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  Home > Meine Katharinasittiche > Tagebuch von Nimue und Merlin: 08.02.2003
     
  Nimue Und wieder ist eine ereignisreiche Woche vergangen, in der ich jedoch aus Zeitmangel nicht dazu gekommen bin, an dieser Stelle über die Neuigkeiten aus dem Leben der beiden Katharinasittiche zu berichten. Es erstaunt mich immer wieder, wie sehr sich Nimue und Merlin verändern und von Tag zu Tag mehr zu ganz normalen Vögeln werden - zumindest so weit es trotz der schweren Behinderung Nimues überhaupt möglich ist. Nun aber zur Schilderung des bewegten Lebens zweier das Vogelzimmer für sich entdeckender Kathis. :-)

Grüner Schwerenöter
Merlin hat sich so gut im Vogelzimmer eingelebt, dass seine Hormone mächtig in Wallung geraten sind. Vom Scheitel bis zur Spitze seiner Schwanzfedern verspürt er Frühlingsgefühle - und das von morgens bis abends. Wovon Merlin nachts träumt, hat er mir bedauerlicherweise nicht verraten ...

Am vergangenen Montag müssen die Hormone den potenten Vogelmann ziemlich durcheinander gebracht haben, denn Merlin hat in Sachen Paarung einfach nicht genug bekommen können. Erst hat er sich ausgiebig mit seiner ebenfalls frühlingshaft willigen Frau Nimue gepaart. Irgendwann hatte sie jedoch kein Interesse mehr an weiteren Paarungsakten und jagte ihn von dannen. Als er außerhalb des Käfigs war, machte er aus der Not eine Tugend und vergnügte sich mit einem der hölzernen Kletterring! Dieser gab keine "Widerpfiffe" und hielt die ganze Zeit schön still. Merlin schien es sehr zu gefallen.

Und bist du nicht willig ...
... so beiße ich Dir halt in die Füße. Nach diesem Motto scheint Merlin am Dienstag der Sinn gestanden zu haben. Er muss sich am Tage schier unersättlich aufgeführt haben, denn Nimue war mächtig genervt, als ich nach Hause kam. Er bedrängte sie im Käfig wieder und wieder, sie versuchte sich indes am Boden zu verstecken. Anscheinend war er ihr schon den ganzen Tag auf die Pelle gerückt und dabei recht rabiat mit ihr umgegangen, denn das Gefieder des blinden Weibchens war blutverschmiert. Er hatte ihr an einer ihrer Zehen eine kleine Schramme zugefügt, die sich glücklicherweise nicht entzündete und inzwischen gut abgeheilt ist.

Gescheitertes Fremdgehen
Nachdem er bei seiner zu Recht beleidigten Frau nicht mehr zum Zuge kam, ging Merlin am Dienstag einen unkonventionellen Weg, um den Abend nicht abstinent oder mit dem Holzring verbringen zu müssen ...

Exotische Schönheit Dione Als er durch das Vogelzimmer flog, kam ihm offenbar die Idee, dass man dort prima auf Freiersfüßen wandeln kann. Er landete auf dem Stück Korkeichenrinde, welches auf dem Fensterbrett liegt. Die Wellensittichdame Dione, siehe Foto rechts, hatte es sich dort bereits einige Minuten zuvor gemütlich gemacht. Sie saß dösend auf dem Kork und hatte ihr Köpfchen ins Gefieder gesteckt.

Ganz dicht trat Merlin behutsam an sie heran und bot all seinen Charme auf. Minutenlang flüsterte er ihr süße Katharinasittich-Nichtigkeiten ins Ohr und er geriet dabei zusehends in Wallung. Dione verstand weder sein Liebesgeflüster, noch seine Körpersprache. Sie wirkte viel mehr recht desinteressiert und fiel bald in einen leichten Schlummer.

Fest von seinen Qualitäten als Liebhaber überzeugt, nahm Merlin all seinen Mut zusammen und trat beherzt auf Diones Rücken, um sich mit ihr paaren zu können. Entrüstet schrie die Wellensittichdame auf und machte einen Blitzstart. Sie war schneller unter seinem linken Bein verschwunden als Merlin reagieren konnte, deshalb rutschte er kopfüber von der Korkeichenrinde und landete mit dem Schnabel voran auf der Fensterbank. Sein wütendes Gezeter über den missglückten Paarungsakt mit der exotischen Schönheit vermischte sich in wenig klangvoller Weise mit dem wutschnaubenden Gekrächze der brüskierten Dione, die sich minutenlang nicht beruhigen konnte - oder wollte.

Flatterhafte Nimue
Da Nimue so gut wie keine Angst mehr hat, wenn man sie kurz in die Hand nimmt, holte ich sie in den vergangenen Tagen immer aus dem Käfig, sobald ich von der Arbeit nach Hause gekommen war. Ich griff sie mit der einen Hand und setzte sie so schnell wie möglich auf den ausgestreckten Zeigefinger meiner anderen Hand. Sie begriff schnell, dass ihr keine Gefahr oder Unannehmlichkeiten drohen, wenn ich sie auf dem Finger durch das Vogelzimmer trage.

Meist setzte ich sie auf das große Stück Korkeichenrinde direkt am Fenster, weil sie sich dort ausgesprochen gern aufhält. Hin und wieder bringe ich sie zu den flugunfähigen Wellensittichen, da in deren Lieblingsgebiet des Vogelzimmers viele Klettergelegenheiten auf dem Boden stehen. Dort kann Nimue nach Herzenslust rumtoben, ohne tief zu stürzen, wenn die blinde Dame einmal ins Leere tritt.

Am liebsten setzt sie sich auf eines der Holzklettergestelle, das eine kleine Stange an seiner obersten Stelle hat. Entschlossen umklammert sie mit ihren Füßen diese Stange und dann geht es los: Kraftvoll schlägt sie mit ihren Flügeln, ohne dabei jedoch abzuheben. Auf diese Weise propellernd, sitzt sie mitunter eine halbe Minute da und genießt dieses flatterhafte Vergnügen sichtlich. Offenbar ist dies ihre Methode, sich dem Rausch des Fliegens hinzugeben, denn aufgrund ihrer Blindheit fliegt sie nur sehr selten durch das Zimmer.

 
 
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