Birds Online
     
  Home > Vogelgesundheit > Infektionskrankheiten > Erfahrungsbericht Nierenerkrankung
     
 

Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!

Erfahrungsbericht über den Wellensittich Jacky von Inga Sturm, Februar 2009

JackyMitte November 2008 bemerkte ich beim Säubern des Käfigs zum ersten Mal, dass Jackys Kleckse unter ihrer Schlafschaukel merkwürdig verlaufen wirkten. Ich dachte jedoch, dass ich kurz vorher selbst etwas von dem Trinkwasser darüber gekippt hatte und machte mir deswegen erst einmal keine weiteren Sorgen. Jacky wirkte zu dem Zeitpunkt völlig normal.

Nach einiger Zeit fiel mir jedoch erneut auf, dass die Kleckse unter dem Vogelbaum teilweise verlaufen waren. Ich beschloss dies ein bisschen zu beobachten. Zu diesem Zeitpunkt war es Anfang Dezember 2008. Als Jacky am nächsten Tag auch noch begann, ihr Beinchen anzuziehen und zu schonen, packte ich die beiden Wellensittiche sofort in ihren Käfig und brachte sie zum Tierarzt.

Die Tierärztin untersuchte Jacky gründlich, nahm auch Proben von ihrem Kot und diagnostizierte ein Nierenproblem. Sie vermutete, dass die geschwollene Niere auf Jackys Nerv drückte und sie deshalb ihr Beinchen anzog. Bei dieser Untersuchung erfuhren wir nur mit Sicherheit, dass es sich nicht um einen Tumor handelte. Nach der Untersuchung des Kots stellte sich heraus, dass das Nierenproblem auch nicht auf Bakterien oder Pilze zurückzuführen war. Die Tierärztin erklärte mir, dass Jacky wohl einen degenerativen, also auf ihr Alter zurückzuführenden Nierenschaden hätte. Jacky war zu diesem Zeitpunkt etwa neun Jahre alt.

Wir bekamen die Tyrode-Lösung empfohlen und ich klapperte drei Apotheken ab, bis endlich eine alle Salze für die Mischung vorrätig hatte, und verabreichte sie Jacky sofort am nächsten Tag. Leider verfehlte die Lösung ihr Ziel, statt durch den hohen Salzgehalt mehr zu trinken, wirkte Jacky plötzlich dehydriert und stellte die Flügel ab. Ich kippte die Tyrode-Lösung sofort erschrocken weg und gab ihr erst einmal Evian-Mineralwasser, bis mir über das Internet eine Medizin zur Nierenunterstützung namens Phytorenal F empfohlen wurde. Diese nahm Jacky sofort gut an. Mittlerweile bemerkte ich eine Schwellung an ihrem Fuß, die innerhalb weniger Tage stärker wurde und ich fuhr erneut zum Arzt.

Gichtknoten in Jackys FußWie sich herausstellte, hatte sich die überschüssige Harnsäure, die durch die Nierenunterfunktion nicht mehr abgebaut werden konnte, unter der Haut abgelagert und war auskristallisiert. Jacky hatte Gicht in den Füßen. Bis zu diesem Zeitpunkt ging es Jacky generell sehr gut, sie fraß, sang, schnäbelte mit ihrem Partner und putzte sich regelmäßig. Da sie den Fuß jedoch häufig schonte, bekam sie Traumeellösung in Form von Injektionsampullen als Schmerzmittel. Zu diesem Zeitpunkt war es etwa Anfang/Mitte Januar 2009.

So ging es circa einen Monat lang gut, Jacky wirkte normal, auch wenn sie ihr Füßchen nicht mehr richtig bewegen konnte. Wir gaben ihr täglich Grünfutter, damit sie viel Flüssigkeit zu sich nahm und setzen sie regelmäßig vors Rotlicht, was sie auch ganz gerne mochte. Durch das langsame Schwächerwerden ihrer Nieren, verlief ihre Gicht nicht in Schüben, wie es häufig der Fall ist, sondern war eigentlich ständig da. Trotzdem wirkte Jacky sehr lebenslustig. Mitte Februar 2009 ging es ihr plötzlich schlechter.

Jacky war an Gicht erkranktInnerhalb von nur einer Woche wurde erst ihr rechter, dann ihr linker Fuß fast komplett steif. Sie konnte sich nachts immer schlechter auf der Stange halten und begann zum Schluss entweder auf dem Käfigboden oder den von mir installierten Sitzbrettchen zu schlafen. Außerhalb des Käfigs saß sie viel auf dem Fensterbrett, dem Schrank oder einem der Sitzbrettchen, die ich für sie hingelegt hatte. Sie sang kaum noch, war aufgeplustert und konnte sich nicht mehr richtig putzen, da sie nicht mehr an die Kloake kam.

Wir säuberten sie regelmäßig und gaben ihr jeden Morgen einen Tropfen Traumeel direkt in den Schnabel. Fressen und Trinken tat sie noch mit gutem Appetit und es schien ihr zu gefallen, von uns umsorgt zu werden. Am liebsten saß sie in meiner Hand und ließ sich von mir durch die Gegend tragen. Trotz allem machten wir uns große Sorgen und beschlossen, sie noch für drei Tage zu beobachten und bei einer Verschlechterung ihres Zustandes zum Tierarzt zu fahren, um sie erlösen zu lassen. Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollten, so mussten wir doch einsehen, dass es vermutlich bald zu Ende gehen würde.

Am 18. Februar 2009 verstarb unsere Jacky vermutlich an multiplem Organversagen. Bis zu ihrem letzten Tag wirkte sie zwar geschwächt, aber trotzdem hatte sie einen großen Lebenswillen. Wir werden sie sehr vermissen.

 
 
Sämtliche Inhalte und Abbildungen auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Bilder-, Video-, Tondatei- und Textdiebstahl werden rechtlich verfolgt.