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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!

Abnormes GefiederwachstumDas Gefieder eines Vogels kann aufgrund unterschiedlicher Ursachen vorübergehende oder dauerhafte Veränderungen aufweisen. Sowohl die Struktur als auch die Farbe kann sich ändern. In manchen Fällen wachsen Federn gar nicht mehr nach. Die Bandbreite der möglichen Gefiederveränderungen ist groß. In diesem Kapitel werden einige typische Gefiederveränderungen vorgestellt, die vor allem Wellensittiche, aber auch einige andere Ziervögel betreffen können. Neben den hier erläuterten Gefiederproblemen können weitere Abnormitäten des Federkleides in Erscheinung treten. Es ist wichtig, dass im Fall einer Gefiederstörung ein fachkundiger Tierarzt zu Rate gezogen wird, denn das Stellen einer sicheren Diagnose ist ausgesprochen wichtig. Denn nicht alle Gefiederstörungen sind harmlos. In manchen Fällen muss das abnorme Federwachstum behandelt werden oder es steckt gar eine ansteckende Krankheit hinter den Gefiederproblemen.

Folgende Wachstumsstörungen des Federkleides sollte ein Vogelhalter kennen. Per Mausklick gelangen Sie zu einer Beschreibung der jeweiligen Gefiederprobleme:

Zu kurz nachwachsende Federn
Zu kurz nachwachsende Federn können bei einem Alt- oder Jungvogel gleichermaßen auftreten. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn der betroffene Vogel unter einem Nährstoffmangel leidet. Stehen dem Körper nicht ausreichend viele Nährstoffe (Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente) während der Bildung neuer Federn zur Verfügung, wachsen oft verkürzte Federn nach. Eine ausgewogene Ernährung und eine gezielte Therapie, bei der dem Vogel die fehlenden Nährstoffe zugeführt werden, sorgen meist im Rahmen der folgenden Mauser für ein normales Federwachstum.

Manche Federn erscheinen zu kurz, weil sie in den silbrigen Hüllen, den sogenannten Federscheiden, stecken bleiben. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Stockmauser, weil die Mauser ins Stocken gerät. Auch hier ist ein Nährstoffmangel oft die Ursache. Mitunter tritt eine Stockmauser jedoch auch dann in Erscheinung, wenn ein Vogel im Vorfeld lange Zeit schwer erkrankt war und sein gesamter Organismus durch die Krankheit geschwächt wurde. Mit Hilfe einer artgerechten, ausgewogenen Ernährung und hochwertigen Futterergänzungsmitteln wie Korvimin oder AviConcept lässt sich der Zustand regulieren, sodass nach der folgenden Mauser meist normale Federn nachwachsen.

Ferner sollte beim Auftreten zu kurzer Federn in Erwägung gezogen werden, dass möglicherweise eine Virusinfektion hinter der Wachstumsstörung stecken könnte. In Frage kommen hierbei sowohl Polyomaviren (Französische Mauser) als auch Circoviren (PBFD). Beide Erkrankungen sind nicht heilbar und erfordern unterschiedliche Maßnahmen, um dem Vogel das Leben mit der Krankheit zu erleichtern und eine Ansteckung anderer Vögel nach Möglichkeit zu unterbinden.

Zu lang nachwachsende Federn (vor allem bei jungen Vögeln)
FeatherdusterKüken und Nestlinge, bei denen die Federn unaufhörlich länger werden, nennt man Featherduster. Das verstärkte und permanente Federwachstum entzieht dem Körper viel Energie, wodurch sich eine Schwächung des Immunsystems ergibt und die betroffenen Tiere meist recht schnell sterben. Die Lebenserwartung eines Featherdusters liegt durchschnittlich bei maximal einem Jahr; die meisten betroffenen Wellensittiche sterben im Alter von wenigen Wochen. Eine Heilung dieser Art der Gefiederstörung ist nicht möglich. Weitere Informationen über Featherduster finden sich in einem umfangreichen Erfahrungsbericht in der Birds-Online-Rubrik über gehandicapte Vögel sowie im Kapitel im Gesundheitsteil.

