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  Seit langer Zeit nutzen Menschen verschiedene Tees als natürliche Heilmittel. Auch erkrankte Vögel können von Tees profitieren, sofern diese richtig eingesetzt werden. Einige Teesorten gehören deshalb in die gut sortierte Hausapotheke eines jeden Vogelhalters. Diese Tees können die Heilung bei unterschiedlichen Erkrankungen unterstützen und helfen den Vögeln beim Überstehen kleinerer Unpässlichkeiten. Wichtig ist jedoch, Tees nur in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt einzusetzen. Als alleiniges Heilmittel sind Tees meist nicht geeignet, sondern lediglich als unterstützende Maßnahme in Kombination mit einer vom Tierarzt verordneten medikamentösen Behandlung.

In diesem Kapitel finden Sie die wichtigsten Teesorten, die Sie immer im Haus haben sollten. Auch erfahren Sie, wie Sie den Tee zubereiten sollten, damit Ihre Vögel ihn überhaupt trinken.

Zubereitung und Stärke der Tees
Ganz egal welchen Tee Sie Ihren kranken Vögeln anstelle des Trinkwassers anbieten wollen, kochen Sie das jeweilige Getränk bitte nicht zu stark und lassen Sie den Tee  auf Zimmertemperatur abkühlen, bevor Sie ihn den Vögeln reichen.

Für die Zubereitung mit Teebeuteln gilt: Kochen Sie den Tee gemäß Verpackungsanleitung in einer Tasse in der empfohlenen Dosierung. Verdünnen Sie diesen Tee mit etwa einer halben Tasse Wasser, um ihn für ihre kranken Vögel genießbar zu machen.

Lose Kräutertees sollten ebenfalls nach Anleitung gekocht werden, Informationen dazu können beispielsweise Apotheker geben. Auch hier gilt, dass es häufig sinnvoll ist, den Tee mit Wasser zu verdünnen.

So nehmen Ziervögel Tee am liebsten
Tees schmecken ungewöhnlich und werden von Ziervögeln oft nicht gern genommen, wenn sie nur Wasser als Getränk kennen. Doch man kann sie in vielen Fällen überlisten, indem man den Tee süßt. Dies kann doppelt von Vorteil sein, denn einerseits nehmen Vögel gesüßten Tee eher an als ungesüßten und andererseits benötigen viele kranke Vögel zusätzliche Energie, die von den Süßungsmitteln geliefert wird.

Verwendbar sind zum Beispiel Traubenzucker oder Honig, normaler Haushaltszucker sollte nur im Notfall verwendet werden. Befindet sich ein handelsübliches Trinkröhrchen im Krankenkäfig Ihres Vogels, so sollten Sie auf die darin gereichte Menge Wasser niemals mehr als einen halben Teelöffel Traubenzucker oder Honig geben. Es wäre unter Umständen ungesund für den Vogel, wenn Sie ihm eine zu hohe Dosis Zucker über den Tee  verabreichen würden.

Aber Achtung, Traubenzucker oder Honig können auch schädlich sein. Äußerste Vorsicht ist bei jeder Art von Nierenproblemen geboten. Unter Umständen können die genannten Süßungsmittel vom Vogelkörper nicht verarbeitet werden und zu einer Verschlimmerung der Krankheit führen. Besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Tierarzt. Auch bei einer Pilzinfektion oder bei einem Befall mit Megabakterien sollte kein Zucker zum Einsatz kommen, siehe Kapitel über eine Diät bei diesen Erkrankungen.

Falls nichts dagegen spricht, können Sie Ihren Vögeln im Krankheitsfall über den Tee einen Vitaminzusatz verabreichen, den Sie gemäß des Verpackungsaufdrucks oder der Anordnung des Arztes dosieren sollten. Bitte setzen Sie jedoch nur dann ein solches Vitaminpräparat ein, wenn der Tierarzt es Ihnen erlaubt. Eventuell hat er dem erkrankten Vogel bereits ein entsprechendes Mittel per Injektion (Spritze) verabreicht und es könnte zu einer Überdosierung mit den unschönen Folgen wie etwa einer Vergiftung kommen, falls Sie in Eigenregie weitere Vitaminpräparate ins Trinkwasser oder in den Tee geben.

