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  Nicht immer geht es bei Wellensittichen ganz und gar friedlich zu. Sie sind recht temperamentvoll und es kann deshalb passieren, dass sie in kleinere Rangeleien verwickelt werden, die in manchen Fällen in Kämpfe ausarten. Bevor Wellensittiche einander angreifen, wird zunächst einmal gedroht. Dieses Drohen signalisieren sie durch ihre Körpersprache und mittels Lautäußerungen Warnsignale. Man kann ihnen ihre Aggression meist deutlich ansehen.

Angriffslust zeigt sich bei Wellensittichen durch bestimmte Merkmale der KörperhaltungLässt sich der Kontrahent dadurch nicht einschüchtern und weicht er nicht zurück, geraten Wellensittiche häufig in aggressive Stimmung, sofern sie sich dem Kontrahenten körperlich gewachsen fühlen. Anstatt zu fliehen, versuchen sie eine weitere Einschüchterungstaktik: Sie verändern ihre Körperhaltung. Ein aggressiver, angriffslustiger Wellensittich richtet sich zu voller Größe auf und drückt die Brust heraus, um damit körperliche Stärke und Kampfbereitschaft zu demonstrieren. Das Nackengefieder wird drohend aufgestellt (siehe Markierung 1), auch die Federn an der Stirn stehen steil nach oben (siehe Markierung 2). Oft ist auch zu beobachten, dass die Augen halb geschlossen werden, was ein Schutzmechanismus ist. Denn wenn ein Angriff erfolgt, zielt der Gegner meist auf den Kopf, wodurch die Augen verletzt werden könnten.

Die Körpersprache des hellgrün gefärbten, linken Wellensittichs signalisiert Entschlossenheit auf ganzer Linie, wohingegen der rechte, grüne Wellensittich zwar auch die Angriffsstellung eingenommen hat. Aber indem er den Kopf nach hinten lehnt, signalisiert er, dass er sich doch noch nicht so ganz sicher ist. Er hat die Angriffsstellung vielmehr deshalb eingenommen, weil er zu einer sofortigen Verteidigung bereit sein möchte, falls sein Kontrahent angreift.

Nicht immer folgt auf eine Situation wie diese ein Kampf. Manchmal reicht das leichte Zurückweichen eines der Kontrahenten - wie in unserem Beispiel des grünen Vogels - aus, um die Wogen zu glätten. Die Tiere weichen ein wenig zurück und vergrößern so den Abstand zwischen sich und dem Kontrahenten. Sie nehmen wieder eine entspannte Körperhaltung ein und schütteln eventuell auch ihr Gefieder, um ihre innere Anspannung abzubauen.

Bei manchen Auseinandersetzungen greifen Wellensittiche mit dem Fuß den Flügel ihres Kontrahenten, um seine Beweglichkeit einzuschränkenIn manchen Fällen kommt es nach einem Geplänkel wie im obigen Beispiel zu einem handfesten Kampf und die beiden Kontrahenten gehen aufeinander los. Es folgen dann Schnabelhiebe, die auf den Kopf oder mitunter auf die Füße des Gegenübers zielen. Manchmal lässt es sich auch beobachten, dass ein Wellensittich mit seinem Fuß den Flügel seines Kontrahenten umklammert, um ihn in seiner Bewegungsfähigkeit einzuschränken, siehe Foto rechts. Meist sind solche Streitigkeiten nach wenigen Sekunden vorüber und die Vögel haben dann erfolgreich ausgefochten, wer der stärkere ist. Aber in bestimmten Situationen, zum Beispiel bei Kämpfen um Weibchen oder Brutplätze, können die Auseinandersetzungen eskalieren und blutig werden, was glücklicherweise bei Wellensittichen nicht allzu oft vorkommt.

 

 

 

 

 

 
 
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