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  Ein brütendes WellensittichweibchenUm nachvollziehen zu können, wie sich Eier im Körper eines Vogels entwickeln, ist es sinnvoll, die Besonderheiten der Anatomie dieser Tiere zu kennen. Sämtliche Vogelarten, so auch die Wellensittiche, gehören zu den Tieren, die nur über eine einzige hintere Körperöffnung verfügen - die sogenannte Kloake. Durch diese werden nicht nur Kot und Urin ausgeschieden. Auch für die Fortpflanzung der Vögel ist diese Körperöffnung wichtig. Bei den meisten Vogelarten werden die Kloaken von Männchen und Weibchen während des Paarungsaktes aneinander gepresst. Nur sehr wenige Vogelarten bilden hier eine Ausnahme, weil die Männchen einen Penis besitzen. Dies gilt beispielsweise für einige Entenarten. Wellensittichmännchen und männliche Tiere anderer Papageienarten haben hingegen keinen Penis.

Rein äußerlich unterscheidet sich die Kloake bei den beiden Geschlechtern der Wellensittiche also nicht. Im Inneren des Körpers gibt es zwischen Männchen und Weibchen jedoch grundlegende Unterschiede, die vor allem darauf zurückzuführen sind, dass die Weibchen die Eier produzieren. Beim Wellensittichhahn befinden sich im Bauchraum die Hoden, beim Weibchen liegen dort die Eierstöcke. Bei fast allen Vogelarten ist der linke Eierstock vollständig ausgebildet, der rechte oft nicht. Im linken Eierstock befinden sich zahllose Eizellen, die im Laufe des Lebens des Weibchens heranreifen können. Ob und wann sich ein Ei im Körper eines Vogelweibchens bildet, hängt vor allem vom Hormonstatus und von äußeren Faktoren wie dem Futterangebot sowie eventuell vorhandener Nistmöglichkeiten ab.

Gerät ein Wellensittichpaar in Brutstimmung, kommt es häufig zur Begattung, bei der das Männchen seine Kloake gegen die des Weibchens presst, um das Sperma zu übergeben. Die Samenflüssigkeit wandert in den weiblichen Körper, wo sie einige Wochen überdauern kann, ohne dass die Spermien absterben. Der Körper des Weibchens nutzt die Samenflüssigkeit, sobald sich Eier entwickeln. Die eigentliche Entstehung der Eier ist ein sehr komplexer, hormonell gesteuerter Vorgang.

Von der Eizelle zum Ei
Auf ein hormonelles Signal hin wandern wandern die winzigen, noch unbefruchteten Eizellen mitsamt des Dotters aus den Eierstöcken erst in den Eileitertrichter und dann in den Eileiter. Dort findet die Befruchtung statt, sofern männliche Samenzellen vorhanden sind. Nun bewegt sich das entstehende Ei, also Eizelle und Dotter, weiter in den Legedarm. Nur die Vogelweibchen verfügen über diesen speziellen Darmabschnitt. Im Legedarm bildet sich das Eiklar, das sich um den gegebenenfalls befruchteten Dotter legt. Beides befindet sich bald in einer hauchzarten Hülle, die man später als Eihaut direkt unter der Schale wiederfinden kann.

Je weiter das Ei durch den Legedarm in Richtung Kloake wandert, desto mehr Kalk lagert sich von außen an der Eihaut an - die Schale entsteht, sie wird im Körper des Vogelweibchens Schicht für Schicht aufgebaut. Am Ende der Produktionszeit ist das Ei mit seinem spitzen Ende voran so weit gewandert, dass das Weibchen es durch leichtes Pressen in sein Nest legen kann. Die Entwicklung von der Eizelle bis zum fertigen Ei dauert bei Wellensittichen und vielen anderen Vogelarten normalerweise zwischen 24 und 48 Stunden.

Die sich entwickelnden Eier sind im Körper eines Vogelweibchens recht gut gegen Stöße von außen geschützt, sodass sie nur in seltenen Fällen zerstört werden. Stürzt ein Weibchen während der Phase der Eiproduktion jedoch aus großer Höhe ungebremst auf den Bauch, kann das Ei im Inneren des Körpers platzen. Je nachdem, wie viel Schale sich zuvor bereits gebildet hat, kann das Platzen des Eis äußerst gefährlich sein. Ist das Ei in der Nähe der Kloake angekommen, kann die fertig ausgebildete Schale beim Zerbrechen mit ihren scharfen Kanten zu schweren inneren Schnittwunden führen, die im schlimmsten Fall den Tod des Weibchens bedeuten können. Aus diesem Grund sollte man ein Vogelweibchen, in dem Eier heranreifen, niemals einer unnötigen Sturzgefahr aussetzen, um das Leben des Vogels nicht aufs Spiel zu setzen.

Nährstoffe für die Eientstehung
Einige Zeit vor und während der Produktion ihrer Eier brauchen Vogelweibchen vermehrt mineralstoffhaltige Nahrung, vor allem Kalzium ist für sie wichtig. Man sollte ihnen stets Picksteine, Mineralblöcke oder Vogelsand mit Muschelbruch zur Verfügung stellen, damit die Tiere ihren erhöhten Nährstoffbedarf decken können. Sepiaschalen stehen seit einiger Zeit in Verdacht, vor allem bei jungen Weibchen die gefürchtete und oft tödliche Legenot auszulösen. Bewiesen ist ein Zusammenhang zwischen dieser Brutkomplikation und den Sepiaschalen zwar noch nicht. Da es jedoch sichere Alternativen für die Nährstoffzufuhr gibt, sollte man während der Brutperiode lieber darauf verzichten, seinen Wellensittichen Sepiaschalen anzubieten.
 
         
 
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