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  Home > Meine Katharinasittiche > Enrique - der blinde Kathi-Senior, † 06.03.15
     
 

EnriqueIn seinem früheren Zuhause hatte Enrique ein schönes Leben geführt. Sein Name war damals Heinz und der quirlige grüne Katharinasittichmann hatte mehrere Artgenossen um sich. Unter ihnen war seine Gefährtin Mausi, die jedoch leider im Frühjahr 2009 an einer schweren Legenot erkrankte und nicht mehr gerettet werden konnte. Ohne seine Frau an seiner Seite wurde der sehr dominante und draufgängerische Heinz ein Problem für die beiden innigen Freunde Propeller und Clyde. Ständig wirkte er als Störenfried, weshalb seine frühere Halterin den wilden Heinz zur Sicherheit aller Vögel separieren musste. So konnte und sollte es nicht mit ihm weitergehen und sie wandte sich deshalb an meine Katharinasittichnetzwerk-Kollegin externer Link Nina, um ein neues Zuhause für Heinz zu suchen.

EnriqueIn unserem Vermittlungsforum las ich von Heinz, als ich gerade damit begonnen hatte, einen fünften Katharinasittich zu suchen. In meinem kleinen Schwarm gab es nämlich ein Problem: Costa war inzwischen so alt und gebrechlich geworden, dass er völlig überfordert war, wenn sich Smoky, Bianca und auch Tico an ihn kuschelten. Ich hoffte, ein weiterer agiler und jüngerer Vogel würde die Aufmerksamkeit der drei auf sich ziehen und Costa so entlasten - deshalb hatte ich mich auf die Suche nach einem weiteren Katharinasittich begeben. So kam es, dass ich mein Interesse an Heinz bekundete. Rasch waren seine frühere Besitzerin und ich uns einig, und am 29. Mai 2009 brachte sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten den grünen Vogelmann zu mir. Er war zu dieser Zeit mindestens 4,5 Jahre alt.

EnriqueGleich nach seinem Einzug ins Vogelzimmer - er war gesundheitlich bestens durchgecheckt und durfte sich deshalb sofort zu den anderen Vögeln gesellen - setzte er sich in die Nähe der anderen Katharinasittiche. Sie waren freundlich-abwartend, was ein sehr guter Anfang war. Es gab keine Attacken, der Neuling durfte sofort wenige Zentimeter von ihnen entfernt sitzen bleiben. Wir atmeten alle auf, denn es war gleich zu Beginn abzusehen, dass die Vergesellschaftung wahrscheinlich gut funktionieren würde. Rückblickend muss man sagen, dass es nicht besser hätte laufen können. Selten habe ich erlebt, dass sich ein neuer Katharinasittich so schnell in eine Gruppe eingefügt hat wie Enrique.

EnriqueDer Grund dafür dürfte sein, dass er zwar ein temperamentvolles Energiebündel war, aber gleichzeitig auch ein sehr freundlicher Vogel. Zwar sind die meisten Kathis freundlich, aber für ihn galt dies in besonderem Maße. Manchmal gab es früher zwar das eine oder andere kurzes Kräftemessen mit Tico, einem ebenfalls grünen Männchen. Doch diese Schnabelfechtereien und das Gekreische waren meist schnell wieder vorbei und es herrschte danach Frieden mit einträchtigem Kuscheln. Besonders eng hat sich Enrique mit Smoky angefreundet. Mit ihm kuschelte er oft sehr ausgiebig und außerdem paarten sich die beiden Männchen früher gelegentlich miteinander. Es schien ihnen dabei völlig egal zu sein, dass sie beide Männchen waren. Doch diese Paarungsspielchen und die innige Freundschaft waren Geschichte, seit Enrique sich Smoky mit Marisol teilen musste. Kurz nach ihrem Einzug ins Vogelzimmer erkor Smoky sie zu seiner Partnerin und Enrique hielt sich seitdem häufig in Ticos Nähe auf. Aber die Dinge kamen letztlich ganz anders, denn nach einiger Zeit spannte Enrique seinem früheren engen Freund Smoky die Partnerin aus und war daraufhin der Mann im Leben der schönen Marisol.

EnriqueLeider meinte es das Schicksal in einer anderen Hinsicht nicht ganz so gut mit Enrique. Er erblindete altersbedingt im Sommer 2013 auf beiden Augen, er litt am Grauen Star. Eine Behandlungsmöglichkeit gibt es bedauerlicherweise nicht, sodass Enrique lernen musste, mit seinem Handicap zu leben. Das gelang ihm glücklicherweise sehr gut und er war nach dem Erblinden nach wie vor sehr agil. Obwohl er praktisch nichts mehr sehen konnte, flog er durch das Vogelzimmer und peilte dabei seine rufenden Artgenossen mit seinem Gehör an. Seine Landungen waren abenteuerlich und er ramponierte sich leider hin und wieder ein wenig die Nase. Aber weil er so lebensfroh und munter war, entschied ich mich dagegen, ihn den ganzen Tag einzusperren. Fast zwei Jahre lebte er weiterhin als vollwertiges Schwarmmitglied im Freiflug mit seinen Freunden, bis er am 6. März 2015 an Altersschwäche starb. Ihn nach beinahe sechs gemeinsamen Jahren zu verlieren, tat sehr weh und ich vermisse den charmanten Katharinasittichmann sehr.

Weil meine Katharinasittiche fast alle spanische Namen haben, was an der mittel- und südamerikanischen Heimat dieser Vogelart liegt, habe ich mich dazu entschlossen, Heinz einen "neuen" Namen zu geben: Enrique. Neu ist relativ, denn Heinz, sein ursprünglicher Name, ist die deutsche Form des englischen Henry, was wiederum auf Spanisch Enrique ist.

 
 
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