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  Home > Meine Katharinasittiche > Marisol - die vom Schicksal gebeutelte Vogeldame
     
  MarisolIhr Start in ihr Leben in meiner Obhut ist nicht gerade optimal verlaufen. Doch zum Glück hat mir Marisol verziehen, was sie am Anfang erleben musste. Als ich sie an einem Samstag Anfang November 2010 bei einem Züchter abgeholt habe, ist mir schon vor Ort ihre extrem geschwollene Nase aufgefallen. Zu Hause habe ich mir das Ganze genauer angeschaut und voller Entsetzen festgestellt, dass sich im linken Teil der Nase große Mengen Eiter befunden haben. Die Nebenhöhlen waren ebenfalls betroffen. Nach dem Transport hat für Marisol also erst einmal eine Notversorgung der Nase auf dem Plan gestanden, die mit Sicherheit nicht angenehm für sie gewesen ist. Das Ausräumen des Eiters und das Spülen der Nase sind eine schmerzhafte Prozedur, weshalb ich dem armen Vogelmädchen erst einmal ein Schmerzmittel eingegeben habe, das ich glücklicherweise noch im Haus hatte, weil kurz zuvor ein anderes Katharinasittichweibchen ähnliche Nasenprobleme erlitten hatte. Kein guter Start also, aber Marisol war tapfer.

Marisol mit ihrer entzündeten NaseDirekt am darauffolgenden Montag habe ich Marisol meinem Tierarzt zum Eingangscheck vorgestellt und dieser hat die Nase gründlich untersucht. Es hat sich herausgestellt, dass sich Fäkalbakterien eingenistet hatten und leider auch Schimmelpilze der Gattung Mucor. Eine sehr lange Therapie hat ihren Anfang genommen. Wochenlang habe ich mehrmals täglich die Nase mit einer Desinfektionslösung spülen müssen, Marisol hat Medikamente eingenommen und mich vermutlich in dieser Zeit hassen gelernt. Sie hat außerdem in Quarantäne bleiben müssen, bis die Infektion abgeklungen gewesen ist. In dieser Zeit hat sie mir sehr, sehr leid getan. Beim Züchter ist sie noch von vielen Artgenossen umgebene gewesen, dann plötzlich hat sie allein gesessen und hat diese Schmerzen sowie die unangenehme Behandlung über sich ergehen lassen müssen. Aber es ist zu ihrem Besten gewesen und nach einiger Zeit gehörte diese unschöne Episode glücklicherweise der Vergangenheit an.

MarisolGlücklicherweise hat die Therapie sehr gut angeschlagen und Marisol hat Ende November 2010 endlich ins Vogelzimmer einziehen können. Erst einmal hat die zu diesem Zeitpunkt etwa ein halbes Jahr alte Vogeldame das Fliegen wieder üben müssen. Denn durch die lange Quarantäne ohne Freiflug ist sie ein wenig untrainiert gewesen. Doch sie hat dieses Problem sehr schnell gemeistert und sich innerhalb kurzer Zeit zu einer gewandten Fliegerin entwickelt. Ihre Artgenossen waren ein wenig irritiert, als sie noch in der Trainingsphase war. Hin und wieder rempelte sie die anderen Katharinasittiche beim Landen, was diese ihr leider ein wenig übel nahmen.