Zu lang nachwachsende Federn (bei erwachsenen Vögeln)
Abnormes Wachstum der DaunenSind Altvögel davon betroffen, dass die Federn plötzlich nach einer Mauser zu lang nachwachsen, obwohl dies zuvor nie der Fall gewesen ist, könnte eine Lebererkrankung hinter dieser Gefiederstörung stecken. Oft ist eine Leberstörung , die ein dermaßen stark verändertes Gefiederwachstum verursacht, ausgesprochen gravierend. Es handelt sich also nicht "nur" um eine Fettleber, sondern meist um einen Tumor oder Ähnliches. Durch die starke Beanspruchung des erkrankten inneren Organs wird das Gefiederwachstum nicht nur dahingehend gestört, dass die Federn erheblich zu lang nachwachsen. In vielen Fällen sind sie obendrein farblich verändert, siehe unten.

Das Foto oben rechts zeigt einen Wellensittich, bei dem während einer Mauser insbesondere die Dunen, die normalerweise unter dem Deckgefieder versteckt liegen, zu lang nachwuchsen. Der Vogel war zudem matt und schläfrig, außerdem verfärbte sich sein Gefieder von Türkis-Blau nach Gelb. Bei dem Wellensittichmännchen wurde ein Lebertumor diagnostiziert, der als Ursache für die schwere Gefiederveränderung benannt wurde.

Stumpfes Gefieder ohne Glanz
Wächst nach einer Mauser das Gefieder glanzlos und stumpf nach, liegt meist ein Nährstoffmangel vor. Auch das Fehlen von Licht (Tageslicht, Sonneneinstrahlung) kann dazu führen, dass das Gefieder seinen Glanz verliert. Viele lang andauernde, schwere Krankheiten lassen das Federkleid ebenfalls stumpf werden.

Löchrige, ausgefranste Federn
Weisen einzelne Federn Löcher auf und wirken sie ausgefranst, sind oft Parasiten die Ursache dieser Art der Gefiederstörung. Typische Verursacher solcher Defekte des Federkleids sind Federlinge. Zwar treten sie bei Wellensittichen und anderen im Haus gehaltenen Ziervögeln selten auf, doch es ist keineswegs unmöglich, dass ein Befall mit diesen Parasiten vorliegt. Darüber hinaus können Federmilben bei Vögeln zu schweren Gefiederstörungen führen. Weitere Informationen über diese im Federkleid infizierter Vögel lebenden Insekten finden Sie in der Gesundheits-Unterrubrik über Parasitenbefall.

Geringe Federfestigkeit und brüchige Federn
Brechen die Federn leicht ab, sind sie aufgrund einer verringerten Festigkeit nicht stabil genug, um bis zur nächsten Mauser intakt zu bleiben. Meist steckt ein Mangel an Nährstoffen hinter dieser Art der Gefiederstörung. Werden die Federn vom Körper des Vogels gebildet, ohne dass die dafür notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, wachsen oft sehr brüchige Federn nach.

In manchen Fällen äußern sich Virusinfektionen wie die Französische Mauser oder PBFD ebenfalls in brüchigen Federn. Es ist deshalb dringend erforderlich, die Ursache für das Abbrechen der Federn durch einen erfahrenen Tierarzt klären zu lassen.

Wichtig:
Wenn hin und wieder eine einzelne Feder abbricht, dann ist dies nicht weiter Besorgnis erregend, weil dies zum normalen Verschleiß gehört. Auch können durch einen Flugunfall, zum Beispiel eine unsanfte Landung, Federn abbrechen, was normalerweise kein Grund zur Sorge ist. Durch einen Kampf zweier Wellensittiche können ebenfalls Federn abbrechen, was in aller Regel nicht weiter schlimm ist. Alarmierend ist die Situation hingegen dann, wenn mehrere Federn ohne äußere Krafteinwirkung abbrechen oder wenn nach jeder Mauser eine große Zahl der neuen Federn innerhalb kürzester Zeit abbricht.

