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  Home > Meine Katharinasittiche > Patty - das zartbesaitete Sensibelchen
     
  PattyManchmal laufen die Dinge nicht nach Plan. Um ihren kleinen Katharinasittichschwarm wieder ein wenig zu vergrößern, holten zwei Vogelliebhaber aus der Nähe von Wiesbaden die beiden grünen Vögel Sally und Patty zu sich. Anfangs schmusten die beiden Tiere ständig miteinander und schienen sich sehr zu mögen. Doch mit dieser Harmonie war es nach dem Einzug in den Vogelschwarm rasch vorbei. Sally verliebte sich Hals über Kopf in ein Männchen und die enge Bindung zu Patty war daraufhin nicht nur vergessen, sondern wandelte sich ins Gegenteil: Sally verhielt sich zunehmend aggressiver gegenüber ihrem sehr ruhigen und sensiblen Artgenossen Patty, der trotz des weiblichen Namens ein Männchen ist. Die Attacken wurden heftiger und die beiden Vogelhalter trennten die Tiere räumlich, was aber kaum etwas brachte. Selbst in seinem separaten Volierenabteil fühlte sich Patty bedrängt, weil Sally energisch ans Gitter sprang.

Patty auf der großen SchaukelSo konnte es nicht weitergehen, Patty litt unter den Nachstellungen und auch darunter, keinen Anschluss mehr an die anderen Vögel zu haben. In dieser schwierigen Situation wussten sich die beiden Vogelliebhaber nicht mehr anders zu helfen, als die Schwarmzusammensetzung zu ändern. Entweder Sally oder Patty sollten in ein neues Zuhause mit anderen Vögeln ziehen. Von welchem der beiden liebgewonnenen Vögeln sie sich trennen würden, konnten sie selbst nicht entscheiden. Sie überließen es gewissermaßen dem Schicksal und dem neuen Halter, welcher Vogel umziehen sollte.

Gern klettert Patty auf der Korkrinde herumDas war die Vorgeschichte, von der ich erfuhr, als ich gerade einen freien Platz in meinem Vogelschwarm beim Katharinasittichnetzwerk melden wollte, denn wenige Tage zuvor war leider mein geliebtes Kathi-Männchen Tico gestorben. Es war mir gleich klar, dass ich den verzweifelten Vogelhaltern meine Hilfe anbieten und einen ihrer Vögel aufnehmen wollte. Weil ich so viele Handicap-Vögel habe, die keinen potenziellen Raufbold verkraften würden, fiel meine Wahl auf den ruhigen, sensiblen Patty. So kam es, dass er sein früheres Zuhause verließ und am 15. Dezember 2016 in mein Vogelzimmer einzog.

Smoky, Marisol, Patty und Juan - von links nach rechtsGleich zu Beginn schien es zwischen Patty und Juan eine Verbindung zu geben. Sie näherten sich einander und schauten sich gegenseitig gebannt an. Die anderen vier Katharinasittiche blieben ebenfalls freundlich und gelassen, sodass Patty insgesamt einen sehr guten Start im neuen Schwarm hatte. Schon am nächsten Tag kuschelte sie sich in die Gruppe. Was mir allerdings das Herz zerriss, war eine Beobachtung, die ich in jener Zeit machte: Patty wurde von den anderen Vögeln akzeptiert, man saß eng beieinander und dann hielt er Juan den Nacken als Aufforderung zum Kraulen hin. Juan wollte die Einladung gern annehmen und näherte sich Patty in offenkundig freundlicher Absicht. Kurz bevor er sein Gefieder mit dem Schnabel berühren konnte, zuckte Patty jedoch vor Juan zurück und begann panisch zu schreien. Juan nahm daraufhin sofort eine typische defensive und beschwichtigende Körperhaltung ein, er konnte natürlich nicht verstehen, weshalb sein Artgenosse so reagiert hatte. Patty war von den Nachstellungen durch Sally offenbar so verunsichert, dass er sich zwar Nähe wünschte, vor dieser aber in letzter Sekunde doch zurückschreckte.

PattySeit diesem Vorfall gewann Patty zum Glück Tag für Tag mehr Zuversicht und Vertrauen in die anderen Vögel. Schon bald war die Freundschaft mit Juan so innig, dass das gegenseitige Kraulen zum Normalzustand wurde - das Eis war gebrochen. Auch die anfangs noch sehr offensichtliche Angst, am Futternapf leer auszugehen - Kolbenhirse wurde von Patty regelrecht abgeschleppt und nur in Verstecken ganz hektisch in sich hinein geschlungen -, ist inzwischen längst Vergangenheit. Patty hat gelernt, dass ihm keine Gefahr droht und er ist völlig entspannt. Sogar mir gegenüber hat er ein wenig Vertrauen aufgebaut und manchmal steigt er auf die ihm angebotene Hand, aber immer nur rückwärts.

Als Patty bei mir einzog, war er circa zwei bis drei Jahre alt. Er ist ein grüner und somit wildfarbener Katharinasittich.

 

 
 
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