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  Home > Meine Katharinasittiche > Tico - das leuchtend grüne Energiebündel, † 09.12.16
     
  Tico Irgendwann im Jahr 2006 erblickte dieser männliche Katharinasittich, der später den Namen Tico erhalten sollte, das Licht der Welt. Wo sich sein Nest befand und wie er die ersten Monate seines Lebens verbracht hat, ist zeitlebens sein Geheimnis geblieben. Im Spätsommer 2007 flog er einer Vogelfreundin zu, die bis dahin keine Katharinasittiche gehalten hatte. Dass sein Gefieder völlig ramponiert war, sah sie jedoch sofort, schließlich kannte sie sich mit Krummschnäbeln gut aus. Welche Abenteuer der kleine Fundvogel in der freien Natur durchgestanden hatte, gehörte ebenfalls zu den Dingen, die er uns nie verraten konnte. Vielleicht ist er in einen Kampf mit einem aufdringlichen Wildvogel verwickelt worden oder er hat sich in einem Gebüsch verfangen und dadurch das Gefieder beschädigt. Wichtig war jedoch, dass er angesehen von den zerschlissenen Federn unverletzt und munter war.

TicoIn den folgenden Wochen versuchte die Vogelfreundin den früheren Besitzer des Sittichs ausfindig zu machen - allerdings trotz aller Bemühungen erfolglos. Niemand schien den fröhlichen grünen Kerl zu vermissen. Obwohl sich die Vogelfreundin aufmerksam um ihn kümmerte, war der Kathi-Mann allein und sie entschied nach einer Weile, dass er in ein Zuhause vermittelt werden sollte, in dem er gemeinsam mit mindestens einem Artgenossen ein glückliches Leben führen können würde. Weil sie keine Katharinasittichhalter kannte, recherchierte sie im Internet und fand bald die Website Katharinasittiche.de Externer Link. Sie schrieb deren Betreiber Siggi und Hendrik an und bat um Hilfe bei der Vermittlung des Vogels. Es dauerte nicht lange, bis eine Lösung gefunden war: Siggi wollte sich darum kümmern, ein Zuhause für den namenlosen Vogel zu finden und per Spedition wurde er kurz darauf zu ihr nach Nordrhein-Westfalen gebracht.

Tico Im August 2007 hatte sich mein Katharinasittichschwarm von vier auf drei Vögel verkleinert. Merlin, der Partner der zauberhaften Bianca, war so schwer erkrankt, dass eine Rettung nicht möglich war. Deshalb war ich seit seinem Tod auf der Suche nach einem neuen Partner für meine gefiederte Witwe, die zwar dank der liebevollen Zuwendung ihrer Freunde Costa und Rica nicht allein war. Trotzdem sollte sie einen neuen Partner bekommen, was gar nicht so einfach war, denn ich suchte nach einem älteren Katharinasittich. Weil meine Suche schon so lange erfolglos geblieben war, meldete sich Siggi bei mir und erzählte mir von dem grünen Fundvogel. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht einmal ein Foto von ihm gesehen, aber ich sagte zu, ihn zu adoptieren. Am Abend des 3. November 2007 war es so weit: Siggi und ihr Mann Hendrik brachten Tico zu mir, wofür ich ihnen sehr dankbar war.

Bianca und TicoAm nächsten Tag durfte Tico in mein Vogelzimmer einziehen, denn mit Hilfe meines Mikroskops habe ich zur Sicherheit einige Abstriche und Kotproben untersucht, sie waren in Ordnung. Kaum sah er seine Artgenossen, strahlte er förmlich vor Glück. Es war, als könne er es gar nicht fassen, endlich (wieder?) andere Katharinasittiche um sich zu haben. Als erstes wackelte er in der für diese Vögel typischen Art die schöne Rica an, auch Costa beschnupperte er. Bianca hielt sich zwar dezent im Hintergrund, aber sie ließ den grünen Hahn nicht eine Sekunde aus den Augen. Am darauffolgenden Tag bot sich ein ganz anderes Bild. Bianca macht keine halben Sachen, deshalb ging sie auf Tico zu und begann sofort damit, ihn zu kraulen. Ich hätte schwören können, ein seliges Lächeln auf seinem Gesicht zu sehen. ;-)

Tico auf seinem LieblingsplatzWeil Tico ein freundlicher Kerl war, verstand er sich mit allen anderen Katharinasittichen sehr gut. Hin und wieder gab es jedoch ein kurzes Kräftemessen mit dem etwa gleichaltrigen Männchen Enrique. Dann wurde für einige Sekunden gekreischt und mit den Schnäbeln ein kleiner Fechtkampf ausgefochten - und danach war dann bis auf weiteres wieder alles im Lot. Mit Bianca hat Tico in der darauf folgenden Zeit sehr oft gekuschelt, bis sie leider im Februar 2011 gestorben ist. Glücklicherweise gab es noch weitere enge Freunde im Kathi-Kleinschwarm, sodass Tico nicht allein war, obwohl seine beste Freundin unter den Artgenossen plötzlich nicht mehr da gewesen ist.

TicoIn den folgenden Jahren knüpfte er weitere intensive Freundschaften, unter anderem verband ihn eine innige Beziehung mit Isabel, einem dunkelgrünen Katharinasittichweibchen. Obwohl sie einen festen Partner hatte, war sie nicht abgeneigt, als Tico sich ihr als Kraulgefährte anbot. Anfangs missfiel das Isabels Partner ein wenig, aber letztlich hat er sich damit arrangiert und die drei Vögel hockten sehr oft dicht beieinander. Im Schlafkäfig kuschelte Tico außerdem gern mit Marisol, einem gelben Weibchen.

Tico und seine heimliche Liebe IsabelWährend der gesamten Zeit, in der Tico bei mir gelebt hat, ist er nie krank gewesen. Nicht einmal einen Kratzer hat er sich zugezogen. Dann wurde er Anfang Dezember 2016 plötzlich sehr schwach, ein aggressiver Infekt hatte ihn erwischt. Trotz aller Versuche, sein Leben zu retten, musste ich ihn am 9. Dezember 2016 einschläfern lassen. Einzig die Tatsache, dass dieser schwere Schritt sein Leiden verkürzen würde, hat mir ein wenig Trost gespendet. Denn es war kaum erträglich, ihn langsam dahinsiechen zu sehen, wo er zuvor all die Jahre lang ein quirliger und stets fröhlicher Kathi-Mann gewesen war. Tico, ich danke Dir für die lange Zeit, die wir miteinander verbringen durften. Obwohl Du nicht zahm warst, habe ich Dich sehr geliebt und ich mochte Deine lustigen Quietschtöne und die Art, wie Du Dich linkisch Deiner heimlichen Liebe Isabel genährt hast. Ich hoffe, Du warst glücklich in meinem Vogelzimmer. Du wirst für immer einen Platz in meinem Herzen haben.

Seinen Namen erhielt der virtuose Sänger und grüne Heißsporn deshalb, weil bei mir schon zwei Vögel wohnten, deren Namen mit einem mittelamerikanischen Land zusammenhängen: Costa und Rica. Die Einwohner Costa Ricas Externer Link nennen sich selbst Ticos (oder Ticas, wenn sie weiblich sind). Was lag also näher als den neuen Kathi zu nennen? Er war zeitlebens freundlich und unkompliziert, liebte Apfel, war bis zum Schluss ein wendiger Flieger und vertrug sich auch sich bestens mit den Diamanttauben und den Wellensittichen, die ebenfalls in meinem Vogelzimmer leben.

 
 
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