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  Porträtfotografie von Tieren ist eine Kunst, sie hat aber auch viel mit Glück zu tun. Anders als Menschen, die mehr oder minder freiwillig vor einer Kamera posieren, halten Vögel meist nicht still oder nehmen eine besonders vorteilhafte Position ein, bis das Bild im Kasten ist. Mit konventioneller Kameratechnik muss man für wirklich schöne Porträtfotos meist eine echte "Materialschlacht" veranstalten, was nicht nur frustrierend, sondern auch teuer war. Digitalkameras haben hier den deutlichen Vorteil, dass man missglückte, unscharfe oder unvorteilhafte Bilder sofort löschen kann. Wer beharrlich am Ball bleibt und einige Tricks beherzigt, dem gelingt sicher irgendwann das ultimative Porträt seines Ziervogels.

Sämtliche auf dieser Seite gezeigten Fotos wurden mit einer Canon PowerShot A60 im Autofokus-Modus mit Blitzautomatik angefertigt. Die Kamera verfügt über eine Auflösung von zwei Megapixel.

Der richtige Hintergrund
Um ein wirkungsvolles Porträt eines Vogels anfertigen zu können, sollte man die Perspektive nach Möglichkeit so wählen, dass der Hintergrund keine Blickfänge aufweist, die den Betrachter vom Vogel ablenken, wie es beispielsweise im Bild unten links der Fall ist. Die durchgenagte Sprossenleiter ist ein Blickfang, der vom Gesicht des Vogels ablenkt:

Porträt mit Blickfang im Hintergrund   Porträt ohne Blickfang im Hintergrund
So lieber nicht, hier stört ein Blickfang im Hintergrund.   So ist es besser, hier lenkt nichts vom Vogel ab.

Das folgende Foto, das Dana1978 aus dem VWFD-Forum Externer Link freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, zeigt in aller Deutlichkeit, wie wichtig der Hintergrund bei der Porträtfotografie ist. Sie hat das Foto "Murphy Langstrumpf" genannt - ein wirklich passender Titel:

Murphy Langstrumpf

Aber auch mit der Wahl eines "ruhigen" Hintergrunds sind noch nicht alle Möglichkeiten ausgereizt. Vor einem hellen Hintergrund fotografiert, wirkt ein Porträt blasser, als wenn es vor einem dunkleren Hintergrund aufgenommen wird, siehe Fotos untern:

Porträt vor hellem Hintergrund   Porträt vor dunklem Hintergrund
Ein heller Hintergrund ist kontrastärmer.   Vor dem dunklen Hintergrund wirkt der Vogel deutlich kontrastreicher.

Besonders kontrastreich und damit ausdrucksstark ist ein Porträt, bei dem der Vogel vor einem schwarzen Hintergrund sitzt (oder ein schwarzer Vogel wie beispielsweise ein Beo vor einem weißen Hintergrund):

Porträt vor schwarzem Hintergrund

Frontalansichten vermeiden
Bei Vogelporträts gilt dieselbe Regel wie bei Porträts von Menschen: Frontale Fotografien wirken meist eher langweilig. Schöner sind die Aufnahmen, wenn ein Vogel über die Schulter schaut oder gar im Profil abgelichtet wird. Auch eine schräge Kopfhaltung kann für mehr Pfiff sorgen, damit wirkt auch eine Frontalansicht etwas aufgelockerter.

Frontales Porträt mit gerader Kopfhaltung   Frontales Porträt mit schräger Kopfhaltung
Zwei "Frontalangriffe": die schräge Kopfhaltung wirkt lockerer.

Ebenfalls sehr ansprechend ist die Profilansicht, hier sieht man bei dem abgebildeten Standardsittich sogar die Augen:

Porträt in Profilansicht

Zu starke Reflexe
Das Schnabelhorn der Vögel ist normalerweise sehr glatt und reflektiert das Licht des Blitzes je nach Perspektive mehr oder minder stark. Lichtreflexe im Schnabel können vom Motiv ablenken, deshalb sollte man die "Schokoladenseite" seines Vogels herausfinden, indem man verschiedene Blickwinkel testet:

Porträt mit Lichtreflex   Porträt ohne Lichtreflex
Zwei Porträts mit und ohne Reflexion des Blitzes im Schnabelhorn.

Leider hat der Vogel auf beiden Fotos über diesen Zeilen obendrein die Augen geschlossen, wodurch viel Charme der Porträtaufnahmen verloren geht. Ein besseres Porträt dieses Vogels sieht so aus, also mit geöffneten Augen und ohne Lichtreflex im Schnabel:

Porträt ohne Lichtreflexe mit offenen Augen

 
 
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