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  Home > Meine Katharinasittiche > Tagebuch von Nimue und Merlin: 02.01.2003
     
  Noch vor dem Einsetzen der Morgendämmerung - ja, ich musste tatsächlich um 05:30 Uhr aufstehen ... - versorgte ich die Sittiche, um Merlin und Nimue nicht zu verschrecken. Im Vogelzimmer war nur wenig Licht, das durch die nur angelehnte Tür aus meinem Wohnzimmer ins Reich der Sittiche fiel. Merlin fächerte im Käfig nervös mit den Schwanzfedern, wann immer ich mich im Vogelzimmer bewegte.

Wie ruhig blieben dagegen meine Wellensittiche! Ich spreche meine Tiere stets an ("Guten Morgen, Ihr Lieben."), und meine Wellensittiche kennen dieses Ritual. Mein Erscheinen macht sie in keiner Weise nervös. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Katharinasittiche irgendwann auch an das morgendliche Auftauchen ihrer Halterin gewöhnen werden.

09:00 Uhr
Schon wieder ist aufgeregtes Geschrei aus dem Vogelzimmer zu hören. Diesmal war es der Vogel Nimue, der sich aus dem Käfig wagte. Der blinde Sittich lief über den Fußboden und versuchte nur hin und wieder zu fliegen. Dabei war er sehr vorsichtig, ja geradezu elfengleich schwebend. Die Wellensittiche beobachteten das Schauspiel wieder einmal mit schräg gelegten Köpfen.

Nimues Auge Nimue watschelte auf den Bereich des Vogelzimmers zu, der mit auf dem Boden stehenden Klettergestellen ausgestattet ist, weil dort die flugunfähigen Wellensittiche wohnen. Relativ zielstrebig bewegte sich Nimue auf eines der Klettergestelle zu und erklomm es erstaunlich geschickt. Ich frage mich, wie viel der Vogel trotz seiner Linsentrübungen sehen kann. Vollständig blind ist er allem Anschein nach doch nicht.

Vorsichtig hielt ich meine Hand gegen seinen Bauch, und Nimue sah etwas perplex aus. Nach kurzem Zögern stieg der Vogel auf meine Hand, ohne zu wissen, wo er sich befand. Langsam setzte ich mich in Bewegung, um Nimue zum Käfig zurückzutragen. Das behagte dem Sittich gar nicht. Er flatterte erschrocken auf, da er es ganz offensichtlich nicht gewohnt war, auf einem sich bewegenden Untergrund zu stehen. Ich ließ ihn erneut auf meine Hand klettern und legte die andere Hand leicht um ihn, damit er fixiert war. Das gefiel ihm zwar nicht, aber er hatte meiner Ansicht nach keine Angst. Im Käfig angekommen, wurde Nimue sofort aufgeregt von Merlin begrüßt.

Den restlichen Tag verbrachten beide Katharinasittiche aneinander gekuschelt im Käfig, obwohl dessen Tor nach wie vor die ganze Zeit über offen stand. Oft saßen sie auf je einem Bein, kraulten einander und zwitscherten leise. Ein friedlicher Anblick, aber für meinen Geschmack haben die beiden heute erheblich zu wenig gegessen. Selbst die leckere rote Kolbenhirse, für die meine Wellensittiche alles tun, konnte sie nicht aus der Reserve locken. Obst und Gemüse haben sie ebenfalls nicht angerührt. Ich bin entsetzt darüber, wie wenig die beiden Katharinasittiche mit ausgewogener Ernährung anfangen können. Litschi, Mangold, Eisbergsalat, Petersilie, Basilikum und Karotte standen ihnen heute zur Verfügung. Hoffentlich werde ich aus den beiden Frischkostverweigerern mal irgendwann echte "Grünschäbel" machen!

Dione Ach ja, die sonst so schüchterne Dione ist heute schon wieder in den Käfig der Katharinasittiche geklettert. Sie hockte einige Minuten zwischen Merlin und Nimue, als ob dies das Normalste der Welt wäre. Der Kleinen ist es durch ihr für sie ungewöhnliches Verhalten gelungen, mich sehr zu überraschen! Ist sie in Wahrheit doch eine als Schäfchen getarnte, furchtlose Superheldin?

 
 
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