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  Digitalkameras werden normalerweise in der Standardeinstellung, also mit Autofokus (automatischer Scharfstellung) verwendet. Viele KameraModele lassen sich jedoch auch von Hand scharf stellen, sodass man beispielsweise im extremen Nahbereich aus einer Entfernung von beispielsweise zehn Zentimetern fotografieren kann. So extrem nah kann man sich freilich nur an einen Vogel begeben, der sehr zutraulich ist und zudem keine Angst vor der Kamera hat. Wellensittichmann Max lässt sich durch die Kamera nicht im Geringsten aus der Ruhe bringen:

Max aus nächster Nähe
Dieses Foto entstand aus einer Entfernung von nur zehn Zentimetern mit manuellem Fokus ohne Blitz.

Wichtig ist beim manuellen Fokus (Scharfstellen von Hand), dass man bei dieser Einstellung den Blitz ausschaltet, weil das Motiv sonst aus allernächster Nähe von dem grellen Licht stark geblendet würde, zudem wäre das Foto überbelichtet und deshalb nicht zu gebrauchen. Die von Hand eingestellte Schärfe ist nur aus der von der Kamera in Zentimetern oder Metern angegebenen Entfernung gültig, das heißt, wenn man als Schärfebereich von Hand zehn Zentimeter einstellt, muss die Kamera beim Fotografieren tatsächlich zehn Zentimeter vom Motiv entfernt sein!

Das Foto oben zeigt, wie die Schärfe mit der Entfernung variiert. Der Schnabel ist leicht unscharf, er befand sich einige Millimeter zu nah an der Kamera. Die optimale Schärfe ist im Bereich der schwarzen Kehltupfen erreicht. Alles, was dahinter liegt, wird mit zunehmender Entfernung von der Kamera unschärfer (z. B. die Schwanzspitze).

Verzerrung der Proportionen
Stellt man die Kamera so ein, dass kein Zoom (Vergrößerung) aktiv ist, sondern die größtmögliche Weitwinkeleinstellung, und wählt man dann von Hand eine Schärfe im extremen Nahbereich aus, werden die Proportionen des Motivs verzerrt. Alles, was sich besonders nahe an der Kamera befindet, wirkt größer, weiter entfernte Körperpartien sehen dagegen kleiner aus:

Verzerrte Proportionen
Dieses Foto entstand aus einer Entfernung von fünf Zentimetern mit manuellem Fokus und ohne Blitz.

Auf dem Foto kann man deutlich sehen, dass der Schnabel und die Nase des Vogels überproportional groß erscheinen. Das gesamte Gesicht wirkt viel zu groß, wenn man es mit dem Körper vergleicht. Model Serenio hatte überhaupt keine Angst vor der Kamera und kam freiwillig so nahe heran. Anders wären solche Aufnahmen nicht möglich.

 
 
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