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  Home > Meine Katharinasittiche > Tagebuch von Nimue und Merlin: 06.01.2003
     
  Um kurz nach sechs hantierte ich im dunklen Vogelzimmer, in das nur durch die angelehnte Tür Licht aus dem Wohnzimmer fiel, am Käfig der Katharinasittiche herum. Sie schliefen noch, was ich sehr gut verstehen konnte. Leider war mir so viel Glück nicht vergönnt, ich musste wenig später zur Arbeit und habe deshalb die Vögel in aller Herrgottsfrühe versorgt.

Merlin und Nimue blieben heute vergleichsweise ruhig, als ich ihnen ihr Obst und das Gemüse im Käfig anbrachte. Die Wellensittiche kennen es ohnehin, dass ich im Dunkeln an ihren Käfigen rumhantiere, in die sie sich abends immer zum Schlafen zurückziehen. Auch heute waren sie wieder ganz gelassen und ließen mich gewähren. Vermutlich war die Bande froh, als ich wieder aus ihrem Zimmer verschwand, denn sie wollten wohl noch 'ne Runde schlafen und durften das sogar! Sittich müsste man sein!

Als ich am Abend von der Arbeit heim kam, war ich ein wenig entsetzt darüber, was Merlin und Nimue angestellt hatten. Sie hatten ihren Fressnapf heruntergerissen und das Futter quer durch ihren Käfig verstreut. Da sie es auf dem Boden zwischen der Kleintiereinstreu aber nicht finden konnten, waren sie beide sehr hungrig. Immerhin waren sämtliche Obst- und Gemüsesorten komplett vertilgt - wohl eher aus der Not heraus als wegen des guten Geschmacks, fürchte ich. Den Fressnapf muss ich wohl zusätzlich sichern, damit so etwas nicht noch einmal geschieht. Schließlich sollen die armen Vögel nicht hungern, während ich bei der Arbeit bin.

Ich reinigte das Vogelzimmer und die beiden Katharinasittiche blieben diesmal recht gelassen. Auch als ich die Stangen aus ihrem Käfig nahm, um sie zu säubern, blieben sie einigermaßen ruhig. Bei der Gelegenheit fiel mir wieder auf, dass ich dringend die Kunststoffstangen durch Naturzweige ersetzen sollte. Bald werde ich dies wohl in Angriff nehmen können, ohne die Vögel zu sehr zu verängstigen.

Etwa zwei Stunden nachdem ich im Vogelzimmer geputzt hatte, vernahm ich laute, aufgeregte Katharinasittichrufe. Nimue war aus dem geöffneten Käfig geklettert und hatte offenbar im Blindflug das Vogelzimmer durchquert. Zum Glück fliegt der Sittich stets ausgesprochen vorsichtig, sodass berechtigter Grund zu der Annahme besteht, ihn nicht irgendwann mit einer schweren Verletzung vorzufinden.

Es ist wirklich nicht leicht mit Nimue. Der Vogel steckt voller Lebensfreude und will hin und wieder fliegen. Ich kann und will es ihm nicht verbieten. Ganz ungefährlich ist das zweifelsohne nicht, aber wenn ich ihn nur einsperren würde, dann wäre sein Leben für ihn nur noch halb so schön, schätze ich.

 
 
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