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  Romy, adoptiert am 26. September '14, † 14. Januar '19

RomyIrgendetwas Schlimmes muss ihr bei ihrem vorherigen Besitzer widerfahren sein, aber was das genau war, wusste niemand und Romy konnte es mir leider nicht erzählen. Sicher ist, dass der Vorbesitzer nicht sonderlich gut Acht gegeben hat, anderenfalls wäre Romy körperlich nicht in so schlechter Verfassung gewesen, als sie im Sommer 2014 zusammen mit ihrer Gefährtin Julia in Bonn dem Verein der Wellensittich-Freunde Deutschland e.V. übergeben wurde. Zwar kümmerte sich der Verein intensiv um die Vögel und stellte sie einem fachkundigen Tierarzt vor. Dieser konnte jedoch nichts ausrichten, denn Romys körperliche Einschränkungen waren nicht mehr behandelbar und somit von Dauer. Es war längst zu spät und somit war klar, dass diese Vogeldame für den Rest ihres Lebens körperliche Einschränkungen meistern musste.

RomyRomy war flugunfähig, möglicherweise hatte sie früher einen Unfall, bei dem sie sich die Flügel oder die Schultern verletzt hat. Vielleicht ist die Verletzung sogar behandelt worden, aber dann wohl nicht unbedingt so, dass sie hätte heilen können. Fairerweise sei jedoch angemerkt, dass solche Behandlungen aber ohnehin nicht immer zum gewünschten Erfolg führen und die betroffenen Tiere ihre Flugfähigkeit nicht mehr zurück erlangen. Weil Romy aber insgesamt sehr vernachlässigt wirkte, ist davon auszugehen, dass der Vorbesitzer sich nicht ausreichend um sie gekümmert hat, als sie ihre Flügel- oder Schulterverletzung erlitten hat.

RomyRomy hatte anfangs am Bauch außerdem ein großes Lipom, das auf Fehlernährung und Bewegungsmangel in ihrem früheren Zuhause schließen ließ. Zwar treten Lipome auch mitunter bei Vögeln mit viel Freiflug auf. Aber da Romy vermutlich schon länger nicht mehr fliegen konnte, hatte sie wahrscheinlich kaum Möglichkeiten, sich zu bewegen. Weil sie übergewichtig war - später hat Romy dank ausgewogener Ernährung ihr Normalgewicht zurückerlangt -, hatte sich unter einem ihrer Füße in der Vergangenheit ein Ballengeschwür entwickelt, von dem später zum Glück nur noch Narbengewebe übrig war. Solche aus Druckstellen hervorgehenden Geschwüre treten häufig bei stark übergewichtigen Vögeln auf, bei denen durch das hohe Körpergewicht bestimmte Bereiche der Fußsohlen zu stark belastet werden. Auch die Narbe am Fuß musste ich immer im Blick behalten werden, weil sich aus ihr jederzeit wieder ein Geschwür hätte entwickeln können. Glücklicherweise haben die Narbe Romy jedoch beim Laufen und Klettern nicht eingeschränkt, so dass sie recht beweglich war.

Romy mit ihrem Partner LuciferWährend ich im Spätsommer 2014 im Urlaub gewesen bin, waren meine Vögel bei meinen Freunden untergebracht, die zu dieser Zeit auch Romy und Julia beherbergten. Die beiden Vögel sollten vermittelt werden und waren dort nur zur vorübergehenden Pflege untergebracht und die Chancen auf eine Vermittlung der beiden schwer gehandicapten Vogeldamen standen leider sehr schlecht. Doch Romy hat dafür gesorgt, die Dinge zu beschleunigen. Denn sie hat sich in meinen Vogel Lucifer verliebt, der bei meinen Freunden zu meinen Tieren gestoßen war und nach meinem Urlaub ebenfalls zu mir ziehen sollte - eine wirklich komplizierte Liebesgeschichte, die für die Vögel selbst aber erstaunlich einfach war. Und wir wollten natürlich nicht trennen, was zusammengehört. Also adoptierte ich Romy und Julia, sie wurden am 26. September 2014 offiziell Mitglieder des Birds-Online-Schwarms. Über mehrere Jahre war Romy die Frau an Lucifers Seite und die beiden Vögel gingen überaus liebevoll miteinander um. Sie saßen meist sehr dicht beieinander und kraulen sich oft gegenseitig das Köpfchen. Es war schön zu sehen, wie harmonisch ihre Beziehung war.

Seit ihrem schweren Unfall hatte Romy nur noch einen halben OberschnabelDiese innige Beziehung rettete Romys Leben. Bei einem Unfall riss im Mai 2017 ihr gesamter Oberschnabel ab. Kurzzeitig überlegte ich, sie einschläfern zu lassen, weil sie nicht mehr selbstständig würde fressen können. Doch ich entschied mich gemeinsam mit einem fachkundigen Tierarzt dagegen und ernährte Romy einige Zeit per Sonde. Nachdem er sich an die schlimme Verletzung in ihrem Gesicht gewöhnt hatte, fütterte auch Lucifer seine Partnerin wieder und trug dazu bei, dass ein kleines Wunder geschehen konnte: Romy erholte sich, ihr Schnabel wuchs nach und sie konnte schon wenige Wochen später wieder selbstständig fressen. Zwar war der Oberschnabel seit dem Unfall nur noch halb so lang wie zuvor, doch das reichte aus, um damit Nahrung aufnehmen zu können.

Der Tumor am Bein und der an der Bürzeldrüse waren nicht operabelVom Pech verfolgt, bekam Romy etwa ein Jahr später einen Bürzeldrüsentumor, der operativ entfernt wurde. Ein kleiner Rest ließ sich jedoch nicht wegschneiden und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis der Tumor zurückkehren würde. Im Sommer 2018 begann er langsam wieder zu wachsen, eine erneute Operation war wegen der Lage des Tumors nicht möglich. Obendrein bildete sich am Bein ebenfalls ein inoperabler Tumor. Beide Wucherungen verursachten keine Schmerzen, weshalb Romy noch einige Monate weiterleben konnte. Als im Januar 2019 ein Wachstumsschub beim Bürzeldrüsentumor einsetzte, änderte sich dies aber leider und ich musste den schweren Weg gehen, Romy einschläfern zu lassen. Sie sollte nicht unter Schmerzen leiden müssen, weshalb ich sie am 14. Januar 2019 gehen ließ. Ich vermisse die kleine Frohnatur und Kämpferin sehr, ebenso wie ihr verwitweter Partner Lucifer.

Lesetipp: Die turbulente Liebesgeschichte von Romy und Lucifer ist in Form eines Artikels im WP-Magazin Externer Link (Heft 04/2015) erschienen. Hier können Sie diesen Artikel als kostenlose Leseprobe herunterladen: "Mehr als ein Ferienflirt - wie eine Wellensittichliebe ihren Weg fand".

 
 
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