Linien und Streifen in den Federn
Zeigen sich in den nachwachsenden Federn während der Mauser Bereiche aus, die durchscheinend und "dünn" wirken, könnte es sich um sogenannte Stresslinien oder Hungerlinien handeln. Diese entstehen, wenn der Vogel während des Gefiederwachstums bzw. -wechsels hungert oder an einem Nährstoffmangel leidet. Solche Stresslinien sind meist parallel zueinander angeordnet und sie verlaufen mitten über die Feder, also quer, siehe Foto unter diesen Zeilen.

Stresslinien

Stresslinien

Wichtig:
Ein ähnliches Muster entsteht in einer Feder, wenn ein Vogel in diese hinein beißt. Der Schnabelabdruck hinterlässt dann eine fehlerhafte Stelle in der Feder, die einer Stresslinie ähnelt.

In sich verdrehte Federn
Wachsen bei einem Wellensittich die Federn nach der Mauser in sich verdreht, also verdrillt nach, wird dies in nahezu allen Fällen durch eine ansteckende Virusinfektion namens PBFD verursacht. Ein Tierarzt sollte mit Hilfe eines Tests (einer Laboruntersuchung einer Feder- oder Blutprobe) klären lassen, ob diese Erkrankung bei einem betroffenen Vogel vorliegt.

Farblich veränderte Federn
Hierbei muss man unterscheiden, wann die Farbveränderung auftritt und wie viele Federn betroffen sind. Bei jungen Wellensittichen, die ihre erste Mauser durchlaufen, kann es zu mehr oder minder stark ausgeprägten Farbveränderungen kommen. Eine Umfärbung infolge der Jugendmauser ist bei einigen Farbschlägen der Wellensittiche normal. So erscheinen beispielsweise anfangs zartgrau gefärbte Vögel, deren Kopf hellgelb gefärbt war, nach der Mauser eher olivgrün und der Kopf ist leuchtend gelb gefärbt. Auch blaue Vögel mit zartgelbem Kopf können nach der ersten Mauser völlig verändert aussehen. Sie sind dann am Körper grün bis türkis gefärbt und die Kopffedern sind leuchtend gelb. Man nennt den Farbschlag dieser Vögel Europäisches Gelbgesicht Mutation II (EGG II). Eine Umfärbung ist hierbei genetisch bedingt und wird nicht von einer Krankheit verursacht.

Verfärbt sich das Gefieder eines älteren Vogels, also eines Wellensittichs, der älter als ein Jahr ist und die Jugendmauser schon lange hinter sich hat, steckt häufig eine Krankheit hinter diesem Phänomen. Vor allem bei afrikanischen Papageien, zum Beispiel bei Unzertrennlichen, kann es infolge einer PBFD-Erkrankung zu einer partiellen Umfärbung kommen. Manchmal sind von dieser Umfärbung allerdings nur vereinzelte Federn betroffen.

Einige Vogelarten nehmen mit der Nahrung Farbstoffe auf, die sich im Gefieder einlagern. Werden diese Farbstoffe nicht zugefüttert, ändert sich die Farbe der Federn. Diese Art der Umfärbung ist beispielsweise bei roten Kanarienvögeln zu beobachten. Wellensittiche nehmen keine Farbstoffe über das Futter zu sich und lagern diese grundsätzlich nicht im Gefieder ein. Bei ihnen kann eine Umfärbung also nicht mit einem Mangel an über das Futter zugeführten Farbstoffen zusammenhängen. Aber eine generelle Mangelernährung, also ein Nährstoffmangel, kann bei Wellensittichen allerdings durchaus zu einer leichten Farbveränderung des Federkleides führen.

Sehr häufig sind Lebererkrankungen für eine Umfärbung des Gefieders verantwortlich. Unter diesem Absatz sind einige Fotos des Wellensittichs Pauli zu sehen, bei dem ein Lebertumor für eine auffällige Umfärbung verantwortlich war. Sein Gefieder wuchs zudem struppig nach, die Dunen waren viel zu lang, siehe oben.

