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  Die fünf Geretteten Am 27. August 2005 erreichte mich ein Hilferuf meiner Tierheilpraktikerin, Nicola Traeger Externer Link. Sie berichtete mir, in meiner Nachbarstadt sei ein Tierhalter negativ aufgefallen, der seine Vögel alles andere als optimal untergebracht hatte. Auch ließ er sie brüten, jedoch ohne eine behördliche Zuchtgenehmigung zu besitzen, womit er sich strafbar machte. Mir wurde zugetragen, es seien bereits Vögel verhungert, weil die Pflege so schlecht war. Ich war völlig entsetzt und nahm sofort Kontakt zu der mir genannten Ansprechpartnerin auf, die die Befreiung der Vögel vor Ort koordinieren sollte.

Schnell war ein Rettungsplan ersonnen. Allein konnte ich die Sache leider nicht auf die Beine stellen, weil ich kein Auto besitze und die Tiere nicht hätte abholen können. Deshalb bat ich einige andere Vogelschützer um Hilfe - und diese wurde mir auch prompt zugesagt.

Die Bochum-Wellis nach der Rettung Am 1. September war es dann so weit. Meine damaligen Vereinskolleginnen Carolin Woelk und Claudia Pautsch, so lauten ihre Forumsnamen, trafen sich morgens mit unserer Bochumer Ansprechpartnerin bei dem Mann, der seine Tiere in der Vergangenheit so schlecht gehalten hat. Die Voliere, die er zusammen mit den fünf Wellensittichen für 50 Euro verkaufen wollte und die Ninja mit ihrem großen Auto abtransportieren sollte, war dermaßen verdreckt, dass man sie nur noch entsorgen konnte. Das sagte Ninja auch klar und deutlich, es gelang ihr unter anderem deshalb, den Preis der Vögel und der Voliere auf 30 Euro zu drücken.

Mit den fünf Vögeln in einem Transportkäfig machte sich cocorita sofort zu mir nach Essen auf den Weg, während Ninja die Voliere entsorgte. Kurz nach ihrer Ankunft brachte ich die Vögel zum Tierarzt und ließ sie gründlich durchchecken. Am nächsten Morgen zogen sie in einen phantastischen großen Käfig ein, den mir Bea62, ein weiteres Vereinsmitglied, am Vorabend zusammen mit ihrer Tochter aus Bottrop gebracht hatte und leihweise zur Verfügung stellte. Einen ausreichend großen Käfig für die Unterbringung von fünf Wellensittichen über einige Zeit besitze ich nämlich nicht. Es war wirklich phantastisch, wie die Zusammenarbeit geklappt hat!

Der Käfig der Bochum-Wellis Vorübergehend sind die Vögel nun also hier bei mir untergebracht. Ihr riesiger Käfig, den ich mit Naturästen ausgestattet habe, steht in meinem Wohnzimmer. Mit meinen Vögeln dürfen sie nicht in Kontakt kommen, weil ich noch nicht weiß, ob gegebenenfalls bislang unerkannte Erkrankungen vorliegen. Bis die Untersuchungsergebnisse vorliegen, müssen sie deshalb in Quarantäne bleiben.

Den Vögeln soll es hier an nichts mangeln, deshalb erhalten sie - genau wie meine eigenen Vögel - jeden Tag frisches Obst und Gemüse sowie Kräuter. Ganz besonders gern mögen sie Pfirsich, aber auch Basilikum und Knaulgras stehen auf ihrer geschmacklichen Hitliste ganz weit oben.

Sobald die Vögel für gesund erklärt wurden und ich ihre Flugfähigkeiten getestet habe, werde ich sie vermitteln. Weil die Vögel wirklich überaus niedlich sind, haben sich bei mir bereits mehr Adoptions-Interessenten gemeldet, als ich Tiere zur Vermittlung habe. Weitere Anfragen sind daher zwecklos.

