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  Home > Vogelkauf & Eingewöhnung > Quarantäne eines neuen Vogels ist wichtig
     
  WellensittichWer bereits Vögel hält und ein neues Tier zu seinen gefiederten Freunden gesellen möchte, der sollte den Neuzugang unbedingt einige Zeit in Quarantäne halten. Sprich: Der neue Vogel sollte in aller Regel mindestens zwei Wochen lang keinen direkten Kontakt zu den anderen Tieren haben, es sei denn, ein erfahrener Tierarzt hebt die Quarantäne auf, siehe unten. Diese Vorsichtsmaßnahme der vorübergehenden räumlichen Trennung "alter" und neuer Tiere mag in den Ohren mancher Vogelhalter übertrieben klingen, weil sie es bislang nie so gehandhabt haben. Allerdings ist es bedauerlicherweise keine Seltenheit, dass neue Vögel Krankheiten einschleppen oder aber selbst spontan erkranken, ohne die Schwarmgenossen zu infizieren.

Viele Zuchtbestände werden ordnungsgemäß gepflegt, allerdings gibt es - wie in jeder beliebigen Interessengruppe - auch unter den Vogelzüchtern schwarze Schafe. Sie nehmen es mit der Hygiene und der Gesundheitsvorsorge ihrer Tiere nicht allzu genau. So kann es geschehen, dass sich in ihrem Bestand beispielsweise Parasiten ausbreiten, bei Wellensittichen sind dies typischerweise Grabmilben oder Federmilben (äußere Parasiten) sowie Trichomonaden oder Spulwürmer (innere Parasiten).

Ein Befall mit diesen Parasiten ist nicht immer gleich zu erkennen, genauso wie versteckte Infektionen mit Bakterien oder Pilzen, die sich im Verdauungstrakt der Vögel ansiedeln. Es kommt zum Beispiel vor, dass man ein vermeintlich gesundes Tier aus einem Zuchtbestand oder im Zoohandel ersteht, das in Wahrheit jedoch krank ist. Mit ihm gelangen die Krankheitserreger quasi als "blinde Passagiere" in das neue Zuhause.

Wird der neue Vogel sogleich zu den alteingesessenen Artgenossen gelassen, kann es zu einer Ansteckung kommen, obwohl man nicht einmal Symptome bemerkt hat. Ein solches Fallbeispiel ist in der Gesundheits-Rubrik dieses Internet-Projekts beschrieben. Ohne es zu wollen, hat eine Vogelhalterin ihren gesamten Bestand mit Spulwürmern infiziert, siehe Bericht.

Hält man ein neues Tier zunächst in Quarantäne, so kann man viele Erkrankungen bereits während dieser Zeit feststellen. Idealerweise lässt man den neuen Vogel von einem fachkundigen Tierarzt untersuchen. Dieser Check-up ist eine ausgesprochen sinnvolle Maßnahme, und das nicht nur, um die bereits vorhandenen Vögel vor einer Ansteckung zu schützen. Trägt ein neuer Vogel versteckte Krankheitserreger oder Parasiten in sich, können sie bei der Eingangsuntersuchung oft schon erkannt werden, bevor die Krankheit bei ihm zum Ausbruch kommt.

Für einen Vogel bedeutet der Einzug in ein neues Zuhause erst einmal Stress, der in vielen Fällen das Immunsystem schwächt. Ein frisch eingezogenes Tier kann urplötzlich erkranken, weil sich normale Umgebungskeime explosionsartig in seinem Körper vermehren können. Unter Umgebungskeimen versteht man diejenigen Krankheitserreger, die in unserem Umfeld ständig vorhanden sind und mit denen unser Immunsystem genau wie das der Vögel unter normalen Umständen problemlos fertig wird.

Hat man den neuen Vogel einem Eingangscheck unterzogen und besagen sämtliche Untersuchungs- und Testergebnisse, dass das Tier nicht krank ist, kann man die Quarantänezeit im Einzelfall nach Absprache mit dem behandelnden Tierarzt verkürzen.

Achtung, sehr große Vorsicht ist mit Ziervögeln geboten, die entweder draußen eingefangen wurden oder die ihrem neuen Besitzer zugeflogen sind. Unsere heimischen Wildvögel tragen etliche Krankheitserreger in sich, die sie sehr leicht auf entflogene Ziervögel übertragen können, wenn sie draußen miteinander in Kontakt geraten. Die meisten Fundvögel, die draußen aufgelesen wurden, tragen Parasiten auf dem oder im Körper. Bevor Fundtiere in einen Vogelschwarm gelassen werden, sollten sie in jedem Fall gründlich von einem Vogel-Facharzt auf eventuelle Infektionen untersucht werden.

 
 
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