Beachten Sie bitte, dass ein Vitaminzusatz nicht in den noch heißen Tee gegeben werden sollte, da die Vitamine durch die hohen Temperaturen Schaden nehmen und das Präparat somit an Wirksamkeit verliert.

Folgende Teesorten können Ziervögeln verabreicht werden:

Anistee
Leidet einer Ihrer Vögel beispielsweise unter einer Verstopfung, können Sie ihm durch die Gabe von Anistee anstelle seines gewohnten Trinkwassers helfen. Dieser Tee ist krampflösend und erleichtert dem Vogel seine unschöne Situation. Wahlweise können Sie dem Vogel anstelle von Anistee auch Fencheltee, siehe unten, oder eine Mischung aus beiden Tees verabreichen.

Brennnesseltee
Aus Brennnesseln lässt sich ein entgiftender Tee gewinnenWegen seiner entgiftenden Eigenschaften ist Brennnesseltee ein wirksames Mittel, um die Nachbehandlung einer akuten Vergiftung zu unterstützen. Auch bei einer Behandlung einer chronischen Vergiftung kann Brennnesseltee unter Umständen hilfreich sein. Ferner fördert die Brennnessel die Entgiftung des Vogelkörpers auch bei Nierenproblemen wie etwa einer Infektion oder Nierenschwäche.

Weitere Infos über die Brennnessel als wertvolle, vitaminreiche Futterpflanze finden Sie hier.

Fencheltee
Aufgrund seiner krampflösenden Eigenschaften sollte Fencheltee ein fester Bestandteil Ihrer Vogelapotheke sein. Er hilft vor allem gegen Verstopfungen und Gasansammlungen in Kropf/Bauch infolge von Pilzerkrankungen. Sollten Sie keinen Fencheltee zur Hand haben, können Sie Ihrem erkrankten Vogel alternativ Anistee anbieten oder Sie können beide Tees mischen.

Kamillentee
Die Kamille ist auch in Bezug auf erkrankte Vögel eine wichtige HeilpflanzeEine der wertvollsten Heilpflanzen ist die Kamille. Der aus ihr hergestellte Tee wirkt entzündungshemmend und eignet sich daher bestens zur unterstützenden Behandlung einer ganzen Reihe von Infektionskrankheiten. Leidet Ihr Vogel beispielsweise an einer Entzündung des Kropfes, einer Erkältung oder einer anderweitigen Entzündung im Körper, kann Kamillentee Ihrem gefiederten Patienten dabei helfen, schneller gesund zu werden. Vor allem bei ernährungsbedingten Durchfällen ist die Verabreichung von Kamillentee als Getränk oft sinnvoll. Ein Dampfbad aus Kamillentee ist zudem ein wirksames Mittel gegen Schnupfen und einige andere Atemwegserkrankungen. Sie sollten jedoch in jedem Fall mit Ihrem Tierarzt sprechen, bevor Sie Ihrem Vogel Kamillentee reichen.

Schwarzer Tee
In manchen Fällen ist es sinnvoll, einem kranken Vogel einen Tee anzubieten, der seinen Kreislauf anregt. Es ist aber in jedem Fall unbedingt notwendig, dies zuvor mit Ihrem Tierarzt zu besprechen. Eines der typischen Einsatzgebiete des Schwarztees ist beispielsweise die Behandlung von Schockzuständen. Am besten eignen sich die Schwarzteesorten Ceylon, Assam oder Ostfriese, die man in jedem Supermarkt für wenig Geld in Beutel verpackt kaufen kann.

Thymiantee
Aufgrund seiner fungiziden, also pilztötenden Wirkung wird Thymiantee als ergänzendes Heilmittel bei einer Behandlung gegen Megabakterien oder Hefepilze eingesetzt.

 
 
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