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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!

Erfahrungsbericht von Claudia (Sky Monkey's Budgies Externer Link), Juli 2014

Bisher haben unsere Wellensittiche unser Leben bereichert, aber Mitte Mai stießen auch noch 2 Goldbugpapageien (auch Meyerspapageien genannt) dazu. Natürlich haben wir uns im Voraus intensiv mit dem Thema beschäftigt. "Fans" vom Eingangscheck muss ich gestehen, sind wir jedoch weniger und da wir mittlerweile die optischen Merkmale für kranke oder verletzte Vögel kennen, haben wir auf die Eingangsuntersuchung verzichtet... Das lag im Fall unserer Goldbugpapageien auch daran, dass wir aus verschiedenen Quellen nur Gutes über die Vogelhaltungen gehört haben, aus denen die beiden zu uns kamen.

Nun ja, Pucky nieste anfangs recht häufig und kratzte sich mit der Zeit vermehrt am rechtem Auge. Er schien in der Mauser zu sein, nahmen wir an, und er verlor ein paar Federns um dieses Auge.

Wir behielten das Ganze immer im Blick und Ende Mai, als das Auge anfing zu tränen bzw. vermehrt Flüssigkeitszufuhr im Auge zu erkennen war und er sich sichtlich gestört fühlte (er kratzte sich sehr viel), bin ich zu unserer vogelkundigen Tierärztin gegangen.

Puckys Auge war verändert und eingetrübt
Puckys Auge war verändert und eingetrübt

Sie schaute sich Pucky genau an und stellte die naheliegende Diagnose: ein Befall mit Chlamydien, die für die gefürchtete Papageienkrankheit (Psittakose oder Ornithose) verantwortlich sind. Ich war in dem Moment etwas geschockt. Zwar sind entzündete Augen an sich ein typisches Anzeichen für eine solche Infektion, jedoch nicht nur an einem Auge, was unsere vogelkundige Tierärztin verwunderte. Sie nahm also einen Dreifach-Abstrich bei Pucky (Schnabel, Kloake und Kot), schickte diesen ins Labor und gab vorsorglich Antibiotika. Des weiteren gab sie mir Augentropfen mit, die ich ihm viermal am Tag ins Auge tropfen musste. Ich sollte nach 5 Tagen wiederkommen, doch ich suchte sie früher auf, weil sich Puckys Zustand etwas verschlechtert hatte. Er schien etwas bedrückt, plusterte sein Gefieder häufig auf, kratzte sich oft oder ließ sich von mir kratzen und fraß weniger.

Zum Glück war das Laborergebnis schon da und alle atmeten erst mal auf – keine Chlamydien! Trotzdem stellte sich die Frage, was ihm fehlte. Die Ärtzin griff in ihren Schrank und holte eine fluoreszierende Flüssigkeit heraus, die sie Pucky ins Auge träufelte. Es wurde das Licht ausgeschaltet und eine kleine Schwarzlichtlampe eingeschaltet. Das Ergebnis war nicht zu übersehen, siehe Bild unten:

Puckys Hornhautverletzung wurde im Floureszenztest sichtbar
Puckys Hornhautverletzung wurde im Floureszenztest sichtbar

Auf dem Auge ist deutlich ein Hornhautdefekt erkennbar(der grüne Punkt). Der Grund für die Entstehung war und blieb unklar – es könnte möglicherweise ein Sandkorn ins Auge gekommen sein. Die Ärztin verordnete weitere Augentropfen, die so oft wie möglich angewendet werden sollten, und ein Schmerzmittel. Er bekam nun fünfmal am Tag zwei verschiedene Augentropfen und einmal am Tag zwei Schmerzmitteltropfen.

Pucky ist wieder gesundAm dritten Tag war die Nachuntersuchung und das Ergebnis überraschte mich: alles wieder normal! Vorsorglich sollte ich trotzdem noch die Augentropfen übers Wochenende geben. Seitdem ist aber zum Glück Ruhe und Pucky ist wieder gesund. Zum Glück ist kein bleibender Schaden am Auge entstanden. Abschließend sei noch zu erwähnen, dass solche Hornhautverletzungen selten vorkommen. Aber dennoch sollte man sie als Ursache für eine plötzliche Augenveränderung in Betracht ziehen.

Anmerkung:
Die Autorin dieses Erfahrungsberichts ist über ihre Facebook-Seite "Sky Monkey's Budgies Externer Link" zu erreichen.

 

 
 
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