogel im Raum. Die Schemata in diesem Absatz verdeutlichen das Auftreffen der Lichtkegel auf dem Objekt (Kugel) durch den variierten Verkippungswinkel.

Rote Augen
Vor allem rotäugige Farbschläge bereiten in Sachen Fotografie erhebliche Schwierigkeiten, aber auch bei schwarzäugigen Vögeln kann der unschöne Effekt auftreten. Rotäugige Vögel ohne einen extremen "Zombie-Effekt" abzulichten, grenzt tatsächlich oft an Glücksache. Das Foto unten links ist nicht zu gebrauchen, der darauf gezeigte Katharinasittich sieht eher gruselig als schön aus. Rechts ist derselbe Vogel korrekt belichtet. Sein Farbschlag namens Cremino zeichnet sich durch das cremefarbene Gefieder und rote Augen aus.

Extremer Rote-Augen-Effekt   Kein Rote-Augen-Effekt

"Rote Augen" entstehen, wenn das Licht des Blitzes vom Augenhintergrund direkt in die Kamera reflektiert wird, sprich wenn man ohne einen Verkippungswinkel ins Auge hinein fotografiert. Lichtet man den Vogel leicht schräg ab, ist der "Rote-Augen"-Effekt meist kaum noch zu sehen. Dass das Auge des Vogels auf dem rechten Foto trotzdem rötlich aussieht, ist in diesem Fall normal, denn das Model Bianca, ein Katharinasittich, gehört dem Farbschlag Cremino an und hat von Natur aus rote Augen.

Unterbelichtung aufgrund von Gegenlicht
Fotografiert man einen Vogel gegen das Licht, registriert der Helligkeitssensor der Kamera so viel Licht, dass er den Blitz meist nicht aktiviert. Dies bedeutet jedoch, dass der Vogel mehr oder minder stark unterbelichtet ist. In der linken unteren Abbildung ist der grüne Wellensittich zwar unterbelichtet, aber trotz der Kontrastschwäche der Farben einigermaßen gut zu erkennen. Rechts ist eine extreme Gegenlichtaufnahme zu sehen, in der nur noch die Silhouette des Katharinasittichs zu erkennen ist. Bewusst eingesetzt, kann das extreme Gegenlicht ein sehr reizvolles fotografisches Stilmittel sein.

Unterbelichtet aufgrund von Gegenlicht   Extreme Unterbelichtung im Gegenlicht

Gegenlichtaufnahme mit Aufhellungsblitz Wer Motive im Gegenlicht richtig ausgeleuchtet ablichten möchte, muss bei den meisten Digitalkameras von Hand den Blitz aktivieren. Nur dann erhält man trotz des sehr hellen Hintergrunds keine unterbelichteten Motive. Die nebenstehend gezeigte Aufnahme entstand bei Gegenlicht mit einem von Hand aktivierten Blitzlicht. Der Vogel ist kontrastreich zu erkennen, auch seine Farben sind nicht blaß, obwohl er vor einem hellen Hintergrund steht, der normalerweise dazu geführt hätte, dass die Belichtungsmessung der Kamera eine Aktivierung des Blitzes nicht eingeleitet hätte. Das resultierende Foto wäre dann ähnlich kontrastarm ausgefallen wie das oben links gezeigte Bild des grünen Wellensittichs.

 
 
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