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  Vögel haben durchaus ein ästhetisches Empfinden, was sehr zu ihrem Leidwesen von den meisten Haltern vollkommen verkannt und übersehen wird. In mühevoller Detailarbeit versuchen sie, ihre Umgebung ihren Wünschen entsprechend zu gestalten. Der Mensch scheint jedoch zu dumm zu sein, um den tieferen Sinn im Tun der Vögel zu durchschauen. Er meint schlichtweg, sie würden die Wohnung verhunzen. Schaut man jedoch einmal genauer und vor allem unvoreingenommen hin, so entdeckt man, mit wie viel Hingabe Ziervögel beim Projekt "Schöner Wohnen" ans Werk gehen. Ein nicht ganz ernst gemeinter Blick auf die Verdienste meiner Vögel ...

Bunter Deko-Traum

Bunter Deko-Traum
Während der Mauser machen Vögel aus der Not eine Tugend. Anstatt sich wie gewohnt viel zu bewegen, sitzen sie öfter an einem Fleck und lassen ihre Federn rieseln. Was für uns wie ein Ausruhen während der anstrengenden Zeit des Gefiederwechsels aussieht, ist in Wahrheit der Versuch der Vögel, ihre Umgebung bunter zu gestalten. Mit viel Ausdauer und einem "Händchen" für Präzision lassen sie ihre Federn an bestimmte Stellen rieseln, um so ein möglichst farbenprächtiges Ambiente zu erschaffen. Wie schwer muss ihnen ums Herz werden, wenn wir Menschen angesichts dieser Federansammlungen kaltherzig den Staubsauger bemühen!

Kunstvolle Diagonale

Kunstvolle Diagonale
Und schon wieder hat einer der Vögel eine Schaukel einseitig ausgehängt. Warum machen die das bloß? - Diese Frage haben sich vermutlich schon die meisten Vogelhalter mindestens einmal gestellt. Jeder professionelle Fotograf oder Künstler weiß, weshalb Vögel so gern Schaukeln auf einer Seite aushängen: sie erzeugen damit Diagonalen, die dem Blick schmeicheln. In den meisten überragend guten Fotos oder Gemälden finden sich Diagonalen, die unsere Blicke fesseln. Es ist den Vögeln nicht zu verübeln, dass sie in einem Käfig, in dem alle Stäbe parallel waagerecht verlaufen, ein wenig Abwechslung wünschen.

Die persönliche Note

Die persönliche Note
Tapeten oder gar weiß gestrichene Wände sind Wellensittichen und anderen Vögeln ein Graus. Nichts könnte steriler sein als diese Art der Raumgestaltung. Abwechslung und eine persönliche Note müssen her! Da Vögel nicht wie wir Menschen beispielsweise einen Pinsel schwingen können, um eine Wand zu verzieren, nutzen sie die ihnen zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen. Durch geschickte Bewegungen und perfekte Körperbeherrschung, mit der sie den richtigen Moment abwarten, verschönern Vögel Tapeten und Wände. Besonders beliebt sind die lang gestreckten "Streifschisse", die nur hochbegabte Künstler im Fluge zustande bringen.

Gardinen mit Netzoptik

Gardinen mit Netzoptik
In der Mode ist die Netzoptik seit geraumer Zeit hochaktuell. Beim Gardinenkauf scheint sich so mancher Vogelhalter dieser Tatsache allerdings nicht bewusst zu sein. Auch ich dachte, den Vögeln würde eine möglichst schlichte, dünne Gardine am besten in ihrem Zimmer gefallen, damit so viel Licht wie möglich hindurch scheinen kann. Weit gefehlt! Ich habe es total vergeigt, weshalb meine Vögel wieder einmal selbst zur Tat schreiten mussten, um die begehrte Netzoptik mit Hilfe einiger gezielter Bisse herauszuarbeiten.

Nachempfundene Landschaftsfotografie

Earth Art
Unter dem Stichwort "Earth Art" sind in letzter Zeit jene faszinierenden Landschaftsaufnahmen populär geworden, die von Fluggeräten aus entstanden sind. Da lichten hoch begabte Fotografen unter gewaltigem technischem Aufwand bizarre Felsformationen, Steppenlandschaften oder aber mäandernde Flussläufe wie den Amazonas von oben ab, was stets sehr eindrucksvoll auf den Betrachter wirkt. Wellensittiche können zwar fliegen und müssten folglich für die Herstellung solcher Kunstwerke nicht auf Kerosin schluckende Maschinen zurückgreifen, um eine erhabene Perspektive zu erlangen. Sie haben aber im Flug ein kleines Problem: gängige Kameras sind einfach zu schwer! Weshalb sich dann also die Mühe machen und zum Beispiel zum Amazonasbecken fliegen? Es geht auch viel einfacher! Manche in diesem speziellen Kunstbereich höchstbegabte Vögel haben sich darauf spezialisiert, Papierunterlagen, wie sie sich beispielsweise unter Kletterbäumen befinden, mit ihren Schnäbeln derart zu bearbeiten, dass sie an die herrlich geschwungenen, verzweigten Flüsse Südamerikas von oben betrachtet erinnern. Der Sittich, er hier am Werk war, hat eine ausgeprägte Vorliebe für weitläufige Seen in der Nähe der Mündungsregion eines solchen Flusslaufs. Selbst fotografieren können die Tiere ihre Kunstwerke aber dummerweise trotzdem nicht.

 
 
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