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Die optimale Beleuchtung Wellensittiche stammen ursprünglich aus Australien. Ihre wilden Verwandten sind Bewohner offener Graslandschaften und Steppen, in denen die Vögel nahezu den ganzen Tag direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, sofern es nicht bewölkt ist. Mindestens neun bis zehn Stunden täglich ist es in der Heimat der Stubenvögel hell, die Dämmerungszeiten sind vergleichsweise kurz. Das heißt, zwischen Sonnenauf- und Untergang liegen je nach Jahreszeit meist etwa 10,5 bis maximal 13 Stunden. Das heißt, der Organismus der Tiere hat sich im Laufe der Entwicklungsgeschichte darauf eingestellt, dass die Wellensittiche nahezu jeden Tag viel direktes Sonnenlicht erleben.

Helligkeit ist für in Menschenobhut lebende Wellensittiche ebenso lebenswichtig. Vögel, die in einem zu dunklen oder gar fensterlosen Raum gehalten werden, vegetieren mit der Zeit meist nur noch vor sich hin und viele von ihnen entwickeln gravierende gesundheitliche Probleme. Sehr typisch ist stumpfes Gefieder. Erkrankungen wie Entzündungen der Verdauungsorgane oder Erkältungskrankheiten treten oft ebenfalls gehäuft auf, da das Immunsystem zusehends schwächer wird. Darüber hinaus können Ekzeme auftreten und die Vögel zeigen mitunter psychische Auffälligkeiten wie Federrupfen. Oftmals ist dies auf organische Störungen infolge des Lichtmangels zurückzuführen, mitunter aber wahrscheinlich auch auf ein "angeschlagenes Gemüt". Bei den Menschen ist es ähnlich: An trüben, grauen Wintertagen sind auch die Gedanken mitunter düster. Deshalb ist es durchaus denkbar, dass sich Lichtmangel negativ auf die Psyche der Wellensittiche auswirken könnte.

Kunstlicht kann hier für Abhilfe sorgen, sofern es sich um möglichst helle Lampen handelt. Allerdings kann sich der positive Effekt leider auch rasch ins Negative umkehren, wenn die Vögel zu viel Licht erhalten: Die Tageslichtdauer, der die Tiere täglich ausgesetzt sind, beeinflusst bei Wellensittichen maßgeblich die Hormonproduktion und -ausschüttung. Vor allem im Winter schalten viele Menschen früh morgens das Licht ein und lassen es bis zum späten Abend eingeschaltet. Dadurch haben Wellensittiche ebenso wie wir Menschen dann nicht selten einen 14-Stunden-Tag. Die Hormonausschüttung der Vögel steigt und sie geraten massiv in Brutstimmung und werden sexuell hyperaktiv. Wie dem entgegengewirkt werden kann, wird in einem eigenen Kapitel beschrieben.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Es sollte weder zu hell, noch zu dunkel sein und die Tageslichtdauer sollte sich an der Stundenzahl orientieren, an die wilde Wellensittiche angepasst sind. Ein guter Wert sind maximal 12 Stunden Tageslicht und konsequent mindestens 12 Stunden Nachtruhe bei ungestörter Dunkelheit. Dies sollte auch bei Beleuchtung mit Kunstlicht gewährleistet sein.

UV-Licht ist wichtig

Doch sogar dann, wenn all das zuvor Beschriebene richtig umgesetzt wird, kann die Haltung in Wohnräumen zum Problem werden. Es sind nicht allein die Lichtintensität und Beleuchtungsdauer, die für das Wohlergehen der Tiere entscheidend sind. Der Wellenlängenanteil des Lichtes, das auf ihren Körper trifft, ist ebenfalls von großer Bedeutung. Die Vögel benötigen UV-Licht, damit sie die Vorstufe des D-Vitamins und damit letztlich Vitamin D bilden können. Mit dem Futter nehmen die Vögel Vitamin D meist in zu geringen Mengen auf, sodass das Fehlen der UV-Strahlung das Problem verschärft. Ein Vitamin-D-Mangel äußert sich bei Wellensittichen beispielsweise durch brüchiges Schnabelhorn.

Diesem Vitaminmangel kann vorgebeugt werden, indem die Vögel regelmäßig direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt werden, ohne dass diese durch eine Fensterscheibe fällt - Glas hält die UV-Strahlung weitestgehend auf. In Haus gehaltene Wellensittiche haben zwischen sich und der Sonne aber für gewöhnlich Fensterscheiben. Deshalb ist es wichtig, die UV-Strahlung zu ihnen ins Haus zu holen, was mit speziellen Lampen möglich ist.

Vögel profitieren doppelt von Lampen mit UV-Licht-Anteil, denn sie können diesen anders als wir Menschen sehen. Erst unter UV-Licht sehen sie die tatsächliche Färbung des Gefieders ihrer Artgenossen in der vollen Schönheit. Deshalb kann die Beleuchtung durchaus auch die Partnerwahl der Wellensittiche beeinflussen.

