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  Wer seinen Fotos eine ungewöhnliche Note verleihen möchte, kann dies unter anderem durch die Wahl der Perspektive erreichen. Als Beispiel soll an dieser Stelle die Vogeldame Niobe dienen, die eine etwas seltsame Angewohnheit hat, was ihre Ruhezeiten am Tage angeht: Sie legt sich bäuchlings auf das geöffnete Käfigtürchen und hält in dieser Stellung ihr Nickerchen. Normalerweise würde man sie dabei am besten von der Seite fotografieren, und zwar so, dass die Kamera auf derselben Höhe ist wie das Motiv:

Niobe macht Siesta

Von unten fotografieren (Froschperspektive)
Das oben gezeigte Foto ist zwar hinsichtlich der Kontraststärke (dunkler Hintergrund, heller Vogel) recht gelungen, aber man könnte das Motiv durch die Wahl einer ungewöhnlichen Perspektive noch pfiffiger in Szene setzen. Indem man Niobe bei ihrem Mittagsschlaf von unten fotografiert, produziert man einen echten Hingucker, weil der Betrachter erst einmal überlegen muss, wie der Vogel nun eigentlich tatsächlich im Raum angeordnet war:

Niobe von unten fotografiert

Zwar ist der Kontrast zwischen Motiv und Hintergrund aus dieser Perspektive nicht mehr optimal, aber die ungewöhnliche Ansicht des schlafenden Wellensittichs macht dieses Manko wieder wett.

Je nachdem, was der Vogel gerade anstellt, kann ein von unten, also aus der Froschperspektive, angefertigtes Foto dem Tier einen strengen Ausdruck verleihen, der dem Charakter des Vogels vermutlich gar nicht entspricht. Es ist demnach etwas Vorsicht geboten. Auf dem Foto unter diesen Zeilen sieht Max ziemlich streng aus, obwohl er eigentlich ein fröhlicher Vogel ist, der gern Unfug anstellt:

Max sieht strenger aus, als er ist

Von oben fotografieren (Vogelperspektive)
Selbstverständlich kann man Tiere auch von oben fotografieren. Meist wirken solche Fotos aber weniger vorteilhaft, weil ein Vogel, über dem eine Kamera schwebt, meist rein instinktiv ein wenig Angst vor einem Angriff aus der Luft hat und sich dies in seinem Blick widerspiegelt. Schließlich greifen Fressfeinde in freier Natur oft von oben an, sodass die Wachsamkeit der Wellensittiche in diesem Fall gut zu verstehen ist. Nur sehr zutrauliche und vertrauensvolle Vögel schauen nicht verschreckt drein, wenn man sie von oben fotografiert. Ein Beispiel für ein solches Foto aus der Vogelperspektive zeigt die "Napfbesetzerin" Himalia, die im leeren Fressnapf gern ihren Mittagsschlaf hält:

Himalia von oben fotografiert

Der etwas andere Blickwinkel
Wer sagt eigentlich, dass man einen Vogel immer von vorn ablichten muss? Mitunter können auch Fotos, die andere Blickwinkel zeigen, interessant sein. Warum sollte man also seinen Sittich nicht einmal anders in Szene setzen? Das Foto unter diesen Zeilen zeigt den entzückenden Rücken von Model Boncuk:

Buncuks schöner Rücken

Das folgende Foto habe ich in dieses Kapitel eingebaut, weil es wunderbar das Prinzip der ungewöhnlichen Perspektive verdeutlicht. Sylke Murvai hat das Foto mit einer Fujifilm FinePix A203 (2,1 Megapixel) angefertigt:

Vier Sittiche

 
 
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