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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!

In diesem Kapitel werden einige der vielen verschiedenen Gesichter der Krankheit PBFD (Psittacine Beak and Feather Disease = Schnabel- und Federkrankheit der Papageien) gezeigt, wie sie bei Altvögeln in Erscheinung treten können. Die Abbildungen demonstrieren, wie unterschiedlich die Verlaufsformen im Einzelfall sein können und wie die verschiedenen Stadien der Erkrankung aussehen können. Sie zeigen ferner, dass völlig gesund wirkende Tiere unbemerkt Träger von Circoviren sein können, die für die Erkrankung PBFD verantwortlich sind.

Sämtliche Vögel, die hier gezeigt werden, sind mindestens einmal positiv auf PBFD getestet worden. Sie gehören zu einer Gruppe von Vögeln, die im September 2005 im Rahmen einer Tierschutzaktion aus der Wohnung eines Züchters entfernt und anschließend einer Gruppe von Tierschützern, der außer der Autorin einige Mitglieder des Vereins der Wellensittichfreunde Deutschland Externer Link angehörten, zur weiteren Pflege und Vermittlung übergeben wurden.

Virenträger ohne Symptome: Wellensittichweibchen Schlupp
Virenträger ohne Symptome: Wellensittichweibchen Schlupp
Das Wellensittichweibchen Schlupp zeigte keinerlei äußere Anzeichen einer PBFD-Erkrankung, als es in unsere Obhut gelangte. Dennoch fiel der Test positiv aus. Das Tier trug die Circoviren somit versteckt in sich und konnte andere Vögel infizieren, ohne selbst Symptome zu zeigen.

Virenträger ohne Symptome: Wellensittichweibchen Morani
Virenträger ohne Symptome: Wellensittichweibchen Morani
Auch das Wellensittichweibchen Morani war selbst nicht sichtbar erkrankt, trug die Viren aber trotzdem in sich. Einzig der leicht abgeblätterter Oberschnabel hätte ein Indiz für die Krankheit sein können, aber derlei Absplitterungen zeigen sich auch bei kerngesunden, nicht infizierten Vögeln, die zuvor eine Rangelei mit einem Artgenossen hatten. Deshalb sind solche Absplitterungen bei Vögeln, die in einem sehr großen Schwarm mit vielen Interaktionsmöglichkeiten mit Artgenossen leben, im Bereich der normalen Erscheinungsweise des Schnabelhorns und sind somit nicht zwingend ein Hinweis auf eine eventuelle PBFD-Infektion.

Virenträger mit leichten Symptomen: Wellensittichmännchen Sam
Virenträger mit sehr geringen Krankheitsanzeichen: Wellensittichmännchen Sam
Das Wellensittichmännchen Sam gelangte im Alter von etwa vier bis fünf Monaten in unsere Obhut. Der Vogel muss kurz zuvor erkrankt sein und nicht schon im Nistkasten, denn in diesem Fall wäre er sehr wahrscheinlich nicht mehr am Leben gewesen. Am linken Flügel fehlten ihm die Schwungfedern, rechts waren sie weitestgehend vorhanden. Ansonsten war sein Gefieder vollständig intakt und er wies darüber hinaus keinerlei Krallen- oder Schnabelhorn-Wachstumsstörungen auf.

Virenträger mit fehlendem Großgefieder: Wellensittichweibchen Houdina
Virenträger mit fehlendem Großgefieder: Wellensittichweibchen Houdina
Auch Houdina kam im Alter von ungefähr vier bis fünf Monaten in unsere Obhut. Sie ist vermutlich wie Sam nach dem Verlassen des Nistkastens an PBFD erkrankt, weil sie die Infektion anderenfalls sehr wahrscheinlich nicht überlebt hätte, wenn sie während der Wachstumsphase erkrankt wäre. Houdinas Großgefieder, also die Schwungfedern sowie sämtliche Schwanzfedern, fehlten nahezu komplett. Einige wenige Schwungfedern waren verdreht, struppig und erheblich zu kurz gewachsen vorhanden, sie ragten kaum unter den kleineren Flügelfedern hervor.
Nachtrag, März 2007: Houdina wurde in einen PBFD-positiven Vogelschwarm vermittelt. Dort lebte sie sich schnell ein und ihr Gefieder wuchs nach, sodass sie bald vollständig flugfähig wurde. Sie sah daraufhin aus wie ein gesunder, normaler Wellensittich.