Vogellampen aus dem Fachhandel

Vogellampen sind im gut sortierten Zoofachhandel erhältlich und sie strahlen neben dem von uns Menschen mit den Augen wahrnehmbaren sichtbaren Licht auch UVB-Licht ab. Zu diesen speziellen Lampen gehören zum Beispiel die "Arcardia Bird Lamps" und die "Trixie Vogellampen". Diese speziellen Leuchtmittel sollten Sie nicht mit sogenannten Tageslichtlampen verwechseln. Letztere geben Licht ab, das in seiner Lichtfarbe dem des normalen Tageslichts entspricht. Wer noch die alten Glühbirnen kennt, der weiß, dass deren Licht eher gelblich war, viele moderne Leuchtmittel geben hingegen eher weißliches Licht ab.

Im Handel sind Vogellampen in verschiedenen Ausführungen und Preisklassen erhältlich. Leuchtstoffröhren mit unterschiedlichen Wattzahlen nebst Vorschaltgeräten sind ebenso zu haben wie kompakte Lampen, die wie Energiesparbirnen aussehen. Solche Kompaktlampen sind verglichen mit den Leuchtstoffröhren in aller Regel deutlich preisgünstiger.

Welche Lampe im Einzelfall zum Einsatz kommen sollte, ist davon abhängig, wie groß das Vogelzimmer oder Freiflugzimmer ist und wo die Lampe jeweils positioniert werden soll, also wie weit sie von den Vögeln entfernt ist. Letzteres ist im Alltag ein ganz entscheidender Punkt. Einerseits sollte man sich also beim Kauf durch eine fachkundige Person beraten lassen und gegebenenfalls obendrein eine Testmessung des UVB-Anteils in bestimmten Entfernungen durchführen lassen, wie es in einem Versuch geschehen ist.

Vogellampen in der Praxis

Weil Vogellampen relativ schnell altern und der UV-Anteil im Licht dadurch sinkt, sollten sie einmal jährlich ausgetauscht werden, empfehlen viele Hersteller.  Man mag sich nun fragen, ob das tatsächlich so ist oder ob die Hersteller auf diese Weise versuchen möchten, mehr Lampen zu verkaufen. Die Kernfrage lautet demnach: Halten die Vogellampen in der Praxis tatsächlich das, was die Hersteller in der Theorie versprechen? Zahlreiche Erfahrungsberichte bestätigen, dass die Tiere unter dem Licht dieser Lampen agiler und fröhlicher wirken. Ob sie weniger krank werden, lässt sich freilich nicht belegen, denn ein entsprechender Studienaufbau wäre hochkompliziert. Meine eigenen Erfahrungen belegen, dass die Lampen bei korrekter Anwendung allem Anschein nach eine positive Wirkung auf meine Vögel haben. Insbesondere an Tagen mit trübem Himmel werden sie sehr viel munterer, wenn sie dem Licht ihrer Vogellampen ausgesetzt sind. Doch es kommt wie gesagt sehr stark darauf an, wie die Lampen eingesetzt werden.

Punktuelle Beleuchtung

Weil verschiedene Testmessungen gezeigt haben, dass beispielsweise an der Zimmerdecke angebrachte UV-Lampen zwar durchaus UVB-Strahlung aussenden, von dieser aber kaum etwas bei den Vögeln ankommt, sollte über punktuelle Beleuchtung nachgedacht werden. Denn: Eine Lampe, die an der Zimmerdecke hängt, ist meist relativ weit von den Tieren entfernt. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Leuchtmittel im Freiflugzimmer installiert ist und die Lieblingsplätze der Tiere nicht in ausreichender Nähe zur Lampe liegen. Für Abhilfe kann dann die gezielte punktuelle Beleuchtung aus einer festgelegten Entfernung sorgen. Dies kann beispielsweise eine Lampe sein, die in der Nähe des Lieblingsplatzes aufgestellt wird oder die man in passendem Abstand neben dem Käfig oder der Zimmervoliere montiert. Der Fachhandel bietet neben den oben erwähnten Leuchtmitteln für gängige Lampenfassungen und solchen, die mit Vorschaltgeräten betrieben werden müssen, auch Stehlampensysteme zur punktuellen Beleuchtung.

Gängige Leuchtstoffröhren als Beleuchtung völlig ungeeignet

Zugegeben, Vogellampen sind nicht unbedingt preisgünstig. Doch auf keinen Fall sollte man aus Kostengründen eine einfache Leuchtstoffröhre als Lichtquelle für Vögel verwenden, denn sie flackert in einer für die Tiere wahrnehmbaren Frequenz, siehe Video. Vogelgehirne und -augen verfügen verglichen mit den Fähigkeiten der Menschen über eine deutlich höhere Bildverarbeitungsrate, siehe auch das Kapitel über die Sinne der Vögel. Deshalb sehen die Tiere das Licht der Leuchtstoffröhren nicht als durchgängig hell, sondern als permanent flackernd. Ändern lässt sich dies nur, wenn man die Lampen mit speziellen, teuren Vorschaltgeräten ausstattet, die die Frequenz der Gasentladungen erheblich erhöhen. Das gilt übrigens auch für manche Vogellampen in Röhrenform. Achten Sie deshalb beim Kauf darauf, ob Sie ein Vorschaltgerät benötigen oder nicht.

Vogellampen kaufen

Verschiedene Online-Händler bieten Vogellampen in unterschiedlichen Ausführungen an. Ein breites Sortiment bietet zum Beispiel Bird Lamp. Daneben gibt es weitere Anbieter, die zumeist die Lampen neben Vogelfutter und weiterem Zubehör in ihrem Sortiment führen. Eine Liste mit Adressen von Online-Händlern, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe, findet sich hier.

 
 
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