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  Seit einigen Jahren häufen sich die Fälle, in denen Wellensittiche aufgrund von Allergien abgegeben werden und beispielsweise in einem Tierheim landen. Leider ist es einem Allergiker kaum möglich, seine Tiere zu behalten, denn der Gesundheitszustand des Halters wird durch die Anwesenheit der Vögel in aller Regel zunehmend schlechter.

Allergien entwickeln sich mitunter erst im Laufe der Zeit, also wenn die Vögel bereits mehrere Monate oder gar Jahre im Haushalt des Allergikers leben. Sollten sich bei einem Vogelhalter plötzlich Anzeichen einer Allergie zeigen, so sind jedoch keineswegs immer die Vögel der Grund hierfür! Oft wird die Schuld ohne genaue Ursachenforschung pauschal den Tieren zugewiesen, auch so mancher Arzt nutzt Vögel gern als willkommene und bequeme "Sündenböcke". In den meisten Fällen sind es jedoch andere Allergene, die das Leid des Vogelhalters auslösen und die Vögel werden zu Unrecht verdächtigt. Nur ein detaillierter Test kann die wirklichen Ursachen einer Allergie zeigen!

Bedauerlicherweise ist generell eine Zunahme unterschiedlicher Allergien unter der Bevölkerung der Industrienationen zu beobachten. So mancher Mensch ist deshalb tatsächlich gegen Vögel an sich allergisch. Aus diesem Grunde ist es ratsam, vor dem Kauf von Wellensittichen sicherheitshalber einen Allergietest durchführen zu lassen. Ein solcher Test ist nicht nur im Interesse des zukünftigen Wellensittichhalters. Er ist auch im Sinne der Tiere, damit sie nicht ebenso schnell wieder weggegeben werden müssen, wie sie zuvor beim bis dahin beschwerdefreien Allergiker eingezogen sind.

Wer beispielsweise Pollen- oder Hausstauballergiker ist, könnte theoretisch auch auf Wellensittiche allergisch reagieren. Besonders oft liegen Vogelallergien vor, wenn gleichzeitig eine verstärkte Immunreaktion auf Gänsedaunen erfolgt.

Vorsicht ist außerdem geboten, wenn jemand aus Ihrem Haushalt Asthmatiker ist. Es besteht die Gefahr, dass diese Person aufgrund der Anwesenheit von Wellensittichen eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes erleiden wird. Klären Sie unbedingt im Vorfeld mit einem Arzt, ob das Asthma durch Vögel verschlimmert werden könnte oder nicht.

Im Zusammenhang mit Allergien sei zu erwähnen, dass sich Hausstauballergien durch die Haltung von Wellensittichen nicht zwangsläufig verstärken müssen, obwohl dies von vielen selbst ernannten Experten immer wieder behauptet wird.

Wellensittiche sondern selbst nahezu keinen Staub ab, wie es beispielsweise bei den Vertretern der Kakadu-Familie der Fall ist. Der nur in geringen Mengen anfallende Gefiederstaub der Wellensittiche löst bei Hausstauballergikern in aller Regel keine Beschwerden aus. Es ist der pulverisierte Kot der Hausstaubmilben, der solchen Menschen zu schaffen macht. Wer seine Wohnung nicht oft reinigt, muss allerdings damit rechnen, dass Wellensittiche und andere Vögel beim Freiflug Staub und damit Milbenkot aufwirbeln. Allergiker erleiden dadurch eine Verschlechterung ihrer Gesundheit, die sich aber durch gewissenhaftes Reinigen der Wohnung meist erheblich reduzieren lässt.

Vor allem wenn Wellensittiche mausern, sondern sie ein wenig mehr Staub ab, da die feinen Hülsen, die anfangs die einzelnen nachwachsenden Federn umschließen, in unzählige, winzige Einzelteile zerfallen. Dieser weiße Staub kann bei besonders empfindlichen Menschen zu Atemproblemen führen. Dann empfiehlt es sich, vor allem während der Mauser der Tiere ein Gerät zur Luftreinigung, also beispielsweise einen Luftfilter oder Ionisator, einzusetzen.

Erschreckend viele Humanmediziner halten noch immer an dem Irrglauben fest, dass Vögel grundsätzlich Milben auf ihren Körpern tragen, die den Menschen und insbesondere den Allergiker krank machen. Das stimmt nicht! Gesunde Vögel tragen keine Milben auf dem Körper, es handelt sich bei den Milben, die Vögel befallen, um Parasiten, die normalerweise nicht vorhanden sind. Falls doch, sind die Vögel krank und bedürfen einer umgehenden Behandlung durch einen Tierarzt. Überdies gilt: Hausstaubmilben leben nicht auf Wellensittichen. Leider wird auch diese jedweder Wahrheit entbehrende Behauptung immer wieder von vermeintlichen Experten geäußert. Hausstaubmilben leben in Wohntextilien wie Teppichen Matratzen, Kissen, Bettdecken, etc.

 
 
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