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  Fütterung eines jungen WellensittichsEin verantwortungsbewusster Züchter gibt junge Wellensittiche oder andere junge Ziervögel erst dann an die neuen Besitzer ab, wenn die Tiere selbstständig fressen können und nicht mehr von den Eltern zusätzlich mit Futter versorgt werden. Es ist von allergrößter Wichtigkeit, dass die Jungvögel nicht nur einige wenige Körnchen während einer relativ langen Zeitspanne verzehren können. Sie müssen so viel Nahrung selbstständig zu sich nehmen können, dass sie ihr Gewicht konstant halten. Am besten geht man auf Nummer sicher und verkauft die Tiere nicht vor der siebten oder achten Lebenswoche. In Einzelfällen kann man sie etwas früher weggeben, aber man sollte die Fähigkeiten der jungen Tiere hinsichtlich der Nahrungsaufnahme und ihr Gewicht sehr genau beobachten. Leider wird aber in diesem Punkt oft nachlässig gehandelt, weil eine sehr große Nachfrage nach möglichst jungen Wellensittichen den Markt beherrscht.

Nestjunge Wellensittiche bevorzugt
Junger Wellensittich wird gefüttertViele potenzielle Käufer wünschen sich leicht zähmbare Tiere. Je jünger ein Wellensittich beim Kauf ist, desto leichter ist er zu zähmen - so lautet ein weit verbreitetes Vorurteil. Deshalb reagieren viele Interessenten mit Ablehnung, wenn man ihnen einen sieben bis acht Wochen alten Wellensittich verkaufen möchte. oftmals wird man dann mit der Behauptung konfrontiert, der Vogel sei ja schon ziemlich alt. Als Züchter sollten Sie in diesem Fall erläutern, dass Wellensittiche bis zu 15 Jahren alt werden können und deshalb im Alter von sieben bis acht Wochen keineswegs alt sind. Erklären Sie den Interessenden auch, dass es besser ist, einen gänzlich selbstständigen Vogel mitzunehmen. Denn nur an einem gesunden, kräftigen Tier, das sich problemlos selbst ernähren kann, wird der spätere Besitzer langfristig Freude haben. Es ist übrigens ein Märchen, dass sich "ältere" Vögel nicht mehr zähmen lassen. Im Alter von acht Wochen können sich Wellensittiche sehr leicht an ihre neuen Besitzer gewöhnen und ausgesprochen zutraulich werden. Die Zähmbarkeit sollte somit kein Argument oder gar eine Entschuldigung dafür sein, einen jungen Wellensittich zu früh von seinen Eltern zu trennen und dadurch in eine bedrohliche Situation zu bringen.

Vier Wellensittich-Geschwister

Nicht futterfest = Lebensgefahr
Werden Jungvögel zu früh von ihren Eltern getrennt, können sich daraus erhebliche Komplikationen ergeben. Haben die Jungvögel Glück und gelangen sie in die Hände eines erfahrenen Vogelhalters, erkennt dieser die für die Tiere bedrohliche Situation sehr wahrscheinlich und kann unter Umständen das Schlimmste verhindern. Indem er noch nicht futterfeste Jungtiere mit Handaufzuchtfutter ernährt, werden diese vor dem Hungertod bewahrt. Aber nicht jeder stolze neue Besitzer eines Wellensittichs hat das nötige Fachwissen für eine Zufütterung mit Handaufzuchtfutter. Hat ein junger Vogel Pech und gelangt er zu einem unerfahrenen Vogelhalter, wird dieser die lebensbedrohliche Situation des Voegls vielleicht nicht schnell genug erkennen und das Tier verhungert qualvoll.

Wellensittich Serenio starb, weil sein Züchter ihn zu früh verkauft hatEin weiterer Aspekt ist zu bedenken: Gelangt ein noch nicht futterfester Vogel in ein neues Zuhause oder in den Zoofachhandel und hungert er dort eine Weile, können dadurch seine inneren Organe geschädigt werden. Auch dann, wenn ein solches Tier anschließend in die Hände eines Experten gelangt, kann es meist nicht mehr gerettet werden. Wer versucht, einen hiervon betroffenen Vogel wieder aufzupäppeln, wird den Kampf um dessen Leben leider recht bald verlieren. Denn es kommt meist nach relativ kurzer Zeit unweigerlich zu einem plötzlichen Organversagen. Diese sehr traurige Erfahrung habe ich leider bei meinem Wellensittich Serenio gemacht, siehe Foto rechts. Er war noch nicht futterfest, als er in den Zoofachhandel gelangt ist. Dort fiel er einer Vogelkennerin auf und sie rettete den völlig entkräfteten Vogel, der bald darauf in meine Objut gelangte. Zunächst dachte ich, es sei mir gelungen, sein Leben zu retten, weil er nach der längeren Hungerperiode wieder zu Kräften gekommen war. Einige Wochen später starb er jedoch an einem plötzlichen Nierenversagen, seine Organe waren während der Hungerperiode schwer geschädigt worden. Serenios Tod war unnötig und wäre vermeidbar gewesen, wenn sein Züchter verantwortungsbewusster mit dem jungen Wellensittich umgegangen wäre.
 
         
 
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