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  Zieht man Papageienvögel von Hand groß, müssen einige grundlegende Aspekte beachtet werden, damit die Tiere keinen Schaden an Leib und Seele davontragen. Etliche Züchter weisen auf diese Aspekte jedoch nicht hin, wenn sie noch nicht futterfeste Jungvögel verkaufen. Stattdessen betonen sie nicht selten, die Fütterung sei einfach und man könne gar nichts falsch machen. Diese Aussage zeugt von grober Fahrlässigkeit gepaart mit Verantwortungslosigkeit und die Vermutung liegt nahe, dass den Züchtern das Wohl der Tiere in keiner Weise am Herzen liegt.

Das richtige Futter
Wie es der Name bereits vermuten lässt, benötigt man bei einer Handaufzucht spezielles Handaufzuchtfutter. Obwohl der Name ähnlich klingt, handelt es sich hierbei nicht um Aufzuchtfutter! Letzteres wird den Altvögeln während der Jungenaufzucht gereicht und sie lagern es im Kropf zwischen, bevor sie damit ihren Nachwuchs füttern. Das heißt im Klartext, sie bereiten es quasi auf. Nicht von den Eltern "vorbehandeltes" Aufzuchtfutter eigent sich in aller Regel nicht als Handaufzuchtfutter!

Ausreichender Nährstoffgehalt
Wellensittich mit rachitischen BeinenErnährt man junge Vögel bei der Handaufzucht zu einseitig oder enthält das Futter zu wenige Nährstoffe sowie Mineralstoffe, kann es zu schweren Mangelerscheinungen kommen. Eine typische Erkrankung ist die sogenannte Rachitis. Weil dem heranwachsenden Vogel Mineralstoffe, insbesondere Kalzium, fehlen, sind seine Knochen zu weich und verbiegen sich. Die Folge ist, dass das Tier zeitlebens mit verbogenen Beinen oder gar einem Wirbelsäulenschaden leben muss, denn die Rachitis ist normalerweise nicht mehr heilbar. Außer einer Rachitis können sich noch weitere Krankheiten ergeben, die auf eine Mangelernährung während der Wachstumsphase zurückzufüren sind.

Verbrennungen durch zu heißen Futterbrei
Wird ein Jungvogel mit Futterbrei ernährt, sollte dieser nicht zu heiß sein. Ist der Brei sehr viel heißer als 40 Grad Celsius, kann es zu schweren Verbrennungen der Zunge, des Rachens, der Speiseröhre und des Kropfes kommen. Hiervon betroffene Vögel leiden unter schrecklichen Schmerzen und verweigern die Nahrungsaufnahme. Sie verhungern, wenn sie nicht umgehend von einem vogelkundigen Tierarzt behandelt werden. Übrigens sind auch Hautverbrennungen keine Seltenheit, wenn der zu heiße Brei im Gefieder klebt und die Haut teilweise benetzt.

Unterkühlung durch zu kalten Futterbrei
Ist der Futterbrei hingegen zu kalt, also kälter als etwa 30 Grad Celsius, kann es leicht zu Unterkühlungen der Verdauungsorgane, also vor allem des Kropfes kommen. Die empfindlichen Schleimhäute werden gereizt und das Immunsystem des betroffenen Vogels angegriffen. Relativ oft entstehen hieraus schwere Folgeerkrankungen wie bakterielle Infektionen.

Innere Verletzungen durch falschen Einsatz der Kropfsonde
Wer eine Kropfsonde oder -kanüle zur Fütterung einsetzt, sollte genau wissen, was er tut. Mit diesem Spritzenaufsatz können Experten einem geschwächten, kranken Vogel das Leben retten, indem sie ihn zwangsernähren und den Futterbrei direkt in den Kropf spritzen. Das Einführen der Kropfsonde birgt jedoch das Risiko, den Vogel tödlich zu verletzen, wenn man auch nur geringfügig verrutscht oder sich zu ruckartig bewegt. Der Einsatz von Kropfsonden sollte ausschließlich sehr erfahrenen Vogelhaltern und -züchtern vorbehalten bleiben!

 
 
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