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  Das Wellensittichmännchen rechts im Bild zeigt am Kopf die typische Balz-GefiederstellungBei der Werbung um einen Partner des gleichen Geschlechts oder des Gegengeschlechts zeigen sich Wellensittiche stets von ihrer besten Seite. Ein balzender Vogel richtet sein Kopfgefieder in besonderer Weise auf. Die Federn an der Stirn werden ein wenig nach vorn geneigt (siehe Markierung 1) und der Kopf wird so gehalten, dass die "Bartfedern" sehr flauschig wirken (siehe Markierung 2). Teilweise fallen die Federn dabei über den Schnabel, der dadurch schmaler aussieht als er ist.

Von vorn betrachtet, zeigt sich bei balzenden, singenden Wellensittichen eine Sanduhr-Silhouette im GesichtDie gesamte Kopfregion wirkt besonders voluminös, was den Wellensittichen, denen die Partnerwerbung gilt, meist zu gefallen scheint. Von vorn betrachtet, ergibt sich bei balzenden Wellensittichen oft eine Sanduhr-Silhouette im Gesicht, siehe Foto rechts. Das "kuschelige" Aussehen geht einher mit trällerndem Gesang und ab einem gewissen Erregungsgrad mit dem charakteristischen Kopfnicken, das für Wellensittiche typisch ist. Mitunter kann man auch beobachten, dass einer der Vögel - meist ist es das Männchen - beim Balzen die Flügelspitzen auf dem Rücken kreuzt.

Das Wellensittichweibchen rechts im Bild bettelt im Rahmen des Balzrituals um FutterWeibliche Wellensittiche verhalten sich bei der Balz in vielen Fällen zunächst erst einmal abwartend, sofern ihnen der balzende Vogel gefällt. Sind sie dazu bereit, sich auf die Partnerwerbung einzulassen, weil sie "ernste Absichten" hegen, verhalten sie sich oft bald ein wenig unterwürfig. Sie nehmen die Bettelpose der Jungvögel ein, machen sich also bewusst klein und legen den Kopf ein wenig in den Nacken. Sie öffnen und schließen wiederholt den Schnabel und manche Weibchen geben zusätzlich zirpende oder knarrende Laute von sich. Mit diesen Lautäußerungen und mit ihrer Körperhaltung signalisieren sie, dass sie vom Männchen gefüttert werden möchten.

Hier balzt das Weibchen (blauer Vogel) das Männchen anBei den Wellensittichen ist es keineswegs so, dass ausschließlich die Männchen aktives Balzverhalten zeigen. Auch die Weibchen lassen sich mitunter dabei beobachten, wie sie die Initiative ergreifen und ein Männchen umwerben. Dabei zeigen sie ein ähnliches Verhalten wie die Männchen, inklusive Gesang und Kopfnicken. Es kommt sogar zuweilen vor, dass ein Weibchen seinem Partner aus dem Kropf hochgewürgtes Futter anbietet und so die Partnerfütterung praktiziert. In den meisten Fällen ergreifen die Männchen aber meist sehr schnell wieder die Initiative und umwerben ihrerseits die gefiederte Dame, von der sie kurz zuvor noch angebalzt worden sind.

Bei harmonischen Wellensittichpärchen ist oft ein synchrones Kopfnicken während der Balz zu beobachten, das meist kurz vor dem Paarungsakt stattfindetHin und wieder kann man beobachten, wie das Balzverhalten stetig heftiger wird, dabei kommt es sogar mitunter vor, dass die Partner einander kurz beißen. Mit zunehmender Intensität des Balzverhaltens wird der Gesang des Männchens immer lauter und es nickt immer häufiger mit dem Kopf. Dabei ziehen sich seine Pupillen zusammen. Ist das Weibchen in der richtigen Stimmung, nickt es synchron ebenfalls mit dem Kopf und auch bei ihm verengen sich die Pupillen. Bei besonders harmonischen, gut miteinander vertrauten Paaren berühren sich die geschlossenen Schnäbel bei der gemeinsam ausgeführten Nickbewegung permanent. Mit der Zeit gerät das Männchen zunehmend in Erregung und wird irgendwann versuchen, das Weibchen zu besteigen. Ist das Weibchen paarungsbereit, drückt es seinen Rücken durch, legt den Kopf in den Nacken und hebt die Kloake empor, sodass das Männchen für die Paarung auf seinen Rücken klettern kann. Verpasst das Männchen hingegen den richtigen Moment, löst sich das Weibchen aus der starren Körperhaltung und schüttelt sich. Genau dies ist im folgenden Video zu sehen: bitte hier klicken.

Wenn die Partnerwerbung unerwünscht ist...
Dieses gelb-grüne Männchen möchte nicht angebalzt werdenWird ein Vogel von einem Artgenossen angebalzt und ist mit dieser Annäherung nicht einverstanden, weicht er zurück, indem er seinen Oberkörper nach hinten lehnt. Das Stirn- sowie Oberkopfgefieder liegt eng an und erzeugt so den Eindruck leicht mandelförmiger Augen. Der Schnabel ist geschlossen. Reagiert der balzende Vogel nicht auf dieses Ausweichen, kann es geschehen, dass der andere Vogel entweder schimpfend davon fliegt oder aber aggressiv wird und arttypische Drohgebärden einsetzt. Versteht der balzende Vogel auch diese Warnsignale nicht, wehrt sich der andere Sittich irgendwann mit wütenden Bissen, um die unerwünschte Kontaktaufnahme zu beenden. Das Foto rechts zeigt ein Männchen, das von einem Weibchen angebalzt wird und eine ablehnende Körperhaltung eingenommen hat. Kurze Zeit nach dem Entstehen des Fotos ist das Männchen davon geflogen.

 
 
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