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  Nathan - der flugunfähige Feingeist

NathanIn seiner Jugend war Nathan sicher mal quirlig und vermutlich ein Wellensittichmann, der bei den gefiederten Damen landen konnte. Denn so charmant, wie er heute noch ist, könnte ich mir vorstellen, dass er damals die "Damenwelt" um den kleinen Finger gewickelt hat. Wann er geboren wurde, ist mir leider nicht bekannt. Bevor er am 15. August 2016 zu mir zog, lebte er längere Zeit im sehr großen Vogelschwarm meiner Freundin. Schon dort fiel auf, dass er bereits etwas betagter war. Nathan - eigentlich Nathaniel - verhielt sich deutlich ruhiger als die jugendlichen männlichen Schwarmgenossen. Er strahlte diese typische gelassene Selbstsicherheit eines älteren und erfahrenen Wellensittichmännchens aus. Trotz seiner recht zurückhaltenden Art fühlte er sich sichtlich wohl in dem großen, bunt gemischten Schwarm.

Nathan im Juli 2015 bei meiner FreundinSo zufrieden er in seinem Umfeld auch war, für Nathan ging das Altern damit einher, dass er immer schlechter fliegen konnte und schließlich mit den vielen agilen Schwarmgefährten überfordert war. Vor allem am Fressnapf wurde geschubst und gerempelt und der arme Nathan hatte zusehends häufiger das Nachsehen. Mehrmals beobachtete meine Freundin, wie er von den anderen Vögeln von der Voliere geschubst wurde - so konnte es nicht mehr weitergehen. Sie hatte Angst, er würde sich irgendwann verletzen, weil er seine Stürze wegen der sehr schlechten Flugfähigkeit kaum abfangen konnte.

In meinem Vogelzimmer war ein Platz frei, weshalb ich im Sommer 2016 zusagte, Nathan bei mir aufzunehmen. Meine Freundin, die nur ein paar Straßen weiter wohnt, brachte ihn sofort zu mir und besucht ihn seitdem oft. Auch wenn es für sie kein leichter Schritt war, sich von ihrem freundlichen Welli-Senior zu trennen, so ist er in meinem behindertengerechten Vogelzimmer doch besser aufgehoben. Außerdem sind meine Vögel allesamt eher ruhig und würden ihn niemals rempeln.

Der Kletterbaum am Fenster ist Nathans LieblingsplatzInnerhalb kürzester Zeit fühlte sich Nathan zu Hause und fand einen Lieblingsplatz: Direkt am Fenster steht ein kleiner Kletterbaum, von dem aus man einen guten Rundumblick sowohl ins Vogelzimmer als auch nach draußen hat. Dort sitzt Nathan sehr gern, vor allem wenn die Sonne scheint. Dann zwitschert er fröhlich im Sonnenschein. Mit den anderen Vögeln meines Schwarms versteht er sich gut, obwohl er bislang keine sehr enge Freundschaft geknüpft hat. Wie einige andere meiner Tiere ist dieser ältere gefiederte Herr eher ein Einzelgänger, der aber trotzdem nicht allein sein möchte. Glücklicherweise respektieren die anderen Vögel das, wodurch sich das Zusammenleben meiner Tiere sehr harmonisch gestaltet.

Kork zu schreddern, macht Nathan großen SpaßWährend er sonst eher von der ruhigen Sorte ist, wird Nathan zum regelrechten Draufgänger, wenn es frisches Möhrengrün gibt. Am liebsten mag er es, wenn es in einer Badeschüssel gereicht wird. Dann planscht er darin ausgelassen herum, bis er klitschnass ist. Und frisst dabei natürlich sein heiß geliebtes Grünzeug. Mir gegenüber ist Nathan schnell recht zutraulich geworden. Er klettert bereitwillig auf den Finger - außer ich möchte ihn abends in den Käfig setzen, wenn er noch keine Lust aufs Schlafengehen hat. Dann wird er ungehalten und zwickt ein wenig. Das mag man kaum glauben, wo er doch sonst ein lammfrommer, geradezu harmoniesüchtiger Vogelmann ist. Aber was er nicht will, das will er eben nicht. Zu früh "ins Bett" gehen geht gar nicht, wenn man doch noch ein Weilchen auf seinem Lieblingsplatz am Fenster sitzen möchte! Und was er ebenfalls liebt, ist das Schreddern von Kork. Dabei verjagt er selbst die energischen Weibchen.

Nathan ist ein Australischer Schecke in hellblau, außerdem ist er ein Opalin-Vogel.

 

 
 
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