MarisolEntsprechend schwierig war es für Marisol am Anfang, sich mit den anderen Vögeln anzufreunden. Sie wurde oft verjagt, obwohl sie nach der langen Quarantänezeit sehr gern sofort Anschluss gefunden hätte. Den anderen Vögeln gingen ihre Annäherungsversuche bedeutend zu schnell und das zeigten sie ihr, indem sie sie in ihre Schranken wiesen. Marisol blieb hartnäckig und mit der Zeit hat sich die Lage gebessert. Nach einigen Wochen haben die anderen Vögel sie voll und ganz als Mitglied des kleinen Schwarms akzeptiert und Marisol schien darüber überglücklich. Mit Pinto hat sie schnell zarte Bande geknüpft, sehr zu deren Freude, denn sie hatte sie schon während ihrer Quarantänezeit oft durch die Plexiglas-Bodenluke des Vogelzimmers beobachtet. Ihr engster Freund und fester Partner ist dann aber letztlich doch Smoky geworden. Nach anfänglichen kleinen Streitigkeiten haben sich die beiden Vögel zu einem Paar zusammengefunden und sie gehen seitdem sehr freundlich und zärtlich miteinander um. Doch nach einer Weile eroberte der alte, blinde Katharinasittich Enrique ihr Herz und mit ihm war sie bis zu seinem Tod im März 2015 sehr glücklich. Danach kehrte sie zu Smoky zurück, der ihr die "Untreue" zum Glück verziehen konnte. Wenn Smoky gerade nicht hinschaut, kuschelt sie übrigens auch gern mit dem hübschen jungen Juan. Und natürlich versteht sich Marisol auch mit den Wellensittichen und Diamanttauben gut, denn sie ist ein sehr friedliebender Vogel.

In einer Operation musste Marisols rechtes Auge entfernt werdenLeider ist Marisol ein kleiner Pechvogel. Als sie etwas mehr als ein Jahr bei mir war, hatte sie einen Unfall, bei dem sie sich an der Schulter verletzte und dadurch leider ihre Flugfähigkeit für immer verlor. Der Grund für den Unfall war für mich ein sehr großes Ärgernis. Jemand hatte Ende Januar nachts noch ein paar Silvester-Böller abgefeuert, was bei meinen Vögeln zu eine Panikattacke geführt hat. Wildes geflatter, verletzte Nasen und leider bei Marisol eine gebrochene Schulter waren die bittere Bilanz. Schade, dass die Menschen so rücksichtslos sind und Tiere derart erschrecken, dass sie sich schwer verletzen. Und weil das Schicksal es mit Marisol wirklich nicht gut meint, hat es noch einen draufgesetzt. Anfang 2015 erlitt sie eine Augenentzündung, die so gravierend war, dass sie auf ihrem rechten Auge für immer ihre Sehfähigkeit verloren hat. Mit der Zeit bildete sich erneut eine Entzündung in dem Auge und es musste im März 2016 operativ entfernt werden. Glücklicherweise überstand sie die Operation problemlos.

Marisol kuschelt mit JuanIn den folgenden Monaten arrangierte sie sich mit ihrem Schicksal, fortan einäugig zu sein. Doch dann trübte sich leider auch das verbliebene linke Auge ein, was laut unserem Vogel-Tierarzt wohl eine Spätfolge der schweren Infektionen gewesen sein dürfte, die Marisol erlitten hatte, als ich sie im Jahr 2010 zu mir geholt habe. Während des Sommers 2016 verlor Marisol ihr Augenlicht auf dem noch verbliebenen Auge, seitdem ist sie vollständig blind. Trotz allem ist sie lebensfroh und kommt im Vogelzimmer bestens zurecht. Nach meinem Umzug hat sie rasch gelernt, sich in dem neuen Zimmer zu orientieren. Sie hat eine "geistige Landkarte" und findet sogar den Kletterbaum. Außerdem gibt es ja noch das "Fingertaxi". Früher war sie nie besonders zutraulich, doch inzwischen verlässt sie sich gern darauf, auf meinen Finger zu klettern und an ihre Lieblingsplätze getragen zu werden. Morgens helfe ich ihr auch immer aus dem Schlafkäfig. Sie würde das zwar auch allein schaffen, doch warum soll man durch ein wenig Hilfe nicht die Bindung stärken und ihr Vertrauen in mich fördern? Übrigens ist sie nach wie vor mit Smoky liiert, aber auch mit Juan und Patty kuschelt sie sehr oft.

Hinweis: Über Marisol und ihren Partner Smoky gibt es einen Erlebnisbericht.

Marisol und Pinto
Marisol und Pinto beim Kuscheln

 

 
 
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