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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!

Nasensteine eines Katharinasittichs Die Wachshaut verhindert bei Vögeln einen freien Blick auf das Innere der Nase. Ist die Wachshaut unversehrt und gesund, gibt es lediglich zwei kleine Löcher zum Atmen: die Nasenlöcher. In der Nase selbst kann es bei Vögeln zu Entzündungen kommen, durch die sich Sekret, Eiter und kleine Fremdkörper wie Staub verkleben. Es entstehen sogenannte Nasensteine, die von Medizinern auch als Rhinolithen bezeichnet werden. Von außen ist oft nicht zu erahnen, dass sich diese harten Klumpen im Inneren befinden.

Pfropf aus der Nase eines KatharinasittichsAuf das Vorhandensein von Nasensteinen können einige Symptome hindeuten. Die betroffenen Vögel können aufgrund der dicken Klumpen, die sich in ihrer Nase befinden, nicht mehr frei atmen. Starkes Schwanzwippen und Pumpen mit dem Körper ist dann häufig zu beobachten. Außerdem sind bei einigen Tieren pfeifende Atemgeräusche zu hören. Ferner kann es sein, dass der betroffene Vogel ein Brennen oder Jucken in der Nase verspürt und deshalb ständig seine Wachshaut an harten Gegenständen reibt, um sich Linderung zu verschaffen. Unter diesen Zeilen ist ein Katharinasittich zu sehen, der unter Nasensteinen gelitten hat. Weil die Nase gebrannt hat, hat sich der Vogel so lange an Ästen und anderen harten Gegenständen gerieben, dass ein Teil der Wachshaut abgerissen ist. Danach ist der Nasenstein im rechten Nasenloch sichtbar geworden und das Problem ist überhaupt erst aufgefallen.

Verletzte Wachshaut und Nasenstein bei einem Katharinasittich

Nasenstein in der Nase eines KatharinasittichsWird mit einer Taschenlampe in die Nasenlöcher geleuchtet, ist in einigen Fällen die bräunliche oder graue Oberfläche der Nasensteine sichtbar. Das Foto in diesem Absatz zeigt diese leicht graue Struktur innerhalb der Nase eines Katharinasittichs. Es ist nur sehr schwer zu erkennen, dass es sich dabei um einen Nasenstein handelt. Nur weil das Nasenloch ein wenig vergrößert ist, kann der Nasenstein überhaupt erahnt werden. Dass die Nase eines Vogels komplett verstopft ist, lässt sich unter anderem daran erkennen, dass ein auf das jeweilige Nasenloch gegebene Wassertröpfchen nicht eingeatmet oder nach außen gedrückt wird. Es bleibt an der Stelle und bewegt sich nicht.

Katharinasittich nach dem Entfernen von NasensteinenBesteht ein Verdacht auf Nasensteine, sollte umgehend ein fachkundiger Vogeltierarzt aufgesucht werden. Dieser kann dann versuchen, die Nasensteine entweder mit Flüssigkeit aufzuweichen oder sie mechanisch zu entfernen. Sind die Nasenlöcher des Vogels groß genug, ist dies unter Umständen von außen möglich, anderenfalls muss der Tierarzt je nach Position der Nasensteine - sie können im schlimmsten Fall auch in den Nebenhöhlen liegen - die chirurgische Methode zum Entfernen wählen. Es hilft dann also nur eine kleine Operation. Wichtig ist, dass die Steine aus der Nase geholt werden, denn oftmals ist eine chronische Entzündung die Ursache für das Entstehen der Klumpen. Diese Nasenentzündung kann nur zielgerichtet behandelt werden, wenn die Nasensteine nicht mehr im Weg sind. Das Foto in diesem Absatz zeigt den oben abgebildeten Katharinasittich unmittelbar nach dem Entfernen der Nasensteine.

Nasenentzündungen können beim Vogel sowohl bakteriell als auch pilzbedingt sein. Sinnvollerweise entnimmt der Tierarzt beim Entfernen der Nasensteine deshalb einen Abstrich und klärt mit dessen Hilfe ab, welche Krankheitserreger zu der Entzündung geführt haben. Die empfindliche Nasenhaut muss dann je nach Erreger behandelt werden. Entweder wird ein Medikament per Spritze oder oral, also in den Schnabel, verabreicht. Oft werden zudem Nasentropfen eingesetzt, damit die Nase schneller heilt.

Mitunter wird durch eine chronische Entzündung und durch Nasensteine sehr viel Gewebe zerstört und es bleiben stark vergrößerte Nasenlöcher zurück. Auch die Wachshaut kann stark beschädigt sein, sie wächst nicht mehr nach. Vögel mit vergrößerten Nasenlöchern bedürfen nach dem Abheilen der Entzündung intensiver Pflege, damit sich keine neuen Infektionen und Nasensteine bilden. Wie diese Pflege vonstatten gehen kann, wird im Kapitel über Wachshautveränderungen erläutert.

 
 
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