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  Home > Meine Katharinasittiche > Tagebuch von Nimue und Merlin: 10.01.2003
     
  Vom frühen Morgen gibt es heute nichts zu berichten, aber leider vom Nachmittag. Als ich von der Arbeit nach Hause kam und ins Vogelzimmer ging, da bin ich fast rückwärts wieder hinausgefallen. Es roch stark nach Erbrochenem, und zwar so stark, dass mir augenblicklich schlecht wurde.

Ich war vollkommen verwirrt angesichts dieses Geruchs. Da ich so etwas bei den Wellensittichen noch nie zuvor erlebt hatte, waren die Verdächtigen rasch gefunden: die Katharinasittiche. Und richtig, Nimue hatte schrecklichen Durchfall. Gerade, als ich mir die Sache aus der Nähe ansehen wollte, setzte der Vogel einen ziemlich flüssigen Klecks ab - und ich muss gestehen, dass mir der Gestank den Atem verschlug.

Reinigen und Lüften standen umgehend an, ich hatte noch nicht einmal meine Wochenendeinkäufe aus dem Rucksack gepackt. Egal, die Vögel und deren Wohlergehen waren wichtiger.

Nachdem der üble Geruch und die Kleckse beseitigt waren und sich das Vogelzimmer nach dem Lüften wieder aufgeheizt hatte, nahm ich Nimue genauer in Augenschein. Das heißt, ich fing den kränkelnden Vogel mit der Hand ein, was aufgrund seiner Blindheit ein kinderleichtes Unterfangen war. Ein wenig unfair kam ich mir dabei schon vor, denn der arme Sittich hatte nicht den Hauch einer Chance, mir zu entkommen.

Sein Kloakengefieder war sauber und auch sein Ernährungszustand war akzeptabel. Seit er in mein Vogelzimmer eingezogen ist, hat der Sittich meiner Meinung nach sogar ein wenig zugenommen. Bei der Adoption der beiden Katharinasittiche habe ich erfahren, dass Nimue bereits im Tierheim und auch schon beim Vorbesitzer diesen Durchfall hatte. Weil seit Nimues Ankunft im Vogelzimmer keine weiteren Durchfälle aufgetreten waren, hatte ich geglaubt, der Vogel sei kerngesund.

Insgesamt wirkte Nimue heute ein wenig müder als sonst, aber nicht wirklich krank. Deshalb entschied ich, dem Vogel das Durchfallmittel aus meiner Vogelhausapotheke zu verabreichen. Außerdem tippe ich darauf, dass Nimue unter einer Störung der Darmflora leidet, weshalb ich mein Bird Bene-bac aus der Vogelapotheke hervorkramte.

Die Paste in Wellensittichschnäbel hineinzupraktizieren, grenzt an ein Kunststück. Also machte ich mich auf das Schlimmste gefasst, als ich Nimue mit dem Bene-bac zwangsfüttern wollte. Der Katharinasittich verblüffte mich jedoch ungemein, denn kaum hatte ich einen kleinen Klecks der Paste auf seine Zunge gegeben, da fing er begierig an, nach mehr zu schlecken. Nimue fährt total auf Bird-Bene-bac-Paste ab! Umso besser, denn so wird er mir auch in den nächsten Tagen keine Probleme bereiten, wenn ich den kleinen Patienten mit dem Aufbaumittel füttere.

Leider ist mein Tierarzt zu Beginn dieses Jahres vorübergehend aus meiner Stadt weggezogen, und die Dame, die seine Praxis für die Dauer seiner Abwesenheit übernommen hat, kenne ich noch nicht. Es sieht wohl so aus, als würde ich sie in den nächsten Tagen irgendwann in Augenschein nehmen müssen. Sollte sich Nimues Zustand am Wochenende nicht nennenswert bessern, werde ich den Sittich entweder bereits morgen oder übermorgen zum tierärztlichen Notdienst bringen. Ansonsten ist ein Besuch jener Tierärztin, die in meiner Nähe praktiziert, wohl nächste Woche fällig. Ich will diese Durchfallgeschichte in den Griff bekommen, dem Ganzen muss ganz einfach beizukommen sein!

Nun habe ich so viel über Nimue geschrieben, aber noch kein Wort über Merlin verloren. Er flog heute munter durch das Vogelzimmer, nachdem ich von der Arbeit zurück war. Die Wellensittiche jagen ihm nicht direkt Angst ein. Wenn jedoch mehr als drei dieser Vögel in seiner unmittelbaren Nähe sitzen, sucht er respektvoll das Weite. Zusammen mit Ares, den er offenbar schon von dessen Besuchen im Katharinasittichkäfig kennt, hat er sich am Keimfutter gütlich getan. Überhaupt haben die Katharinasittiche heute viel Obst und Gemüse gefuttert. Merlin findet nun auch Gefallen an Mandarinen. Birne scheint hingegen überhaupt nicht sein Fall zu sein. Auch Nimue hat die Abate-Fetel-Birne verschmäht, was unter Umständen jedoch einfach nur an seinem Durchfallproblem gelegen haben könnte.

 
 
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