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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!

Weibchen während der JugendmauserWie die normale Mauser ist auch die Jugendmauser ein natürlicher Vorgang und somit keine Erkrankung oder Gefiederstörung im eigentlichen Sinne. Der Begriff Jugendmauser bezeichnet die erste große Mauser einiger Vogelarten, bei denen die Tiere ihr erstes Gefieder, das sie als Jungtiere ausweist, verlieren. Es wächst ein Federkleid nach, wie es für erwachsene Tiere dieser Vogelart typisch ist. Bei einigen Vogelarten, darunter Möwen, dauert es mehrere Mauserzyklen, bis die Tiere das Erwachsenengefieder tragen. Doch wie bereits erwähnt, verhält es sich bei Wellensittichen und den meisten anderen Papageien und Sittichen anders. Doch woran erkennt man, ob ein Vogel die Jugendmauser durchläuft?

Zunächst einmal muss man dafür wissen, wie ein junger Wellensittich aussieht. Ein typisches Merkmal dieses Federkleides ist, dass das Wellenmuster bis zur Nase reicht. Junge Wellensittiche haben demnach nicht die "hohe Stirn" der erwachsenen Vögel. Außerdem sind die Punkte im Gesicht junger Wellensittiche deutlich kleiner als die erwachsener Vögel. Einige Jungtiere tragen nicht einmal runde Kehltupfen, sondern lediglich bogenförmige Flecken an jenen Stellen, wo sich bei erwachsenen Wellensittichen die Kehltupfen befinden, siehe Fotos unten.

Kehltupfen junger Wellensittiche

Während dieser Jugendmauser verlieren die jungen Vögel ihr erstes Gefieder innerhalb eines Zeitraums von circa zwei bis drei Monaten vollständig und sehen später wie erwachsene Sittiche aus, da das nachwachsende Gefieder das entsprechende Muster trägt. Während sie mausern, bilden sich bei manchen Jungtieren kleine kahle Stellen, wie sie in der Abbildung ganz oben rechts bei dem jungen Weibchen an der Stirn zu sehen sind. Diese kahlen Körperpartien sind jedoch kein Grund zur Sorge, sofern sie nach wenigen Tagen wieder verschwinden.

Die Jugendmauser findet normalerweise in der Zeit zwischen dem dritten und siebten Lebensmonat statt. Bei jedem Vogel ist der Verlauf unterschiedlich und auch der Beginn der Jugendmauser ist individuell verschieden. Ein typisches Erkennungszeichen der Jugendmauser ist, dass die Tiere meist noch die nicht voll ausgefärbte gefärbte Wachshaut (Nase) aufweisen und zudem sehr kleine Kehltupfen tragen. Das heißt, das Geschlecht eines Vogels ist für viele Laien vor und während der Jugendmauser noch nicht sicher zu erkennen. Nur wenige Jungtiere haben zum Zeitpunkt der Jugendmauser bereits eine voll ausgefärbte Wachshaut. In der Abbildungsserie unter diesem Absatz ist die Wandlung eines Männchens vom jugendlichen zum erwachsenen Wellensittich zu sehen.

Verlauf der Jugendmauser bei einem Männchen

Sirius im ErwachsenenalterSirius als JungtierJe nach Farbschlagszugehörigkeit kann es während der Jugendmauser zu auffälligen Veränderungen in der Farbe des Vogels kommen. Bei sogenannten Europäischen Gelbgesichtern (EGG) Mutation II wachsen alle Federn mit einem kräftigen Gelbhauch nach, wenn das Jugendgefieder ausgefallen ist. Die beiden Fotos in diesem Absatz zeigen einen solchen Fall. Somit ist dieser Farbwechsel des Gefieders ist nicht krankheitsbedingt, sondern bei diesem Farbschlag normal.

Damit ein jugendlicher Wellensittich während seiner ersten Mauser ein gesundes neues Federkleid entwickelt, sollten Vogelhalter dafür sorgen, dass die Tiere mit genügend Nährstoffen und Vitaminen versorgt werden. Tipps für die Ernährung der Vögel in der Zeit ihres Gefiederwechsels finden Sie im Kapitel "Futter während der Mauser".

 
 
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