Virenträger mit fehlendem Groß- und Kopfgefieder: Wellensittichmännchen Frodo
Virenträger mit fehlendem Groß- und Kopfgefieder: Wellensittichmännchen Frodo
Das erwachsene Wellensittichmännchen Frodo zeigte einen fortgeschrittenen Verlauf der Krankheit. Hier fehlte das Großgefieder, sodass die Flügel sehr kurz wirkten. Außerdem fehlten Frodo einige Federn im Gesicht und das gesamte Kleingefieder (Körpergefieder) sah zerzaust und faserig aus. Einige seiner Federn am Kopf erweckten den Anschein, verklebt zu sein, sie waren es aber nicht.

Virenträger mit fehlendem Kopfgefieder: Wellensittichmännchen Paddy
Virenträger mit fehlendem Kopfgefieder: Wellensittichmännchen Paddy
Obwohl das Körpergefieder des erwachsenen Wellensittichmännchens Paddy vollständig intakt war und er sogar sämtliches Großgefieder besaß, stand ihm die Krankheit buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Seine Maskenfedern waren zu weiten Teilen ausgefallen. Paddy war extrem untergewichtig, was auf eine chronische Erkrankung des Magen-Darm-Traktes schließen ließ, die wiederum mit dem durch die PBFD-Erkrankung geschwächten Immunsystem in direktem Zusammenhang gestanden haben dürfte.

Virenträger mit fehlendem Kopfgefieder und teilweise fehlendem Großgefieder: Wellensittichweibchen Amy
Virenträger mit fehlendem Kopfgefieder und teilweise fehlendem Großgefieder: Wellensittichweibchen Amy
Amy war zu dem Zeitpunkt, als sie in unsere Obhut gelangte, bereits erwachsen. Ihr Großgefieder war zum Teil nicht vorhanden, das Körpergefieder war intakt, nur im Gesicht und am Kopf fehlten ihr einige Federn. Auffällig war bei Amy, dass ihre Wachshaut (Nase) hellblau gefärbt war. Dies lässt den Schluss zu, dass die Vogeldame aufgrund ihrer Erkrankung an einer Hormonstörung litt und dass ihr Körper somit ihren angeschlagenen Gesundheitszustand mit der hellblauen Wachshaut offen zur Schau trug.

Virenträger ohne Großgefieder und mit zerzaustem Kleingefieder: Wellensittichmännchen Balou
Virenträger ohne Großgefieder und mit zerzaustem Kleingefieder: Wellensittichmännchen Balou
Als wir Balou übernommen haben, war er schwer krank. Er litt an einer Infektion des Zentralen Nervensystems und konnte sich infolge der neurologischen Störungen aufgrund des starken Zitterns und seiner Gleichgewichtsstörungen nicht auf der Stange halten. Glücklicherweise konnte diese Erkrankung geheilt werden, ohne dass Lähmungen oder neurologische Schäden zurückblieben. Dennoch war Balou zeitlebens gehandicapt, weil ihm sein gesamtes Großgefieder fehlte. Sein Kleingefieder war zwar vollständig vorhanden, aber es war infolge der PBFD-Erkrankung stark zerzaust und faserig. Er starb, bevor er in ein neues Zuhause vermittelt werden konnte.

