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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!

Erfahrungsbericht von Jenny Goerke, Februar 2007

Ricky und FipsDer Vogel, von dem ich berichten will, ist Ricky. Er ist jetzt fast vier Jahre alt und muss von nun an nur noch mit einem vorhandenen Auge weiterleben.

Es fing alles vor ca. einem Jahr an einem Samstag an, an dem meine Eltern beim Umzug meiner Tante halfen. Als ich am Morgen aufwachte und meine beiden Vögel begrüßen wollte, sah ich, dass Rickys Auge verklebt war. Ich hatte mich dann fertig gemacht, meine Mutter angerufen und ihr alles erklärt, woraufhin sie sofort nach Hause kam und Ricky und mich zu einem Tierarzt fuhr.

Der Tierarzt meinte damals schon, dass die Flüssigkeit im Auge, die den Innendruck regelt, auslaufen würde und Ricky dadurch nicht mehr richtig sehen könne. Daraufhin gab er mir eine Salbe, die mehr die Festigkeit eines Gels hatte und die ich mehrmals am Tag aufs Auge auftragen sollte. Ich hielt diese Anweisung ein, bis ich keine Salbe mehr hatte. Während der Behandlung, die lange dauerte, wurde das Auge immer besser und sah zum Schluss wieder "normal" aus.

Nun verging ca. ein halbes Jahr, in dem nichts geschah. Dann fing es aber wieder an, woraufhin ich gleich wieder zum Tierarzt ging und er mir noch einmal die Salbe mitgab, welche ich immer wieder in regelmäßigen Abständen auftragen sollte. Das Auge wurde erneut besser, aber das war nicht von langer Dauer.

Rickys schlimmes AugeNach weniger als einem Vierteljahr verklebte das Auge nochmals und wir gingen deswegen schon zum dritten Mal zum Tierarzt. Nun meinte der Tierarzt allerdings, er könne nicht mehr versprechen, dass das Auge wieder heilen würde, da schon so oft Flüssigkeit ausgelaufen war. Er gab mir trotzdem immer noch in der Hoffnung, das Auge retten zu können, die besagte Salbe zum dritten Mal mit. Ich sollte sie wieder in regelmäßigen Abständen auftragen, was ich auch tat. Jedoch wurde es leider nicht mehr besser und das Auge war weiterhin verklebt. Ich wusste nicht mehr, was ich machen sollte.

Ca. ein Jahr nach dem Beginn der Erkrankung traf ich auf ein Forum (siehe Link Externer Link), wo ich mich mit meinem Wellensittichen vorstellte. Die User dort sagten, ich solle zu einem vogelkundigen Tierarzt gehen, was ich auch tat. Der vogelkundige Tierarzt meinte aber, dass man nicht mehr dran machen könne. Ricky sei auf dem Auge blind und daran könne man nichts mehr ändern.

Am selben Abend sah ich, dass das andere Auge nun ebenfalls angegriffen war, woraufhin ich mich dann wieder im Forum meldete und auch schrieb, was der vogelkundige Tierarzt gesagt hatte. Mir wurde geraten, weiter am "Ball" zu bleiben und zu einem anderen vogelkundigen Tierarzt zu gehen. Da ich aber noch nicht Autofahren darf und ich zu der Zeit niemanden hatte, der mich zu einem vogelkundigen Tierarzt hätte bringen können, fuhr ich mit dem Bus zwei Haltestellen und ging zu einem Kleintierarzt in der Hoffnung, er könne mir weiterhelfen.

Auch er erklärte, man könne nichts mehr an dem verklebten Auge ändern. Er gab mir jedoch für das andere angegriffene Auge zwei Salben mit, die ich abwechselnd insgesamt zehnmal am Tag auftragen sollte, was ich natürlich tat. Leider stellte ich mich diesmal recht dumm an, was es anging, die Salben vorsichtig ins Auge zu geben und ich fragte wieder im Forum um Rat. Am Tag darauf wurde mir dann erklärt, wie man die Salben ins Auge geben könnte und am nächsten Tag wurde es mir auch noch einmal von einer anderen Person mit Bildern gezeigt. Endlich konnte ich es so einigermaßen.

Nun wurde mir von einer Frau angeboten, dass sie mich zu einem vogelkundigen Tierarzt fahren könnte, was ich gerne angenommen habe. Dort beim Tierarzt hatte ich große Angst, dass ich Ricky einschläfern müsste, da er schon recht dünn geworden war. Jedoch gab der Tierarzt Ricky noch eine Chance durch eine Operation, in der er das verklebte Auge, worauf der Vogel nichts mehr sehen konnte, entfernen wollte. Also musste ich Ricky dort lassen, damit sie ihn am nächsten Tag operieren konnten.

Ricky nach der OperationAls dann die Frau, die mich zum Tierarzt gefahren hatte, am Abend des folgenden Tages meinen Ricky wieder abholte und mich später anrief, hörte ich schon durchs Telefon, dass es ihm gut ging. Denn er hatte wieder angefangen, seine Geschichten munter zu erzählen (und dies ist bei ihm in der Regel immer ein gutes Zeichen). Das Foto rechts hat die Frau an dem Abend noch gemacht. Man sieht die Blutkruste, wo früher das Auge gewesen ist. Für mich hieß es aber erst einmal Abwarten und Teetrinken bis zum nächsten Tag. Am zweiten Tag nach seiner Operation wurde er von der Frau so gegen halb sieben abends wieder zu mir zurückgebracht. Er war sehr gut drauf, womit wir alle nicht gerechten hatten, da er ja so dünn war. Aber ich bin der Ansicht, dass er einfach weiterleben wollte, jedoch nicht unter Schmerzen. Er wollte sicherlich auch noch weiterhin mit seiner Fips flirten und Geschichten erzählen.

Jetzt wird Ricky etwa zwei bis drei Wochen am anderen Auge behandelt, damit er dort nicht auch noch erblindet. Er darf aber schon wieder aus dem Käfig heraus und den lieben langen Tag fliegen und Mist machen.

 

 
 
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