Pauli vor der Umfärbung  Paulis Gefieder ist scheckig  Pauli nach der Umfärbung

Von links nach rechts: Pauli vor der Umfärbung mit türkis-blauem Gefieder, Pauli während der Umfärbung und Pauli am Ende der Umfärbung mit gelbem Gefieder.

Graupapagei mit rot verfärbten Bauch- und BrustfedernBei Graupapageien kann es infolge einer Fehlernährung und aufgrund eines Leberproblems zu einer Verfärbung der Federn kommen, die von vielen Haltern nicht richtig gedeutet wird: Bei den Tieren wachsen in dem Bereich, der normalerweise graue Federn trägt, während einer Mauser plötzlich rote Federn nach. Mit der Zeit nimmt die Anzahl der roten Federn meist immer mehr zu. Bedauerlicherweise halten viele Tierhalter dies für eine "Laune der Natur" und finden die roten Federn oft sogar sehr hübsch. Doch was ansprechend aussieht, ist leider bei Graupapageien oft ein Alarmsignal, das auf schwerwiegende Probleme mit den inneren Organen hinweisen kann. Das Foto rechts zeigt einen Graupapagei, bei dem infolge einer Leberstörung rote Federn im Bereich des Bauches und der Brust gewachsen sind. Oft sind bei hiervon betroffenen Graupapageien auch Schnabel und Haut sehr schuppig, der Tierarzt nennt dies eine Hyperkeratose. Aufgrund eines Nährstoffmangels wird zu viel Hornsubstanz gebildet.

Darüber hinaus kann es bei Leberstörungen zu Verfärbungen der Federkiele und -fahnen kommen. Die Federkiele sind die inneren Bereiche der Federn (ihre festen Bestandteile), die normalerweise hell gefärbt und in vielen Fällen durchsichtig sind. Betrachtet man die Federn von unten, sind dunkle, farbliche Einlagerungen in Federkiel und/oder Federfahne zu sehen. Die Abbildung unter diesen Zeilen zeigt das Phänomen. Es handelt sich bei den dunklen Bereichen um Abschnitte, die Zeichen von Einblutungen zeigen, die während des Federwachstums stattgefunden haben. Nicht nur bei Leberstörungen kann es zu solchen Einblutungen kommen, sondern auch bei virusbedingten Gefiederstörungen, zum Beispiel infolge der Französischen Mauser oder aufgrund der Erkrankung PBFD.

Verfärbungen in Federkiel und Federfahne
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es darf kostenlos überall veröffentlicht werden

Kahle Stellen und nicht nachwachsende Federn
Das Gefieder eines gesunden Vogels sollte lückenlos und glatt sein. Verschiedene Ursachen können jedoch dazu führen, dass sich kahle Stellen bilden, die mehr oder minder groß sind. Ob Grund zur Sorge besteht oder nicht, hängt davon ab, wie groß die unbefiederten Stellen sind und ob sich innerhalb einer gewissen Zeitspanne von allein wieder neue Federn bilden.

Kahle Stelle durch MauserEine typische harmlose Ursache für kleine kahle Partien ist die Mauser, also der natürliche Gefiederwechsel. Meist entstehen im Bereich des Kopfes vorübergehend kleine unbefiederte Bereiche, wenn ein Vogel besonders stark mausert, siehe Foto rechts. Die Abbildung zeigt einen schon recht alten Wellensittich, dessen kahle Hautpartien seitlich am Kopf bereits mit kurzen, noch in den silbrigen Hülsen (Federscheiden) steckenden neuen Federn bedeckt sind. Normalerweise verschwinden diese kahlen Stellen innerhalb weniger Tage oder maximal binnen drei Wochen wieder.

Federrupfer DannyGelegentlich streiten sich zwei Vögel so sehr, dass sie einander beißen. Hierbei reißen sie sich zuweilen einige Federn aus, wodurch kleine kahle Stellen entstehen können. In aller Regel bilden sich innerhalb weniger Tage neue Federn. Viel großflächiger können die kahlen Stellen sein, wenn die Vögel sich selbst verstümmeln. Leider entwickeln manche Vögel aufgrund traumatischer Erfahrungen, durch permanenten Stress oder aufgrund von Erkrankungen der Haut beziehungsweise der inneren Organe eine schlechte und ausgesprochen selbstzerstörerische Angewohnheit: Sie rupfen sich selbst die Federn aus. Man spricht bei ihnen von sogenannten Federrupfern. Die kahlen Stellen bleiben so lange nackt, bis der Vogel sich nicht mehr selbst die Federn ausreißt. Bei extremem und lang andauerndem Rupfen kann es leider geschehen, dass nie mehr Federn nachwachsen.