Virenträger ohne Großgefieder und fehlendem Kopfgefieder: Wellensittichmännchen Tom
Virenträger ohne Großgefieder und fehlendem Kopfgefieder: Wellensittichmännchen Tom
Das Wellensittichmännchen Tom war stark von der Krankheit gezeichnet. Als der Vogel in unsere Obhut gelangte, fehlte ihm nicht nur sein gesamtes Großgefieder, sondern auch das Gefieder am Kopf war stark ausgedünnt. Hinzu kam eine schwere Infektion der Atemwege, die jedoch glücklicherweise dank einer antibiotischen Behandlung rasch ausheilte. Nachdem sein Freund Balou, siehe oben, gestorben war, wirkte Tom sehr angeschlagen, vermutlich weil er um ihn trauerte. Kurze Zeit später starb auch er.

Virenträger mit Gefiederlücken am gesamten Körper: Wellensittichmännchen Aragorn
Virenträger mit Gefiederlücken am gesamten Körper: Wellensittichmännchen Aragorn
Er war agil und draufgängerisch. Hätte man von seinem Verhalten auf seinen Gesundheitszustand schließen sollen, so hätte man den Wellensittichmännchen Aragorn gewiss nicht für einen schwer kranken Vogel gehalten. Dennoch befand sich die PBFD-Infektion bei ihm bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Sein Großgefieder fehlte komplett, das Körpergefieder war nicht nur lückenhaft, sondern insbesondere im Bereich des Kopfes wirkte es verklebt und zerzaust. Am Schnabel waren Abblätterungen zu erkennen, die auf eine beginnende Zerstörung des Schnabelhorns durch die Virusinfektion hindeuteten.

Virenträger mit massiven Gefiederschäden: Wellensittichweibchen Eve
Virenträger mit massiven Gefiederschäden: Wellensittichweibchen Eve
Das Wellensittichweibchen Eve zeigte ein weit fortgeschrittenes Krankheitsstadium, als es in unsere Obhut gelangte. Der Vogel war fast am gesamten Körper nackt. An einigen Stellen hatten sich infolge der PBFD-Infektion und des damit verbundenen Gefiederverlustes Federbalgzysten und eitrige Hautentzündungen gebildet, die vom Vorbesitzer des Vogels nicht behandelt worden waren. Der Schnabel zeigte Kerben, Rillen und Absplitterungen.

Virenträger mit massiven Gefiederschäden: Wellensittichweibchen Ayla
Virenträger mit massiven Gefiederschäden: Wellensittichweibchen Ayla
Wie bei Eve war auch bei dem Wellensittichweibchen Ayla ein weit fortgeschrittenes Krankheitsstadium zu erkennen. Trotz der Nacktheit war diese Vogeldame agil und fröhlich. Unter Entzündungen der Haut und Federbalgzysten litt sie glücklicherweise nicht. Ihr Schnabelhorn war allerdings nicht in perfektem Zustand, was sich durch feine seitliche Einkerbungen am Rand des Oberschnabels äußerte.

Virenträger mit massiven Gefieder- und Schnabelhornschäden: Wellensittichweibchen Lizzy
Virenträger mit massiven Gefieder- und Schnabelhornschäden: Wellensittichweibchen Lizzy
Das Leid stand ihr ins Gesicht geschrieben, als Lizzy in unsere Obhut gelangte. Sie war schwer krank, das PBFD-Virus hatte ihren Körper massiv angegriffen und ihr Immunsystem enorm geschwächt. Fast keine Federn waren mehr vorhanden, ihr Schnabel war porös und brüchig. Außerdem litt sie an ständig wiederkehrenden Infektionen des Verdauungstraktes. Obwohl wir versuchten, ihr zu helfen, lag sie eines Morgens schwer atmend und halb bewusstlos auf der Seite, so sehr hatten ihr die ständigen Sekundärinfektionen zugesetzt. Lizzy wurde an jenem Tag von ihrem Leid erlöst.

 
 
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