Und das sind die fünf Geretteten, denen ich ihre Namen gegeben habe, weil sie zuvor keine hatten:

Minti
Dieser Vogel kann doch nur Minti heißen, oder etwa nicht? Die zauberhaft schöne und sanftmütige Vogeldame in zartem Mintgrün ist leider mein Sorgensittich Nr. 1, denn sie hat ein erschreckend großes Lipom (Fettgeschwulst) am Bauch. Ob sie damit ein Leben in einer Voliere oder in einem Vogelzimmer führen kann, muss sich noch zeigen. Sobald die Testergebnisse vorliegen und ich sicher sein kann, dass Minti keine ansteckende Krankheit in sich trägt, werde ich ihre "Alltagstauglichkeit" in meinem Vogelzimmer testen und dann entscheiden, ob sie ein behindertengerechtes Zuhause braucht oder nicht. Sollten weitere Untersuchungen ergeben, dass die Geschwulst operabel ist, werde ich den chirurgischen Eingriff durchführen lassen, um Minti ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

Die schöne Minti    Mintis Lipom

Nachtrag vom 31. Oktober 2005: Aufgrund ihrer kurzen, schweren Krankheit musste Minti leider heute eingeschläfert werden. Sie hat ihr neues Zuhause leider nie kennen lernen dürfen, denn es hat sich bis zum heutigen Tag keine Transportmöglichkeit nach München gefunden.

Bono
Dieser Vogelmann ist sehr lebhaft, singt oft und vor allem laut. Obwohl die Sittiche zu Beginn in meinem Schlafzimmer untergebracht waren, hat Bono sehr, sehr laut gesungen, als ich im Wohnzimmer Musik von U2 gehört habe. Als er sich sozusagen ein Gesangsduell mit dem Sänger der irischen Band geliefert hat, da stand sein Name natürlich sofort fest ... :-)

Bono ist charmant und neugierig, außerdem verhätschelt er ständig seine Frau Minti. Sie sind ein sehr harmonisches Pärchen und werden garantiert nicht getrennt. Wenn Bono gerade mal nicht singt oder schläft, dann krault oder füttert er seine geliebte Frau. Ich finde die beiden absolut entzückend.

Bono im Porträt    Bonos schöner Rücken

Shannon
Auch bei diesem Weibchen stand Irland in Sachen Namensgebung Pate. Shannon ist nach dem Fluss benannt, der sich auf der grünen Insel befindet. Sie ist eine draufgängerische Henne, die für ihr Leben gern nagt. Obst und Gemüse, das etwas härter ist, so zum Beispiel Apfel, haben bei ihr keine Chance. Sie macht aus allem innerhalb kürzester Zeit "Kleinholz". Leider ist Shannon Menschen gegenüber extrem ängstlich, so dass sie sich immer in die hinterste Ecke des Käfigs flüchtet, sobald ich mich ihm nähere.

Obwohl der illegale Züchter behauptet hat, seine Tiere seien untereinander nicht verwandt, so halte ich Shannon für eine Blutsverwandte von Bono. Die Ähnlichkeit der beiden Tiere dürfte wohl kaum Zufall sein.

Shannon ist schläfrig    Lecker Hirse!

Kenny
Er ist ein Traum in Vanille-Gelb und Türkis, und seine großen, schwarzen Augen sind einnehmend attraktiv. Kenny ist mit Shannon "verheiratet", deshalb sollte auch er einen irischen Namen tragen. An seinem rechten Augenlid hat er eine Hautveränderung, bei der es sich um ein aufgeplatztes, eingetrocknetes Gerstenkorn handelt. Sie wird mit der Zeit abfallen und bedarf keiner weiteren Behandlung. Wie Bono ist auch Kenny ein ausdauernder Sänger, außerdem badet er gern und liebt Pfirsich. Selbstverständlich werden Kenny und seine Frau Shannon gemeinsam in ein neues Zuhause ziehen, sie werden auf gar keinen Fall getrennt.

Kletternder Kenny    Kenny im Porträt

Bilbo
Letzter im Bunde ist der Single-Hahn Bilbo. Er hat auffällig mandelförmige Augen und sieht damit herrlich exotisch aus. Zu Bilbos Lieblingsbeschäftigungen gehört es, akrobatisch am Käfiggitter entlang zu klettern, die von mir gebastelten Schaukeln auszuprobieren und im Trinknapf zu baden, obwohl ein paar Zentimeter weiter rechts eine geräumige Vogelbadenwanne bereitsteht. Der Kleine hat wirklich nur Unsinn im Kopf ...

Hier kommt Bilbo!    Bilbo hat mandelförmige Augen

Essen, 3. September 2005

Nachtrag vom 28. November 2005
Heute sind die verbliebenen vier Bochum-Wellis abgeholt und in ihr neues Zuhause transportiert worden. Sie wohnen nun bei Nikki Britz, einem der beiden Webmaster von Wellensittiche - Possierliche Schreihälse Externer Link. Dort werden es meine vier kleinen Freunde, die ich in den knapp drei Monaten, die sie bei mir verbracht haben, alle sehr lieb gewonnen habe.

 
 
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