Achtung: Rupft sich ein Vogel die Federn aus, muss grundsätzlich schnellstmöglich die Ursache für dieses Verhalten geklärt werden. Manchmal steckt nicht unbedingt ein psychisches Leiden hinter der Selbstverstümmelung, sondern beispielsweise eine stark juckende Hautveränderung wie ein Ekzem.

Kahles Gesicht durch RäudemilbenIn der Gegend rund um den Schnabel und die Wachshaut, aber auch rund um die Augen sowie in unmittelbarer Nähe der Kloake können die Federn ausfallen und über längere Zeit ausbleiben, wenn ein schwerer Befall mit Räudemilben (Grabmilben) vorliegt. Die Milben schädigen die Haut und zerstören die Federwurzeln. Wird ein massiver Räudemilbenbefall über lange Zeit unbehandelt belassen, kann es zu einer dauerhaften Schädigung des Federwuchses im Gesicht oder rund um die Kloake des Vogels kommen, sodass diese Körperpartien bei dem betroffenen Tier zeitlebens kahl bleiben.

Kahle Stellen durch PBFDDie Viruserkrankung PBFD stellt ebenfalls eine mögliche Ursache für großflächige unbefiederte Stellen am Körper dar. Oft ist der Kopf betroffen, bei manchen Vögeln nur das Gesicht und in anderen Fällen der gesamte Körper. Kaum eine andere krankheitsbedingte Gefiederstörung ist so individuell verschieden in ihrer Erscheinungsform wie PBFD, siehe Fallbeispiele bei Altvögeln. Bei dauerhaft bleibenden kahlen Stellen am Körper, die von Mauser zu Mauser größer werden und mit anderen Symptomen wie in sich verdrehten Federn oder mit Farbveränderungen einhergehen, hängen die Gefiederprobleme sehr wahrscheinlich mit PBFD zusammen. Dies sollte unbedingt möglichst rasch von einem vogelkundigen Tierarzt überprüft werden.

Kahle Stellen durch HormonstörungAuch die Französische Mauser kann bei besonders starken Verläufen dauerhaft zu kahlen Körperpartien führen. Darüber hinaus sind in seltenen Fällen Hormonstörungen für großflächige nackte Stellen verantwortlich, weil das Gefiederwachstum durch das hormonelle Ungleichgewicht negativ beeinflusst wird. Hormonstörungen betreffen häufig das Gefieder im Brust- und Bauchbereich, aber auch der Rest des Körpers kann hierdurch stellenweise oder ganz kahl sein. Das Foto in diesem Absatz zeigt ein Wellensittichweibchen, das aufgrund einer schweren Hormonstörung unter Gefiederproblemen leidet.

Ablagerungen in den Federn
Aufgrund eines Nährstoffmangels oder wegen hoher Stresseinwirkung - zum Beispiel durch eine schwere Krankheit - kann es während des Gefiederwachstums zu einer bestimmten Fehlbildung der Federn kommen. Hierbei wird Keratin abgelagert, sodass weiße Verdickungen in den Federn entstehen. Diese sehen auf den ersten Blick wie Parasiten oder deren Eier (Nissen) aus. Da es für einen Laien oft nicht leicht ist, diese Keratinablagerungen von einem echten Parasitenbefall zu unterscheiden, sollte unbedingt ein erfahrener Tierarzt zu Rate gezogen werden. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, weil Vögel, die entsprechende Keratinablagerungen in den Federn aufweisen, für gewöhnlich spezielle Nahrungsmittelzusätze benötigen, um später ein gesundes Federkleid zu entwickeln.

Keratinablagerungen in einer Feder

 
 
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