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  Die meisten Digitalkameras verfügen über einen sogenanntes digitales Zoom. Hierunter versteht man eine Vorrichtung, die eine Vergrößerung herbeiführt, die allerdings nicht mit Hilfe von verschiedenen Brennweiten, also verschiedenen "Vergrößerungsstärken" der Linsen, sondern rein digital vergrößert. Bei großen Profikameras, bei denen es sich normalerweise um Spiegelreflexkameras mit auswechselbaren Objektiven handelt, wird tatsächlich rein physikalisch über ein Linsensystem eine stärkere Vergrößerung herbeigeführt, indem man ein Objektiv mit einer hohen Brennweite verwendet.

Kleine Kompakt-Digitalkameras verfügen normalerweise über ein fest eingebautes Objektiv, das bis zu einem gewissen Grad vergrößern kann. Grob vereinfacht formuliert, findet die Vergrößerung bei diesen Objektiven aber nur "rechnerisch" statt und nicht optisch, also anhand komplizierter, lichtstarker Linsensysteme. Wer einmal ein Spiegelreflex-Teleobjektiv mit langer Brennweite in der Hand gehalten hat, der wird sofort einsehen, weshalb Kompaktkameras an die Leistung eines solchen technischen Wunderwerks in aller Regel nicht herankommen können. Aber auch Digitalkameras mit Zoom-Funktion können gute Dienste in der Ziervogelfotografie leisten.

Das Wort Zoom stammt aus dem Englischen. Man verwendet es in der Fotografie-Fachsprache dafür, dass man durch eine Kamera schaut und sich mit ihrer Hilfe auf ein Motiv "zu bewegt", ohne sich von der Stelle zu rühren. Das Motiv wird bei höherem Zoom-Wert auf dem Display oder im Sucher größer angezeigt und somit auch auf dem fertigen Foto entsprechend dargestellt. Allerdings gilt hierbei: Je höher der Zoom-Wert, desto unschärfer ist das Foto.

Begründet liegt dieser Sachverhalt darin, dass die kompakten Digitalkameras das Motiv im Grunde nur rein rechnerisch vergrößern, es gehen dadurch einige digitale Bildinformationen verloren. Deshalb sollte man bei der digitalen Ziervogelfotografie keine zu hohen Zoom-Werte wählen. Besser ist es, einen mittleren Zoom-Wert einzustellen und sich stattdessen lieber etwas näher an das Motiv heran zu begeben.

Die folgende Fotoreihe zeigt, wie die Bildqualität, also die Schärfe des Motivs, mit steigendem Zoom-Faktor leidet. Sämtliche Aufnahmen sind vom selben Standort aus fotografiert, also aus einer Entfernung von etwa 70 Zentimetern. Weder der Vogel noch die Fotografin haben die Position geändert, einzig die Zoom-Einstellung der Kamera wurde variiert. Am besten sieht man das Problem der Übervergrößerung durch den Zoom, wenn man die Bilder in der vergrößerten Fassung betrachtet, wie sie von der Digitalkamera als Original ausgegeben werden (1600 Pixel x 1200 Pixel). Um zu diesen Originalfotos zu gelangen, klicken Sie bitte auf die einzelnen Fotos der Serie, die in der linken unteren Ecke eine Lupe tragen.

Grundeinstellung der Kamera (Weitwinkel)
Grundeinstellung der Kamera (Weitwinkel)
Das Motiv bei der Grundeinstellung der Kamera (Weitwinkel)

3x-Zoom
3x-Zoom
Das Motiv bei dreifacher Vergrößerung

4,7x-Zoom
4,7x-Zoom
Das Motiv bei 4,7-facher Vergrößerung

6x-Zoom
6x-Zoom
Das Motiv bei sechsfacher Vergrößerung

7,5x-Zoom
7,5x-Zoom
Das Motiv bei 7,5-facher Vergrößerung

Vergleicht man das zweite und das letzte Bild der Serie, so sieht man insbesondere in den vergrößerten Versionen, das das Motiv bei 7,5-facher Vergrößerung "verwischt" aussieht.

Fotografiert man bei bis zu 4,7-fachem Zoom aus größerer Nähe, lassen sich mit etwas Übung hingegen gestochen scharfe, rechnerisch nicht "übervergrößerte" Aufnahmen herstellen. Das Foto unter diesen Zeilen wurde bei 4,7-fachem Zoom aus einer Entfernung von etwa 35 Zentimetern angefertigt.

4,7-fachem Zoom aus einer Entfernung von etwa 35 Zentimetern

 
 
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