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  Artgerechte Sitzstangen Die Wahl der richtigen Sitzstangen ist für die Gesundheit im Haus oder in einer Gartenvoliere gehaltener Vögel von sehr großer Bedeutung. Denn Wellensittiche und andere Ziervögel können sich nicht einfach gemütlich hinsetzen und die Füße hochlegen, wie wir Menschen es so gern zu tun pflegen. Aufgrund ihrer Anatomie ist ihnen das Sitzen, wie wir Menschen es praktizieren, nicht möglich. Sie stehen immer auf ihren Füßen und legen sich zudem normalerweise nicht freiwillig auf den Rücken, um die Füße zu entlasten. Nur wenige Vögel legen sich gelegentlich auf den Bauch, um sich zu entspannen, was aber eher die Ausnahme als die Regel darstellt.

Ungeeignete Kunststoffstange Aus diesem Grunde tragen die Füße der Vögel ständig das Körpergewicht. Bei ungeeigneten Sitzstangen kommt es daher meist zu starken punktuellen Belastungen der Vogelfüße, die für die Tiere nicht nur unangenehm sind, sondern zudem schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben können.

Aus den oben genannten Gründen sind Plastik- und Kunststoffstangen, wie sie in den meisten Käfigen als Standardeinrichtung enthalten sind, völlig ungeeignete Sitzmöbel für Ziervögel. Es liegen immer dieselben Stellen der Füße auf den überall gleich dicken und harten Stangen, wodurch sich auf die Dauer wunde Bereiche an den Fußsohlen bilden. Verstärkt wird dies noch, wenn ein Vogel übergewichtig ist.

Ballengeschwür Bei diesem Wellensittich hat sich aufgrund permanenten Stehens auf falschen, nicht artgerechten Sitzstangen ein Ballengeschwür unter dem Fuß gebildet. Diese schmerzhafte, entzündete Druckstelle ist nicht nur ein kosmetisches Problem. Die Infektion kann bis in den Beinknochen wandern und zu einer lebensbedrohlichen Entzündung führen. Das Leben des Vogels kann dann nur noch durch eine Amputation des Fußes gerettet werden. Der Verlust von Gliedmaßen aufgrund falscher Sitzstangen wäre mehr als tragisch, weshalb man auf das Anbringen nicht artgerechter Stangen im Vogelkäfig und Freiflugzimmer verzichten sollte.

Ebenso ungeeignet wie die oben beschriebenen Kunststoffstangen sind gedrechselte (glatte) Holzstangen, die aufgrund ihrer konstanten Durchmesser ebenso zu punktuellen Überbelastungen und damit wunden Stellen führen. Außerdem nutzen die Krallen der Vögel nicht ausreichend ab, wenn im Käfig nur Stangen mit derselben Dicke vorhanden sind. Bitte verwenden Sie auf gar keinen Fall Sandpapiermänteln, die in vielen Zoofachgeschäften zur "gesunden und natürlichen" Krallenabnutzung verkauft werden. Diese Stangenbezüge sind so rau wie Schmirgelpapier und sie scheuern die empfindliche Haut der Tiere rasch auf, wodurch die Entzündungsgefahr enorm steigt. Die Krallen nutzen durch das Sandpapier zudem nicht besser ab.

Naturäste unterschiedlicher Dicke Wer alles durchgängig richtig machen will, bringt für seine Vögel am besten verschieden große Naturäste im Käfig und im Freiflugzimmer an. Diese sind überall unterschiedlich dick, wodurch der Vogelfuß trainiert und gleichzeitig nicht ständig punktuell belastet wird. Naturäste als "Sitzmöbel" für die Vogelschar sorgen außerdem ganz nebenbei für eine natürliche Krallenabnutzung, die für die empfindliche Haut unter den Füßen der Tiere in aller Regel vollkommen ungefährlich ist. Denn selbst wenn die Oberfläche der Rinde ein wenig rau ist, so ist sie normalerweise nicht so uneben, dass sie die Haut unter den Fußsohlen verletzen könnte.

Wellensittiche nagen gern an Naturästen Da Wellensittiche und andere Ziervögel sehr gern an frischem Holz nagen, fällt die Rinde neu angebrachter Naturäste ihren Schnäbeln meist binnen kurzer Zeit zum Opfer. Sie ist gesund für die Tiere, da sie mit der Rinde einige Mineralstoffe aufnehmen. Es darf jedoch keine giftige Holzart im Käfig oder Freiflugzimmer angebracht werden. Eine Liste mit ungiftigen Hölzern finden Sie im entsprechenden Kapitel. Naturäste lassen sich übrigens auch bestens zum "möblieren" des Freiflugzimmers sowie zum Bau von Schaukeln und Kletterbäumen verwenden.

 
 
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