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  Steht der Käfig richtig? Damit sich Vögel in ihrem Käfig wohl fühlen, muss dieser an der richtigen Stelle platziert sein. Es gilt einige Dinge zu beachten, um den Bedürfnissen der Vögel hinsichtlich der Standortwahl für ihre Behausung zu befriedigen.

Helligkeit ist alles
Besonders wohl fühlen sich Wellensittiche und andere Vögel in ihrem Käfig, wenn er an einem hellen Ort steht. In der Nähe eines Fensters ist der Käfig gut aufgehoben, sofern die Vögel keiner Zugluft ausgesetzt sind, denn diese könnte sie krank machen. Prüfen Sie den Standort des Käfigs am besten mit einer brennenden Kerze. Sollte die Flamme unruhig flackern, obwohl das Fenster geschlossen ist, so ist die Abdichtung unzureichend und der Vogelkäfig sollte woanders untergebracht werden. Auch sollten die Vögel niemals in der prallen Sonne stehen, sie könnten einen Hitzschlag erleiden. Ein wenig Sonne im Käfig ist in Ordnung, sofern genügend Schatten zur Verfügung steht, in den sich die Tiere auf Wunsch zurückziehen können.

Stellen Sie den Käfig bitte niemals in einem dunklen oder gar fensterlosen Raum auf, da die Vögel dringend Tageslicht benötigen, um gesund zu bleiben. Ein Vogel, der in einem ständig dunklen Zimmer gehalten wird, neigt zu unterschiedlichen Erkrankungen aufgrund eines allgemein geschwächten Immunsystems und zu starken Mauserproblemen, da der Stoffwechsel aufgrund des gestörten Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander gerät.

Nicht in der Nähe von Heizkörpern
In der kalten Jahreszeit, wenn die Heizung in Betrieb ist, sollte ein Vogelkäfig nicht in unmittelbarer Nähe des Heizkörpers stehen. Die Vögel atmen sonst permanent viel zu trockene Luft ein, was ihre empfindlichen Schleimhäute der Atemwege austrocknen lässt. Dadurch erhöht sich das Risiko einer schweren Erkältung ungemein.

Wer seinen Vogelkäfig nur im Sommer, also außerhalb der Heizperiode in der Nähe der Heizung aufstellt, hat hingegen keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit seiner Sittiche zu befürchten.

Vögel gehören nicht in die Küche!
So nett es auch sein mag, den Vogelkäfig in der Küche aufzustellen, weil sich dort oft die ganze Familie versammelt, für Vögel ist dies der falsche "Wohnort". Ölhaltige Kochdämpfe und die vom Herd beziehungsweise von den Töpfen/Pfannen ausgehende Hitze sind ungesund für die Tiere. Ihre empfindlichen Lungen können durch den eingeatmeten Ölfilm geschädigt werden, was unweigerlich zu massiver Atemnot führt.

Dämpfe von scharfen Gewürzen schaden Vögeln ebenfalls, sie können sogar zu Vergiftungen führen. Auch die von antihaftbeschichteten Pfannen ausgehende Gefahr sollte man nicht unterschätzen; es gab schon mehrfach Todesfälle unter Ziervögeln, weil sie giftige Antihaftbeschichtungs-Ausdünstungen eingeatmet hatten. Hinzu kommt, dass ein Freiflug in der Küche zu tödlichen Verbrennungen führen kann, falls ein Vogel auf einer heißen Herdplatte oder gar in einem Topf landet.

Vögel wollen den Überblick behalten
Es liegt in der Natur der Vögel, sich gern am höchsten Punkt ihres Reviers niederzulassen. Stellen Sie den Vogelkäfig sehr niedrig auf, werden sich die Teire darin nicht wohl fühlen, da sie aus der Froschperspektive nicht den rechten Überblick haben. In ihrer australischen Heimat müssen Wellensittiche stets nach Fressfeinden in ihrer Nähe Ausschau halten, und das können sie am besten von erhöhten Positionen aus. Auch den domestizierten Stubenwellensittichen und natürlich ebenso allen anderen Ziervogelarten liegt es im Blut, sich an niedrigen Stellen latent bedroht zu fühlen. Deshalb sollte der Käfig mindestens in Augenhöhe des Besitzers aufgestellt sein, besser sogar noch ein wenig höher, sofern die räumlichen Begebenheiten dies zulassen.

Ist der Käfig in Augenhöhe angebracht, kann man leicht mit den Vögeln Kontakt aufnehmen, wenn sie gerade keinen Freiflug genießen. Deshalb ist die Augenhöhe der beste Kompromiss zwischen dem angeborenen Verhalten der Tiere und den Ansprüchen ihres Halters, der gern ohne großen Aufwand - sprich eine Leiter - einen Blick auf seine gefiederten Pfleglinge werfen können möchte.

Ruhe bitte! Lärm nervt auch Vögel
Eigentlich sollte es sich von selbst verstehen, den Vogelkäfig nicht in Räumen aufzustellen, in denen die Tiere ständig oder häufig großem Lärm ausgesetzt sind. Dadurch werden sie auf die Dauer zu gefiederten Psychopathen und Nervenbündeln, was man sich und vor allem den Vögeln besser ersparen sollte.

Nicht neben den Fernseher oder unter Leuchtstoffröhren
Die optische Wahrnehmung des Wellensittichs sowie aller anderen Vogelarten ist leistungsstärker als die des Menschen, was die Bildverarbeitung anbelangt. In einer Sekunde verarbeitet das Gehirn der Wellensittiche erheblich mehr Bilder als das des Menschen - kein Wunder, schließlich bewegen wir uns erheblich langsamer als ein fliegender Vogel. Hat ein Wellensittich freien Blick auf einen Fernsehapparat, ist das Bild für seine Augen eine Tortur, da er es nicht als Film wahrnimmt wie wir Menschen, sondern als nervige Abfolge abgehakter Bilder. Ferner hört der Vogel in anderen Frequenzbereichen und das permanente, hochfrequente Pfeifen der Bildröhre ist nicht gerade Musik in seinen Ohren.

Aus oben beschriebenem Grund eignen sich Leuchtstoffröhren nicht als Beleuchtung für das Zimmer, in dem Sie Ihre Vögel halten. Jene Lampen leuchten nicht kontinuierlich, sie senden vielmehr in schneller Abfolge einzelne Lichtblitze aus. Für das menschliche Auge ist das Licht durchaus auch ermüdend, sofern man ihm über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist. Wie unangenehm es für Vögel ist, dürfte wohl jedem klar werden, der längere Zeit Stroboskopblitzen ausgesetzt war, wie sie in Diskotheken zum Einsatz kommen.

Ein solches Blitzlichtgewitter lässt sämtliche Bewegungen abgehakt erscheinen und führt bei vielen Menschen zu Schwindelgefühlen. Ähnlich müssen sich Vögel fühlen, die unter einer Leuchtstoffröhre sitzen. Sie nehmen ihre Umwelt in einem dauernden Stakkato von hell und dunkel wahr, ohne jedoch alles richtig erkennen zu können. Das belastet nicht nur die Augen, sondern auch die Nerven, da sich die Vögel nie sicher sein können, ob sie eventuell gleich angegriffen werden, denn dieser Instinkt steckt nun einmal in jedem Vogel, also auch in einem domestizierten Wellensittich.

 
 
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