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  Klein-Oskar wird gefüttertVor und auch während der Brutphase benötigen Wellensittiche besonders hochwertige und nährstoffreiches Futter, um gesunde Jungtiere großziehen zu können und um selbst bei guter Gesundheit zu bleiben. Denn die Jungenaufzucht ist insbesondere für die Wellensittichweibchen mit großen körperlichen Anstrengungen verbunden. Diesen Umstand sollten Wellensittichzüchter stets bedenken und deshalb schon vor dem eigentlichen Züchten für eine optimal auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmte Ernährung sorgen.

Futter zur Brutvorbereitung
Bereits im Vorfeld des eigentlichen Brutgeschehens ist es wichtig, dem Weibchen über die Nahrung sowie mit Futterzusätzen genügend Mineralstoffe für die Eierproduktion zur Verfügung zu stellen, weil sich eventuelle Mangelerscheinungen meist in Form einer mitunter sogar lebensgefährlichen Legenot oder eines Kloakenvorfalls zeigen. Auch das Auftreten sogenannter Windeier ist häufig eine direkte Folge einer wenig ausgewogenen, nährstoffarmen Ernährung.

Kalk im Körper eines WellensittichweibchensUm ein Wellensittichweibchen optimal mit Mineralstoffen zu versorgen, sollten Sie dem Tier einen Kalk- oder noch besser Mineralstein anbieten. Die Vögel nehmen hiervon kleine Stückchen zu sich, die sich vorübergehend im Körper einlagern und dort normalerweise sehr rasch zersetzt und aufgenommen werden. Die beiden Röntgenaufnahmen rechts zeigen eine solche Kalkansammlung im Körper eines Wellensittichweibchens. Häufig schaben die Vögel mit dem Schnabel feinen Staub von den Mineralsteinen ab und schlucken diesen. Der Körper nimmt die Mineralstoffe auf und kann sie für die Eiproduktion nutzen.

Neben Kalk- und Mineralsteinen werden im Fachhandel auch Sepiaschalen angeboten. Sie sollen die Kalkzufuhr nicht nur während der Brutphase ebenfalls sicherstellen können. Doch in manchen Fällen soll das Benagen und Schlucken von Sepiaschalenteilen bei Wellensittichen zu einer Legenot geführt haben. Ein Zusammenhang zwischen der Sepiaschale und dieser Legekomplikation ist zwar wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt. Trotzdem ist es ratsam, auf Nummer sicher zu gehen und lieber während der Zeit, in der ein Wellensittichweibchen in Brutstimmung ist, auf das Anbieten einer Sepiaschale verzichten.

Häufig wird zum Beispiel in Internetforen dazu geraten, den Wellensittichweibchen in der Phase der Brutvorbereitung Kalziumtabletten über das Trinkwasser zu verabreichen. Dies ist ohne Absprache mit einem vogelkundigen Tierarzt nicht ratsam, weil eine Überdosierung des Kalziums zu massiven Gesundheitsschäden führen kann.

Kraftfutter für die Altvögel
Nicht nur zur Brutvorbereitung, sondern auch während der Eiproduktion, Brut und Jungenaufzucht sollten Sie Ihren Tieren möglichst abwechslungsreiches Futter anbieten. Täglich sollten die Vögel verschiedene Obst- und Gemüsesorten erhalten. Grünfutter wie die bei Wellensittichen sehr beliebte Vogelmiere und Wildgräser sind während der Brut ebenfalls heiß begehrte frische Nahrung.

Keim- oder Quellfutter sollten ebenfalls nicht auf dem Speiseplan fehlen, allerdings ist hierbei sehr genau auf die Futterhygiene zu achten. Besonders wichtig ist das sogenannte Aufzuchtfutter, das meist ein spezielles Eifutter ist und das vor dem Verfüttern angefeuchtet wird. Aufzuchtfutter ist in gut sortierten Zoofachhandlungen und bei Online-Futterhändlern erhältlich. Zahlreiche namhafte Unternehmen wie Quiko, CéDé oder Claus bieten entsprechende Mischungen an. Da es meist feucht verfüttert wird, sollten die Altvögel rechtzeitig vor dem eigentlichen Brüten an dieses Futter gewöhnt werden.

Insbesondere während der ersten Tage der Jungenaufzucht nehmen viele Vogeleltern gern feuchtes Aufzuchtfutter auf, um damit die ständig hungrigen Jungvögel zu füttern. Das feuchte Futter ist für sie und ihren Nachwuchs besonders leicht verdaulich. Es bringt jedoch den Nachteil mit sich, dass der Kot der Nestlinge (Küken) sehr flüssig ist, weshalb Sie den Nistkasten unbedingt regelmäßig reinigen sollten, sofern die Elternvögel dies tolerieren. Noch besser wäre es, den Nistkasten mit Kleintiereinstreu auszulegen, das die Feuchtigkeit recht gut bindet, sofern die Altvögel das Einstreumaterial nicht als störend empfinden.

Verwechslungsgefahr: Aufzuchtfutter und Handaufzuchtfutter
Im Fachhandel sind verschiedene Futtermittel erhältlich, die während der Brutphase verabreicht werden können. Beim Aufzuchtfutter handelt es sich um spezielles Futter, das häufig viel Ei enthält und den Altvögeln gereicht wird. Handaufzuchtfutter ist hingegen für die direkte Fütterung der Jungtiere (Nestlinge bzw. Küken) vorgesehen. Es ist in trockenem Zustand ein Pulver, das mit Wasser zu einem Brei angerührt wird. Handaufzuchtfutter wird verwendet, um verwaiste Küken damit großzuziehen oder um Jungtieren zu mehr Nahrung zu verhelfen, die von ihren Eltern nicht ausreichend mit Futter versorgt werden.

Optimales Futter für die Nestlinge (Küken)
Kurz nach dem Schlüpfen füttert die Vogelmutter die Jungvögel mit einem milchigen, breiigen Sekret, das als Vormagenmilch bezeichnet wird. Dieser Futterbrei ist speziell auf die Bedürfnisse der jungen Vögel abgestimmt und ernährt die Nestlinge in den ersten Tagen optimal. Oft wird diese Vormagenmilch fälschlicherweise Kropfmilch genannt, doch dabei handelt es sich um etwas anderes. Einige Vogelarten, darunter beispielsweise Tauben, verfüttern Kropfmilch an ihren Nachwuchs. Wie es der Name bereits vermuten lässt, wird die Kropfmilch im Kropf produziert, wohingegen die Vormagenmilch an der gleichnamigen Stelle des Verdauungstraktes gebildet wird.

Etwa ab dem vierten oder fünften Lebenstag des Jungtiers mischt die Wellensittichmutter vorverdaute Körner (aus dem Aufzuchtfutter) sowie frische Kost wie Obst oder Kräuter unter die Vormagenmilch. Die Menge der Vormagenmilch wird in den folgenden Tagen stetig reduziert und spätestens ab dem zehnten Tag werden nur noch vorverdaute Körner, Obst, Gemüse und Grünfutter an die Jungen verfüttert.

Vorsicht: Weil Jungvögel äußerst empfindlich auf ein Überangebot an Vitaminen reagieren, sollte man den Einsatz von Futterzusätzen wie Vitamintropfen unbedingt vorab mit einem erfahrenen Züchter oder noch besser mit einem vogelkundigen Tierarzt besprechen.
 
         
 
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